EG Kontrollgerät
 

EG Kontrollgerät
Pflichten, Vorschriften und Aufgaben


Alles Wissenswerte zum neuen EG Kontrollgerät. Das EG-Kontrollgerät ist ein Tachometer, es bestimmt die Lenk- und Ruhezeiten, die Lenkzeitunterbrechungen, die gefahrenen Kilometer und die gefahrene Geschwindigkeit.

Die Tachoscheibe wird vom digitalen EG Kontrollgerät abgelöst. Durch die Verordnung (EG) 561/2006 vom 15.03.2006 erfolgten die letzten Änderungen, insbesondere die verpflichtende Einführung des digitalen Kontrollgerätes.
Seit 01. Oktober 2011 gilt zur Anpassung der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 an den technischen Fortschritt des Kontrollgerätes in fast allen Punkten die Verordnung (EU) Nr. 1266/2009 vom Dezember 2009. Diese Verordnung beinhaltet Änderungen der technischen Spezifikationen für Bau, Prüfung, Einbau und Nachprüfung.
Die Sozialvorschriften im Straßenverkehr sollen dem Kraftfahrer mehr Ruhezeiten sichern und überlange Lenkzeiten vermeiden. Diese Vorschriften gelten für angestellte Fahrer sowie selbständige Kraftfahrer. Um die Einhaltung dieser Vorschriften besser überwachen zu können, sind technische Einrichtungen an den Fahrzeugen notwendig. Seit dem 01. Mai 2006 ist der Einbau eines digitalen Kontrollgerätes gemäß Artikel 27 Nr. 1 der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 in Deutschland Pflicht. In Bulgarien und Rumänien besteht diese Verpflichtung seit dem 01. Januar 2007 und in einem AETR-Staat, der kein EU-/EWR-Staat ist, seit dem 16. Juni 2010. Deutsche Kfz-Halter müssen laut der StVZO das Kontrollgerät innerhalb von 2 Jahren mindestens einmal prüfen lassen.

Straßenkontrollen für das Ausleiten von Fahrzeugen auf Autobahnen und Manipulationen rund um Kontrollgeräte:
Mitte 2017 startete ein Pilotbetrieb für Lkw Straßenkontrollen nach dem Güterkraftverkehrsgesetz und dem Bundesfernstraßenmautgesetz. Der Pilotbetrieb umfasst zunächst fünf Pilotstandorte, verteilt über das gesamte Bundesgebiet.
Im Mai 2016 wurden europaweite Sonderkontrollen durchgeführt. Das Bundesamt für Güterverkehr hat im Rahmen der Kontrollorganisation Euro Contrôle Route (ECR) eine Sonderkontrolle innerhalb des Bereiches der Außenstelle München, Raum Ostbayern (Regensburg), durchgeführt. 52 Prozent der kontrollierten Kraftfahrzeuge wurden beanstandet und bei 32 Prozent wurden Manipulationen bemerkt. Aufgrund der festgestellten hohen Beanstandungsquote wird das Bundesamt auch zukünftig einen besonderen Fokus auf das Thema Manipulationen am EG Kontrollgerät legen.

Änderung des Fahrpersonalgesetzes (Stand 05/2017):
Die für die Überwachung und den Vollzug zuständigen Verwaltungsbehörden der jeweiligen Bundesländer erteilen, vorausgesetzt, der Wohn- bzw. Betriebssitz befindet sich im Inland, Auskünfte über die Regelungen und Bestimmungen im Fahrpersonalrecht. Die Adressen der zuständigen Länderbehörden finden Sie auf Webseite des Bundesamtes für Güterverkehr.

Pläne der Bundesregierung (Stand 01/2017):
Gemäß dem "Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG), des Fahrpersonalgesetzes (FPersG), des Gesetzes zur Regelung der Arbeitszeit von selbständigen Kraftfahrern, des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) und des Gesetzes über die Errichtung eines Kraftfahrt-Bundesamtes" (BT-Drucksache 18/10882) geht hervor, dass die Bundesregierung gesetzliche Änderungen, die das Transportgewerbe betreffen, plant. Unter anderem soll laut den Änderungsvorschlägen die sogenannte "nationale güterkraftverkehrsrechtliche Erlaubnis" (die Befugnis für den gewerblichen Gütertransport) künftig nur noch für 10 Jahre erteilt werden. Der Gesetzgeber kann so die rechtlichen Vorgaben Europas umsetzen. Bereits erteilte unbefristete Genehmigungen bleiben weiterhin erhalten. Desweiteren sollen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die zuständige Behörde zum Schutz anderer Verkehrsteilnehmer in Zukunft die Fahrtenschreiber-Überprüfung durch eine amtlich anerkannte Stelle anordnen kann.

Pläne der EU Kommission (Stand 01/2016):
Das digitale Gerät soll per EU-Verordnung technisch aufgerüstet und für weitere Kraftfahrzeuge Pflicht werden. Für die betroffenen Betriebe, welche im Kleintransportbereich meist noch gar kein Kontrollgerät für die Fahrzeuge besitzen, würde dies eine Nachrüstung mit dem weiterentwickelten Tachograf der nächsten Generation bedeuten. Bislang ist das EG Kontrollgerät für Busse mit mehr als 9 Sitzplätzen und Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht vorgeschrieben.
Künftig soll das Gerät bereits für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht Pflicht werden.
Gemäß der EU Verordnung per 01. März 2014 zum digitalen Tacho haben es Trickser bei den Lenk- und Ruhezeiten schwieriger. Die gesamte Wirkung erfolgte ab März 2016. Kontrolleure können ab diesem Zeitpunkt per Fernabfrage auf die Fahrer-Daten der bis dahin nächsten Generation des digitalen Tachos zugreifen. Desweiteren werden Standortdaten der LKWs in Kombination mit Satellitennavigationssystemen (GNSS/IST) aufgezeichnet. So lässt es sich leicht festzustellen, ob der Fahrer an einer Ladestelle den Tacho korrekt bedient. Ein LKW muss frühestens 2018 mit dem neuen Tacho ausgerüstet sein.

Das EG Kontrollgerät ist für folgende Aufgaben zuständig:
  • Sicherheitsprüfungen der Hersteller von Wegsensoren und Fahrzeugeinheiten
  • Erteilung der Bauartgenehmigungen
  • Führung des Zentralen Kontrollgerätkartenregister, kurz ZKR genannt
  • Fahrerkarte - enthält die Personendaten des Kraftfahrers und ermöglicht die Speicherung von Lenk- und Ruhezeiten
  • Unternehmenskarte - weist das Unternehmen aus und erstellt die Anzeige, das Download und den Daten-Ausdruck
  • Werkstattkarte - dient zur Prüfung und Programmierung des digitalen Gerätes, Download der Daten und Datensicherung
  • Kontrollkarte - dient zur Überwachung der Lenk- und Ruhezeiten und ermöglicht den unbeschränkten Zugriff auf die gespeicherten Daten

Mit einem digitalen Kontrollgerät sind nachfolgend genannte Kraftfahrzeuge auszustatten:
  • Nutzfahrzeuge in der Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t
  • Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem zulässigen Gesamtgewicht einschließlich Anhänger oder Sattelanhänger über 3,5 t
  • Omnibusse mit mehr als neun Sitzplätze

Bedienung des Kontrollgerätes:
  • Um Fehlfunktionen auszuschließen, ist bei der Bedingung die Anleitung des jeweiligen Geräteherstellers zu beachten.

Die Aufbewahrungspflicht für die digitalen Aufzeichnung beträgt bei:
  • Daten aus digitalen Tachographen und Fahrerkarten mindestens 1 Jahr.
  • Tachoscheiben mindestens 2 Jahre, wenn diese auch als Nachweis für die Arbeitszeit im Sinne des Paragraphen 21 ArbZG dienlich sind.

Der Zeitraum der Speicherung für die Daten:
Bei einem durchschnittlichen Gebrauch speichert das digitale EG-Kontrollgerät die Daten für mindestens 365 Tage. Es speichert die gefahrene Geschwindigkeit für die letzten 24 Stunden tatsächlicher Fahrzeit detailliert.

Die Auslastung des Geräte-Speichers:
Das Kontrollgerät überschreibt die Daten rollierend, das bedeutet zuerst Tag 1, dann Tag 2 etc. Um zu verhindern, dass Daten überschrieben werden, sollten diese zeitgerecht herunter geladen werden.

Der Erhalt einer Kontrollkarte:
Eine Kontrollgerätkarte bekommt man bei der zuständigen Ausgabestelle. Das Verzeichnis mit den Adressen stellt kostenlos das Kraftfahrt-Bundesamt online zur Verfügung.

Die Durchführung der Kontrollen findet folgendermaßen statt:
Die entsprechenden Kontrollen werden von Beamten
  • der Polizei
  • der Gewerbeaufsicht und
  • dem Bundesamt für Güterverkehr
sowohl im Straßenverkehr als auch in Betrieben durchgeführt.

Im digitalen EG Kontrollgerät werden:
  • Geschwindigkeit
  • Kilometerstand
  • Werkstattdaten
  • Fahrzeugident-Nummer FIN
  • Amtliches Kennzeichen
  • Daten der Hersteller des Kontrollgerätes und des Sonsors
  • Sicherheitselemente
  • Ereignisse
  • evtl. Verfälschungen
  • evtl. Fehler bzw. Probleme mit der Fahrerkarte oder dem Kontrollgerät
  • Arbeitszeiten
  • Lenk- und Ruhezeiten
  • Geschwindigkeit
  • Kilometerstand
  • Kontroll- und Überwachungsaktivitäten
  • Werkstattdaten, Kalibrierung gespeichert.



Interessante Tipps zum Thema EG Kontrollgerät:
LKW Straßenkontrollen nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz und Güterkraftverkehrsgesetz - Ab sofort geht eine neuartige Technik für das Ausleiten von LKWs auf Autobahnen in den Pilotbetrieb. Zunächst werden bis 2018 fünf Pilot-Standorte, verteilt über das gesamte Bundesgebiet, damit ausgestattet.
Nutzfahrzeugmärkte 2021 - Die ersten Wasserstoff-Lkw mit gut 2700 Newtonmetern Drehmoment und über 1000 PS sollen bis 2021 auf den Markt kommen. Die neuen Brennstoffzellen-LKW wären dann fast doppelt so leistungsstark wie bisherige Sattelschlepper.
Gesetzesänderung für das Transportgewerbe geplant - Der Bundesrat schlägt eine Verlängerung der Aufbewahrungsmöglichkeit von Unterlagen über die Ruhe- und Lenkzeiten vor. Die Nachweispflicht, die sich aus dem Mindestlohngesetz ergibt, soll somit erleichtert werden.
Geänderte Gefahrgutvorschriften - Ab 2017 gelten neue Regelungen der internationalen Gefahrgutvorschrift für den Straßenverkehr (Update ADR 2017). Verbindlich treten die geänderten ADR Vorschriften, die circa 90 Seiten umfassen, am 01. Juli 2017 in Kraft.

Weitere Infos aus unserem News-Archiv, die Sie auch interessieren könnten:
Manipulation von Fahrtenschreiber - Besonders geschulte Technik-Experten aus insgesamt fünf Außenstellen des Bundesamtes führten Mitte Mai 2016 Manipulationskontrollen durch. In vielen Fällen durften die LKW Fahrer nicht weiterfahren und es wurden Sicherheitsleistungen in erheblichem Umfang erhoben.
Fahrtenschreiberverordnung (VO (EU) Nr. 165/2014) - Seit Anfang März 2016 hat die neue Fahrtenschreiberverordnung ihre volle Gültigkeit.
Lang Lkw Feldversuch - Ab sofort dürfen Lang LKW auch in Baden-Württemberg rund ein Drittel des Autobahn-Netzes befahren.
Gerichtsurteil - zur unzulässigen Fahrtenbuchauflage und dem Aussageverweigerungsrecht des Fahrzeughalters.
Beschluss des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur - Neuregelung der Lenk- und Ruhezeiten für LKW Fahrer.



Ähnliche Themen
Alle neuen Führerscheinklassen auf einem Blick
Verkehrsunfall - Das sollten Sie wissen!
Tankkarten - Sinnvoll oder überflüssig?
Ratgeber in Sachen Verkehrsrechtsschutz
Infos und Preise der neuen LKW Maut