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Im Bücherregal: Dracula und Diesel sind keine gute Mischung

23 Oktober, 2016

Dracula und Diesel – diese ungewöhnliche Mischung bietet das neueste Werk von Cornel Stan.

„Dracfried“ ist nach „Automacher“ der zweite Roman des Fachbuchautors. Wie schon im Erstling dreht es sich wieder um Stans Spezialgebiet Alternative Antriebe, wieder geht es um Elektroantrieb und seine Idee eines von einer Minigasturbine betriebenen Generators – und es geht um den Diesel.

Die Enduro der Hauptfigur Siegfried verfügt im Gegensatz zu herkömmlichen Motorrädern dank ihrer beiden Radnabenmotoren nicht nur über Allradantrieb, sondern auch -lenkung, was ihr eine ungeahnte Wendigkeit und Geländetauglichkeit verleiht. Zudem kann die Maschine notfalls natürlich auch rückwärts fahren. Der Prototyp weckt Begehrlichkeiten in der Industrie. Parallel dreht es sich dazu um den Diesel und die Beseitigung der Stickoxide. Siegfried selbst, ein Nachkomme des berühmt-berüchtigten Grafen Dracula, wird den Selbstzünder am Ende revolutionieren.

Stan nutzt die Rahmenhandlung nicht nur zur Darstellung einer Vorstellung der Mobilität in der Zukunft, um Aspekte wie Dieselgate und technische Fakten der Motorenentwicklung aufzugreifen. So erfahren Laien beispielsweise, dass ein nicht unerheblicher Teil des Benzins zur Kühlung des Antriebsaggregates und nicht zur Vorwärtsbewegung verbraucht wird. Auch Adblue® („Pipi“) wird thematisiert. Hier kann sich der Fachmann zeigen und der Literat im Hintergrund halten – das führt zu den besten Momenten im Buch.

Einen Teil der Roman-Akteure kennen Leser bereits aus „Automacher“. Doch auch „Dracfried – Dracula versus Diesel“ krankt an Symptomen des Vorgängers. Der Autor mag ein guter Sachbuchautor sein, ein guter Schriftsteller ist er nicht. Es gelingt Prof. Dr.-Ing. Cornel Stan erneut nicht, Atmosphäre zu schaffen. Viele Darstellungen bleiben blass, wieder gibt es Nebenstränge ohne sichtbare Bedeutung.

Noch misslungener ist allerdings der Versuch, die Historie des rumänischen Fürsten Vlad alias Dracula in die Handlung mit einzubauen. Es kommt zu gleichermaßen wirren wie verwirrenden Szenen, die mit der eigentlichen Geschichte so gut wie nichts zu tun haben und deren Handlungs- und Zeitebenen sogar oft völlig unklar bleiben. Auch an anderer Stelle zeigt sich ein liebloses Lektorat: Die „Enduro Maschine“ und „Jeep Instandsetzung“ etwa kommen ohne Bindestrich aus (noch schlimmer: „Horror Klänge“), die „Kult-CD“ und der „Mini-Flitzer“ wiederum nicht.

„Dracfried – Dracula versus Diesel“ von Cornel Stan ist in der Druckerei und Verlagsgesellschaft Format erschienen, hat 214 Seiten und kostet 14,90 Euro. ampnet/jri

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