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Busfahrer: Die unbekannten Piloten des Alltags

05 Mńrz, 2018

Busfahrer sind t├Ąglich f├╝r die Sicherheit von vielen hundert Menschen im wuseligen Stra├čenverkehr verantwortlich, doch weder ihr Gehalt noch ihr Ansehen spiegelt dies wider.

Der Beruf eines Flugzeug-Piloten, ob nun eines Jumbos oder eines kleinen Airbus, genie├čt trotz aller Streik-Querelen noch immer einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Und das ist kein Wunder. Schon die Ausbildung schaffen nur intelligente und multitaskingf├Ąhige Menschen, ihr Gehalt ist ├╝berdurchschnittlich hoch, und letzten Endes sorgen sie f├╝r die Sicherheit von vielen Menschen bei rund 1.000 Kilometer pro Stunde.
Von so einem Ansehen k├Ânnen Busfahrer nur tr├Ąumen. Und das, obwohl sie auch t├Ąglich f├╝r die Sicherheit von vielen hundert Menschen im wuseligen Stra├čenverkehr verantwortlich sind. Weder ihr Gehalt noch ihr Ansehen spiegelt dies jedoch wider. Ob es daran liegt, dass sich der Flugzeugf├╝hrer im dreidimensionalen Raum zurechtfinden muss und der Bus-Pilot nur am Boden? Forscher des Instituts f├╝r komplexe Gesundheitsforschung an der Hochschule Fresenius haben sich in Zusammenarbeit mit DB Regio Bus mit genau diesem Thema besch├Ąftigt und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.
Der Beruf des Busfahrers wird als vergleichsweise "unattraktiv" und "langweilig" bewertet, und diese Assoziationen werden auch auf den Menschen ├╝bertragen. Auch die Busfahrer selbst wurden befragt. Dabei kam heraus, dass sie ihren Beruf grunds├Ątzlich sehr gerne aus├╝ben, sie aber mit t├Ąglichen Arbeitsbedingungen zu k├Ąmpfen haben. Insbesondere Faktoren wie Gehalt, berufliche Perspektiven sowie Zeitdruck tragen zur Frustration der Protagonisten bei. Sie sprechen aber auch deutlich das Thema der geringen Wertsch├Ątzung seitens der Fahrg├Ąste an. Sie werden f├╝r Dinge verantwortlich gemacht - zum Beispiel Unp├╝nktlichkeit -, f├╝r die sie nichts k├Ânnen.
Die Wichtigkeit des Berufes wird den meisten erst bewusst, wenn sie beginnen, ├╝ber den Beruf nachzudenken. Eines wird in der Studie auch deutlich: Busfahrer leiden unter der sogenannten "Stellvertreterhaftung": Sind Fahrg├Ąste mit Fahrpl├Ąnen, Preisen, Ausstattung oder mangelhaften Informationen unzufrieden, bekommen sie oft als erster Ansprechpartner den Unmut zu sp├╝ren.
Die Forscher haben untersucht, warum die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Bedeutung und Image so hoch ausf├Ąllt. Zu unterscheiden sind dabei zun├Ąchst zwei Gesellschaftstypen: 24 Prozent der Befragten sind rein transportorientiert, das hei├čt, sie m├Âchten lediglich sicher und p├╝nktlich den Zielort erreichen. Mehr als drei Viertel haben aber dar├╝ber hinaus noch eine Dienstleistungserwartung an den Busfahrer. "Das allein ist schon ein Hinweis darauf, warum viele den Beruf eher negativ bewerten. Je h├Âher die Erwartungshaltung, desto eher tritt nat├╝rlich ein Gef├╝hl der Unzufriedenheit auf", sagt Dr. Sabine Hammer, Sozialwissenschaftlerin und Projektkoordinatorin an der Hochschule Fresenius und neben dem Leiter des Instituts f├╝r komplexe Gesundheitsforschung, Prof. Dr. Christian Haas, verantwortlich f├╝r die Studie.
Bei der Ermittlung der Eigenwahrnehmung haben die Forscher der Hochschule Fresenius herausgefunden, dass sich Busfahrer sehr mit ihrem Beruf identifizieren. Insbesondere Sinn und Bedeutung der Arbeit sind den Befragten bewusst, die meisten in der qualitativen Erhebung Befragten geben an, dass ihnen der Beruf sehr gut gef├Ąllt, sie diesen gerne aus├╝ben und jederzeit wiederergreifen w├╝rden. "F├╝r mich ist das die K├Ânigsklasse, in der wir fahren. Ich bef├Ârdere Menschen, und das ist das Gr├Â├čte, was man machen kann - so wie auch der Pilot eines Flugzeuges", sagt einer der interviewten Fahrer. Ein anderer erg├Ąnzt: "Mir gefallen besonders Freiheit und Verantwortung und der Kontakt zu anderen Menschen." mid/som

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