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Sommerreifen im Winter

22 November, 2016

Bei niedrigen Temperaturen wird es den Sommerreifen zu kalt, denn ihre Mischung muss auch bei mehr als 30 Grad Celsius im Sommer noch stabil sein. Winterreifen machen auch im Oktober Sinn, doch warum hat die M+S-Kennzeichnung praktisch keine Bedeutung?
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Es ist nass, kalt, neblig und matschig - keinen Hund würden Mitfühlende bei dieser Witterung vor die Tür schicken. Gehen wir selbst jetzt noch mit Sandalen nach draußen? Das scheint ebenso wenig ratsam, wie mit Sommerreifen unterwegs zu sein.
"Auch ohne Eis und Schnee machen Winterreifen ab Oktober in Deutschland Sinn", sagt Klaus Engelhart, Pressesprecher bei Continental. "Dank ihrer weicheren Gummimischungen bleiben sie auch bei Temperaturen unter sieben Grad elastisch und können sich so wirkungsvoll mit der Fahrbahn verzahnen." Das gilt auch fürs norddeutsche Flachland, schließlich sind Winterreifen nicht nur Schneereifen, also Pneus, die nur dann beste Sicherheit bieten, wenn die weiße Pracht auf dem Asphalt liegt.
Den Sommer-Pneus wird es bei niedrigen Temperaturen zu kalt. So sind zwischen Oktober und Ostern die Spezialisten für den Winter die bessere Wahl. Hier bleibt nicht nur das Gummi auch bei Frost weich genug für sicheren Grip. Die Profilgestaltung sorgt ebenfalls für mehr Sicherheit bei typischem Schmuddelwetter.

Das Gütesiegel für Winterreifen ist nicht die frei verwendbare Markierung des Reifens mit den Buchstaben "M+S", die für Matsch und Schnee stehen. Die M+S-Kennzeichnung findet sich teilweise auch auf für den Winter völlig untauglichen Fernost-Produkten und hat daher praktisch keine Bedeutung. Aussagekräftiger ist das Schneeflockensymbol, Three Peaks on a Mountain Snowflake (TPMS). Denn dahinter steht eine Prüfung, bei der ein Reifen zumindest einen Referenzwert übertreffen muss. So richtig funktionieren solche Winterreifen aber trotzdem nur, wenn sie mindestens vier Millimeter Restprofil aufweisen. Nur dann können sich die kleinen Profileinschnitte, die für Winterreifen typischen Lamellen, noch öffnen und effektive Greifkanten bilden.
Bei weniger als vier Millimeter werden Winterreifen auch vom Gesetzgeber, etwa in Österreich, nicht als Winterreifen akzeptiert. Wer mit Reifen in diesem Zustand erwischt wird, kann empfindlich bestraft werden. Daher macht es auch keinen Sinn, mit derart abgefahrenen Gummis noch in die winterliche Saison zu starten - erst recht nicht, wenn es etwa zu Weihnachten oder Silvester in die Berge gehen soll.
Neben der besseren Traktion von Winterreifen auf kalten oder auch verschneiten Fahrbahnen überzeugen sie auch bei Nässe. Schließlich ist ihr sogenanntes "Negativprofil" größer, was bedeutet, dass das Profil breitere und mehr Rillen aufweist, die Wasser aufnehmen können. Damit ist die Gefahr von Aquaplaning gemindert. Zudem durchschneiden die Lamellen den Wasserfilm, brechen ihn auf und ermöglichen so besseren Kontakt des Reifens mit der Fahrbahnoberfläche.
Aber auch ein guter Winterreifen mit ausreichender Profiltiefe ist allein kein Garant für sicheres Ankommen. Dazu muss auch der Fahrer seinen Teil beitragen. Mit mehr Abstand zum Vorausfahrenden und einer vorausschauenden, behutsameren Fahrweise etwa lassen sich ebenso Risiken minimieren wie mit einer niedrigtourigen Fahrweise, bei der die Räder nicht so leicht durchdrehen. Grundsätzlich ist auch mit etwas längeren Fahrtzeiten zu rechnen, wenn die Straßenverhältnisse aufgrund der Witterung schwierig sind. Aber bei Glatteis sind selbst diese Maßnahmen weitgehend wirkungslos. Dann sollte das Auto nach Möglichkeit einfach einmal stehen bleiben. Lars Döhmann/mid mid/ld

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