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Tank und Rast im Jahr 2040

19 Mai, 2019

Wie könnten die Tankstellen von morgen und übermorgen aussehen? Eine Zukunftsvision für das Jahr 2040 hat

Aral im Rahmen der Studie "Tankstelle der Zukunft" gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Die Studie liefert eine wissenschaftliche Prognose zu der Frage, wie sich die Mobilität auf Deutschlands Straßen über die kommenden zwei Jahrzehnte weiterentwickeln wird.

Erstmals können Rückschlüsse darauf abgeleitet werden, wie die Tankstelle von morgen und übermorgen aussehen wird. Veränderte Kundenbedürfnisse, Elektrifizierung und Automatisierung stellen auch alle Mineralölkonzerne vor neue Herausforderungen.
In Zukunft wird zunehmend teilelektrisch mit Hybridantrieb gefahren werden, Benzin- und Diesel-Hybride sollen mit 58 Prozent den größten Anteil des gesamten Pkw-Bestandes ausmachen. "Ein breiter Kraftstoffmix entspricht nicht nur zukünftigen Marktanforderungen, sondern ist auch gleichzeitig der Schlüssel zum Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor", sagt Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der Aral Aktiengesellschaft in Berlin.
Bereits heute sind die Tankstellen nicht mehr mit denen vor der Jahrtausendwende zu vergleichen. Damals gab es Kraftstoff im Angebot und sonst nicht viel. Heute wird rund um die Uhr in den Tankstellen-Shops das frische Brötchen gebacken, komplette Einkäufe werden hier getätigt. Vom Coffee to Go zu den Blumen für die Liebste ist alles im Angebot. Zukünftig soll sich noch viel mehr verändern. Aral sieht die Tankstelle der Zukunft als Drehscheibe der Mobilität. Die drei klassischen Angebotssäulen - Kraftstoffe, Waschanlage und Shop - profitieren von den Veränderungen im Verkehr und der entsprechenden Nachfrage, so der Mineralölkonzern.

"Die Deutschen sind aktuell laut unserer Studie rund 80 Minuten am Tag mit dem Fahrzeug unterwegs und legen im Durchschnitt 49 Kilometer Fahrtweg zurück", erläutert Prof. Barbara Lenz vom DLR. Im Jahr 2040 werden in Deutschland mit Pkw und Nutzfahrzeugen rund 900 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Das ist ein Viertel mehr als im Jahr 2010. "In 20 Jahren werden wir bis ins hohe Alter mobil sein. Außerdem tragen neue Mobilitätsangebote und der wachsende Online-Handel zur zunehmenden Fahrleistung bei", so Prof. Barbara Lenz. Trotz sinkender Bevölkerungszahl werde deshalb das Verkehrsaufkommen wachsen.

Für den städtisch geprägten Kreis sieht die Zukunftsstudie bei der Tankstelle einen Umsteigeplatz mit Rundumversorgung. Pendler könnten an der Tankstelle vom privaten auf das kollektive Verkehrsmittel umsteigen: Auf den ÖPNV, autonome Fahrzeuge, das E-Bike oder sogar schon auf ein Lufttaxi.

Zukunftsmusik? Ja, aber gar nicht so abwegig. Der ländliche Kreis soll ein Umschlagplatz mit Nahversorgung werden. Hier ist das eigene Fahrzeug zentral für die Mobilität, die zu fahrenden Strecken sind oft lang. Die Infrastruktur dünnt sich aus, viele Bürger zieht es in die Großstädte. Hier könnten Tankstellen als sozialer Treffpunkt mit Paketdienstleistungen und einem riesengroßen Supermarkt-Shop-Angebot ausgeweitet werden. Handwerker und Pflegedienste könnten Lieferungen für ihre Kunden zwischenlagern.
Autobahn-Stationen sollen eine große Anlaufstelle für den Güter- und Fernverkehr werden. Vordefinierte Autobahnrouten sollen zur Automatisierung beitragen: Der Wechsel vom autonomen zum fahrergeführten Lkw für den Stadtverkehr könnte an der autobahnahen Tankstelle realisiert werden. Ultraschnelle Ladestationen für elektrische Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen sind geplant. Weitreichende Gastronomieangebote und funktionelle Übernachtungsmöglichkeiten für Trucker sollen das Angebot erweitern. Haltestellen für Fernbusse und Shuttle-Services nicht zu vergessen.

Aral zieht ein positives Fazit: "Ich bin überzeugt davon, dass viele der vorgestellten Services im Jahr 2040 Realität sein werden," sagt Aral-Chef Patrick Wendeler. Für die Zukunft sieht er Aral gut gerüstet. Tests mit Ultraschnellladesäulen für Pkw und Akkuautomaten für Zweiräder seien bereits in der Umsetzung. Aus der Kooperation mit Rewe To Go bei über 550 erweiterten Standorten bis Ende 2019 verfügt der Mineralölkonzern über ein Alleinstellungsmerkmal im Shop-Bereich.
Tank und Rast - das passt. Doch es werden enorme Investitionen und viel Platz benötigt, um die Pläne der großen neuen Shops und des sozialen Treffpunkts zu realisieren. Hier ist auch die Politik gefragt. Jutta Bernhard / mid mid/jub

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