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Ohnmachts-Attacke am Steuer

13 Januar, 2022

Es ist eine beängstigende Vorstellung: Ein Autofahrer verliert in voller Fahrt am Steuer das Bewusstsein. Wer ist im Fall des Falles verantwortlich? Und wie schaut es mit dem Führerschein aus?

Frage: Konnte der Betroffene voraussehen, dass er ohnmächtig werden würde?
Darum ging es in einem Verfahren vor dem Landgericht Oldenburg (AZ: 4 Qs 167/21). Dem Autofahrer, der bei einer Fahrt ohnmächtig geworden war wurde vorgeworfen, dass er trotz eines "körperlichen Mangels" wie Schwindel und Gefahr der Ohnmacht Auto fuhr, so die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Das Amtsgericht hatte ihm deswegen den Führerschein abgenommen.

Doch das Landgericht hob diesen Beschluss auf, der Mann erhielt seine Fahrerlaubnis zurück. Die Voraussetzungen für die vorläufige Entziehung lägen nicht vor. Der Kammer fehlte das fahrlässige Verkennen eines gesundheitlichen Defizits beim Beschuldigten. Der habe nicht damit rechnen müssen, während der Fahrt das Bewusstsein zu verlieren. Anhaltspunkte, dass seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt war, habe es nicht gegeben.

Laut des Autofahrers war ihm am Vormittag des Unfalltages zwar schon einmal schwindlig gewesen. Daraufhin hatte er etwas gegessen und getrunken. Danach sei es ihm wieder gut gegangen. Deshalb hätte der Mann nicht vom "Führen eines Kraftfahrzeugs" Abstand nehmen müssen, so das Gericht.

Und weiter:
Kurzzeitiges Schwindelgefühl sei keine unübliche und besorgniserregende Erscheinung. Wegen einer Schwindelattacke müsse ein Kraftfahrzeugführer jedenfalls nicht mit Ohnmachtsanfällen rechnen. mid/rhu

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