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Verkehrssünderkartei - Punktestand

02 Oktober, 2009

Die Verkehrssünderkartei mit Punktestand, wann Punkte verfallen oder unter welchen Umständen sich die Frist abermals verlängert, ist für viele Autofahrer kompliziert und sehr unübersichtlich.

Kölnische Rundschau zur Verkehrssünderkartei
Die Flensburger Einrichtung hat sich über die Jahrzehnte bewährt. Denn nichts schreckt notorische Raser - neben saftigen Bußgeldern natürlich - so sehr wie ein überhordendes Punktepolster im Hohen Norden, wenn damit der Entzug des Führerscheins droht. Das dies so ist, ist gut so. Doch die Regelung, wann Punkte verfallen oder unter welchen Umständen sich die Frist abermals verlängert, ist offenbar für viele zu kompliziert und zu unübersichtlich.

Sinnfällig dafür ist die Zahl von täglich 2000 Anrufen beim Kraftfahrt-Bundesamt von Autofahrern, die nicht wissen, wie es um ihr aktuelles Punktekonto bestellt ist. Eine Debatte um mehr Transparenz hat daher durchaus ihre Berechtigung. Es ist ein legitimes Interesse gerade von Vielfahrern, die schon aus beruflichen Gründen auf ihren Führerschein angewiesen sind, genau und schnell zu erfahren, was sie sich besser nicht mehr erlauben sollten. Und dennoch ist eine Frage, die sich mit einer möglichen Neuregelung verbindet, bisher nicht hinreichend beantwortet: Könnte größere Transparenz nicht dazu verleiten, sich an das persönliche Punktelimit sozusagen heranzufahren?

Mitunter wirkt ja bekanntlich eine gewisse Ungewissheit durchaus disziplinierend. Und so verstiegen das deutsche System ja auch sein mag - mit vertretbarem Aufwand kann schon jetzt ein jeder erfahren, ob er in Flensburg noch oder schon wieder geführt wird. Ob also eine neuartige Verkehrssünderkartei die Verkehrssicherheit - und nur darum kann es doch wohl letztlich gehen - erhöht, ist völlig offen. Zunächst wird es die Verwaltung entlasten. Das mag ja auch schon ein Gewinn sein. Fast schon überfällig ist die Forderung, Verkehrsdelikte anders zu gewichten. Fahrten unter Alkoholeinfluss oder Straftaten im Straßenverkehr sind natürlich nicht gleichzusetzen mit moderater Tempoüberschreitung. Es ist richtig, in solchen Fällen die Verfallsfristen für anfallende Punkte zu verlängern, denn eine Anhebung von fünf auf lediglich sechs Jahre bei Alkoholfahrten wirkt doch recht halbherzig.
Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Jost Springensguth
print@kr-redaktion.de

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