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Ghost-Buster in Aktion: Assistenzsysteme gegen Geisterfahrer

09 September, 2017

Vorhandene und neue Assistenzsysteme intelligent einsetzen, um im nächsten Schritt autonomes Fahren umzusetzen - so stellt man sich bei ZF den Weg zur "Vision Zero" vor:

keine Unfälle und keine Emissionen. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz rücken praxisorientierte und zügig einsetzbare elektronische Helfer in den Mittelpunkt der kurz und mittelfristigen Aktivitäten des Friedrichshafener Automobilzulieferers.
Wenn es nach ZF geht, sind beispielsweise Geisterfahrer schon bald keine Schreckgespenster mehr auf der Autobahn. Das Unternehmen setzt dabei auf neue Optionen, die den Fahrer unterstützen und bei kritischen Situationen eindeutige Hinweise liefern sollen - etwa, dass er gerade in falscher Richtung auf die Autobahn auffährt. Unzureichender oder fehlender Blickkontakt zur Fahrbahn wird für eine Vielzahl von Unfällen verantwortlich gemacht, die der Fahrer selbst, ohne auf den ersten Blick erkennbaren Grund, verursacht hat. Hier können Kamerasysteme im Innenraum, die Körperhaltung und Blickwinkel des Fahrers im Fokus haben, einen signifikanten Beitrag leisten, die Unfallzahlen bereits heute deutlich zu senken. Dazu trägt auch die im Konzern vorhandene intelligente Fahrwerkstechnik bei. Sie wird mit den Brems-Komponenten aus dem Unternehmensteil TRW vernetzt. Die ehemaligen Einzel-Systeme wie beispielsweise Radführung, Lagerung, Dämpfung, Federung und Stabilisatoren einschließlich der Lenkung kommunizieren miteinander und bringen dieses ausgesprochen komplexe System auf ein neues Niveau.
Kombiniert wird dieser Bereich mit den Möglichkeiten, die sich aus den hauseigenen Ressourcen im Segment Antriebsstrang ergeben. Alle neuen Getriebe sind bereits auf den Einsatz von Plug-in-Hybrid-Systemen ausgelegt. Aber nicht nur das: Den Autobauern wird zudem ein modulares Achssystem angeboten, das Antriebs- und Fahrwerkstechnik in einem System integriert - einschließlich Leistungselektronik. Alles wurde zu einem innovativen Hinterachs-Baukasten-System zusammengeführt. Es macht die Elektrifizierung von Serienfahrzeugplattformen verhältnismäßig flexibel. Außerdem kann die E-Einheit auch an der Vorderachse eingesetzt werden, um einen Allradantrieb umzusetzen.
All diese Komponenten werden zudem ein wichtiger Teil im nächsten Schritt, dem autonomen Fahren. Machbarkeit und Umsetzbarkeit ist dabei ein Schwerpunkt. Bereits der nächsten Generation von Fahrzeugen soll das Sehen, Denken und Handeln ermöglicht werden. Schub kommt hier von den Beteiligungen am Software-Spezialisten Ibeo einerseits und der Zusammenarbeit mit NVIDIA andererseits. Vorgesehen ist, schon in Kürze das weltweit erste Steuergerät mit künstlicher Intelligenz, genannt "ZF Pro AI" einzuführen. Weitere Kompetenz kommt vom Ultra-Hochfrequenz-Radarhersteller Astyx, an dem ZF ebenfalls Anteile erworben hat.
Der aktuelle Schwerpunkt liegt hier auf der Serienentwicklung von automatisierten Funktionen des Levels zwei und drei. Beispiel ist die Erweiterung des sogenannten "Highway Driving Assist" um die Funktion wie dem Automated Exit Support, also den Autobahn-Ausfahrt-Assistenten. Vorgewählt wird dazu die Fahrspur - per Touchscreen - von der aus der Fahrer die Autobahn verlassen möchte. Dann übernimmt das System den Rest: Der Spurwechsel in die Ausfahrtspur geschieht automatisiert. Die Anbindung an die GPS-Signale von Navis liefert hier weitere notwendige Daten - und das System berechnet das Manöver und führt es auch selbstständig aus. Alles wie von Geisterhand.
Bernhard Schoke / mid mid/Scho

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