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Gefälschte Autoteile: Jagd auf Produkt-Piraten

01 August, 2016

Ein Versiegelungs-Etikett und ein Code sollen Produkt-Piraten das Leben jetzt etwas schwerer machen.

Produkt-Piraten treiben auch auf dem Automarkt ihr Unwesen. Allein in den USA verursachen Produktfälschungen in der Automobilbranche im Jahr einen Schaden von umgerechnet rund acht Milliarden Euro. Und in Europa soll nach Schätzungen von Experten jedes zehnte Kfz-Ersatzteil gefälscht sein. Die Fälscher schädigen aber nicht nur die Wirtschaft: Denn Kopien sind häufig von minderwertiger Qualität und bergen hohe Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr. Die größten Autozulieferer haben sich daher im Kampf gegen Produktfälschungen in Europa zu der Initiative "Manufacturers against Product Piracy" (MAPP) zusammengeschlossen. Mit Hilfe des MAPP-Codierungsstandards wird jedem Originalteil ein eindeutiger Code zugewiesen. Allerdings bleibt das Etikett mit dem kopierbaren und damit leicht zu fälschenden Code selbst eine Schwachstelle des Systems, sagen Branchenkenner.
Deshalb fährt die Mahle Aftermarket GmbH als Produzent von Ersatzteilen rund um den Motor und die Klimatisierung jetzt beim Produktschutz mehrgleisig. Das Unternehmen sichert den gedruckten MAPP-Code zusätzlich mit einem physischen, nicht fälschbaren Beweismittel ab. Es erlaubt nicht nur eine sofortige Originalitätsprüfung der Ware, sondern auch die Kontrolle der Vertriebswege, denn jedes Produkt kann über die Lieferkette zurückverfolgt werden, erklären die Spezialisten. Beim sogenannten "Tesa VeoMark" können der individuelle Code, das Marken-Logo und weitere Sicherheitsstrukturen mit bloßem Auge oder per Lupe erkannt werden.
Bei Bedarf lassen sich noch weitere verdeckte Merkmale integrieren, die etwa nur für den Zoll sichtbar sind. Die Markierung sei mit dem gedruckten MAPP-Code verknüpft, der jedes Bauteil eindeutig kennzeichne, so die Experten. Fälschungen und unautorisierte Ware seien dadurch sofort identifizierbar. Zusätzlich setzt Mahle noch auf ein Versiegelungs-Etikett, um die Warenlieferungen auf ihrem Weg zum Kunden vor unerlaubtem Zugriff zu schützen. Sobald eine Verpackung geöffnet wird, erzeugt das Etikett einen irreversiblen Öffnungsnachweis auf dem jeweiligen Verpackungsmaterial und schützt damit jede Lieferung vor Diebstahl und Manipulationen.
Doch die beste Lösung taugt nicht viel, wenn niemand darüber Bescheid weiß. Und deshalb sollte jede Anlaufstelle für ein Produkt entlang der Lieferkette darüber informiert werden, worauf bei der Originalitätsprüfung zu achten ist. Nur so finden gefälschte Produkte keine Abnehmer mehr, Fälschungen werden reduziert und der Graumarkthandel bekämpft, sagen die Sicherheitsexperten. Klingt schön. Jetzt müssen nur noch die Produkt-Piraten mitspielen. mid/rlo

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