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Fast serienreifes Flugauto aus den Niederlanden

06 März, 2018

Aus den Niederlanden kommt ein fast serienreifes Flugauto, das auf dem Markt in den kommenden

zwei Jahren landen soll. Der Traum vom Fliegen ist mindestens so alt wie das Automobil, und die Idee die beiden Mobilitätsformen in einem Gefährt zu vereinen gehören zu den ständigen Begleitern der mobilen Gesellschaft. Bisher waren die meisten Versuche entweder weit von der Praxis entfernt, zu sperrig und wurden am Ende schlicht weder den Ansprüchen der Piloten oder der Chauffeure gerecht.

Aus den Niederlanden kommt jetzt das fast serienreife Flugauto PAL-V Liberty, das in den kommenden zwei Jahren auf dem Markt landen soll. „Wir haben mit dem Zertifizierungsprozess begonnen, und vielleicht heben wir auch schon 2019 ab“, erklärt Dr. Markus G. Hess, Marketing- und Vertriebschef von PAL-V auf dem seit heute für die Medien geöffneten Genfer Automobilsalon (Publikumstage: 8.–18.3.2018). An dem Unternehmen ist unter anderem die niederländische Regierung beteiligt. „Das ist in den Niederlanden ein Leuchtturmprojekt“, so Hess.

So ganz geht der Traum vom fliegenden Auto, das eben mal den Stau auf der Autobahn überfliegt, dann aber doch nicht in Erfüllung. „Landen und Starten ist nur auf Flugplätzen erlaubt, doch davon gibt es allein in Deutschland rund 700 Anlagen“, beschreibt Hess die Gesetzeslage. Allerdings kann der Liberty-Pilot durchaus Staus umfliegen. Das Navigationssystem ist um eine Funktion erweitert, die neben den aktuellen Staumeldungen auch den Weg zum nächst gelegenen Flugplatz ausweist.

Wer das Gefährt fahren oder fliegen darf, bestimmt die Flugaufsicht. Neben dem Führerschein benötigt der künftige Pilot auch eine Privat-Pilotenlizenz. Außerdem ist die aktuelle Version ausschließlich für Sichtflug ausgelegt.
Die Reichweite des Fliegers liegt bei 400 Kilometer bei voller Belegung mit Pilot und Passagier. Im Alleinflug vergrößert sich die Reichweite auf 500 Kilometer.

Liberty ist für maximal zwei Personen ausgelegt, denen allerdings nur ein geringer Stauraum hinter den beiden Sitzen zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu den anderen Versuchen, mit dem Auto in die Luft zu gehen, eignet sich das Gefährt auch zum Shopping-Ausflug in die City. Trotz des sperrigen Layouts kann man sich mit dem Flugauto sogar in Parkhäuser wagen. Bodenständig unterwegs erreicht das niederländische Leichtgewicht (650 Kilogramm) maximal 170 km/h. Für den Antrieb sind zwei Rotax-Motoren verantwortlich.

Im Flugmodus ähnelt Liberty mehr einem Hubschrauber als einem „richtigen“ Flugzeug. Tatsächlich ist Liberty ein klassischer Gyrocopter, der nur einen geringen Platzbedarf für Start und Landen benötigt und sich zudem, so der Hersteller, in der Luft sich wesentlich ruhiger verhält ein klassisches Tragflächen-Flugzeug. Die Fluggeschwindigkeit liegt zwischen 50 km/h und 180 km/h. „Bisher haben wir mehr Bestellungen als erwartet registriert“, blickt Hess zuversichtlich in die Zukunft. Insgesamt liegen die Reservierungen nach seinen Angaben im dreistelligen Bereich. Im Verglich zu einem der Supersportwagen, die neben dem Stand der niederländischen Flugpioniere ihre PS-Kolosse präsentieren, sind die Preise für den Liberty-Flieger fast schon bescheiden und liegen zwischen 299 000 und 499 000 Euro. Dafür bekommt man keinen Bugatti und der ist auf ewig an die Erde gebunden.

Die ersten Überlegungen zu einem fliegenden Automobil entstanden laut Hess bereits 1999, doch erst von 2009 an wurde das Projekt konsequent weiterverfolgt, und nun steht die Konstruktion kurz vor dem Serienstart. Die erste, 99 Modelle umfassende Serie kostet 499 000 Euro und wird – Noblesse oblige – auch zuerst ausgeliefert. Die danach folgenden Modelle gehen für 299 000 Euro an die Kundschaft. ampnet/ww

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