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Wasserglätte: Was ist bei Aquaplaning zu beachten?

20 November, 2021

Regen ist gut für die Natur, doch für Autofahrer birgt eine nasse Fahrbahn Gefahren in Form von Aquaplaning,auch Wasserglätte genannt.

Der TÜV-Verband gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei Wasserglätte.
Starkregen, Gewitter und Dauerregen sorgen in diesem Jahr häufiger als sonst für gefährliche Bedingungen auf Deutschlands Straßen. "Auf nassen Fahrbahnen nimmt die Bodenhaftung ab, Bremswege werden länger und die Sicht ist beeinträchtigt", sagt Frank Schneider, Experte für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband. "Niederschläge erhöhen die Gefahr von Aquaplaning, auch Wasserglätte genannt."

Doch wie kommt es zu Aquaplaning?
"Wenn das Oberflächenwasser auf der Fahrbahn durch die Reifen nicht mehr ausreichend verdrängt werden kann, bildet sich zwischen den Reifen und der Straße eine Wasserschicht und die Fahrzeuge verlieren die Bodenhaftung", erläutert Schneider. "Die Reifen drehen durch und das Fahrzeug reagiert nicht mehr auf Lenken, Bremsen oder Beschleunigen."

Aquaplaning ist für viele Autofahrer eine beängstigende Erfahrung und kann die Ursache für Unfälle bei nassem Wetter sein. Viel Oberflächenwasser, hohe Geschwindigkeit und schlechter Reifenzustand erhöhen das Aquaplaning-Risiko erheblich. Autofahrer sollten daher auf einen guten Reifenzustand achten und bei nassem Wetter besonnen fahren.

"Entgegen der landläufigen Vorstellung kann Aquaplaning nicht nur bei sintflutartigem Regen auftreten, sondern auch, wenn Schauer oder Gewitter bereits abgezogen sind", sagt Schneider. Gefährlich werde es immer dann, wenn stehendes Wasser zu sehen ist. Etwa ab einer Wassertiefe von 2,5 mm kann es beim Überfahren zu Wasserglätte kommen. Aquaplaning erkennen Autofahrer, wenn der Motor des Fahrzeugs plötzlich lauter oder die Lenkung leichter wird.

Tipps vom TÜV-Verband:
Bei Aquaplaning sofort den Fuß vom Gaspedal nehmen und die Kupplung durchtreten. Bremsen ist zu vermeiden, denn das kann dazu führen, dass das Fahrzeug völlig außer Kontrolle gerät.

Das Lenkrad gerade halten und keine abrupten Fahrmanöver vornehmen. Sobald die Reifen wieder Bodenhaftung haben und das Fahrzeug aus der Aquaplaning-Situation herausgefahren ist, kann mit geringer Geschwindigkeit und vorsichtigen Lenkbewegungen weitergefahren werden.
Um einen schweren Unfall oder einen harten Zusammenstoß zu vermeiden, können Autofahrer vollbremsen. Die Hinterreifen haben in vielen Fällen noch genug Bodenhaftung und das Fahrzeug kommt zum Stehen. Bei dichtem Verkehr sollte eine Vollbremsung eine Notlösung bleiben.

Gefahrensituationen bedeuten Stress. Haben Autofahrer die brenzlige Situation sicher überstanden, sollten sie beim nächsten Park- und Rastplatz anhalten und sich einige Minuten Zeit nehmen, um sich von dem Erlebnis zu erholen.

Das richtige Fahrverhalten bei Aquaplaning kann trainiert werden. Auf einem abgesperrten Gelände bieten zum Beispiel Automobilclubs oder die TÜV-Akademien Übungseinheiten an, um sich mit solchen Fahrsituationen vertraut zu machen und angemessen zu reagieren.
Schneider: "Fahrsicherheitstrainings sind eine gute Gelegenheit, sein Fahrzeug in kritischen Situationen wie Aquaplaning kennen zu lernen und die Grenzen der Physik ohne Sorge vor einem Unfall zu erfahren."

Die Reifen sind der einzige Teil des Fahrzeugs, der mit der Fahrbahn in Berührung kommt. Umso wichtiger ist es, dass die Reifen in gutem Zustand sind. Die zunehmende Abnutzung des Reifenprofils verringert die Fähigkeit der Reifen, das Wasser auf der Straße effizient abzuleiten.
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt zwar nur 1,6 mm. Um das Wasser optimal verdrängen zu können, sollten Reifen allerdings eine Profiltiefe von 4 mm aufweisen. Reifen mit einer Profiltiefe von weniger als 1,6 mm sollten sofort ausgetauscht werden.
mid/jub

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