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Bosch Forschungscampus: Ideenschmiede nach amerikanischem Vorbild

29 April, 2016

Ein El Dorado für schlaue Köpfe: Bosch hat jetzt einen Einblick in seine Forschungsabteilung in einem

eigens errichteten Campus gewährt. Vor dem Eintritt in das Allerheiligste der Tüftler erfolgt der obligatorische Security-Check, fotografieren ist strengstens verboten. Dann geht es zu einem Raum in der 12. Etage mit dem "Platform 12". Dort kann alles passieren, die Ideenschmiede ist den kreativen Bosch-Mitarbeitern vorbehalten.
Hier wird geforscht und sich ausgetauscht, Arbeitsmaterialien liegen herum, es gibt eine Chill-out-Zone und große Fenster, die einen weiten Blick über Renningen gewähren. Die Fenster sind beschrieben und bemalt. Etliches an Kreativmaterial findet sich dort, unter anderem ein Berg Lego. Damit entwickeln die Forscher neue Trends. Auch Werkbänke aus der Vorkriegszeit und ein von der Decke hängender Globus sind zur freien Entfaltung vorgesehen. Bis 22 Uhr abends treffen sich täglich rund 150 Mitarbeiter in der "Platform 12". So schön möchte es die Kassiererin im Supermarkt nebenan auch gerne einmal haben.
Bei kreativen Blockaden finden sich dort neue Anregungen. Derzeit ist eine junge Künstlerin aus Deutschland vor Ort. Sie bleibt für drei Monate, und ein Austausch mit den Ingenieuren soll beide Seiten befruchten. Ein sogenanntes "Smartboard" ermöglicht den rund 17.000 hier angesiedelten Mitarbeitern aus der Grundlagenforschung einen weltweiten Austausch mit ihren Kollegen. Im Campus forschen die Vordenker an neuen Produkten, aber auch an innovativen Herstellverfahren.
Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit zählen beispielsweise die Bereiche Software-Entwicklung, Sensorik, Automation, Fahrer-Assistenzsysteme und Batterie-Technologie sowie verbesserte Antriebssysteme für Fahrzeuge. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Softwarekompetenz - gerade auch für die Vernetzung im Internet der Dinge. "Um bei der Vernetzung technologisch führend zu bleiben, muss Deutschland die Schlüsselkompetenzen Mikroelektronik und Software erhalten und weiter ausbauen. Sonst verliert die deutsche Industrie den Anschluss. Wir müssen den Wettbewerb mit den IT-Unternehmen nicht fürchten. Ein Selbstläufer für die hiesige Industrie wird er allerdings nicht", betont Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Rund 310 Millionen Euro hat das Unternehmen in den Standort investiert. Der Forschungscampus steht unter dem Motto "Vernetzt für Millionen Ideen" und ist der Knotenpunkt des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerkes von Bosch.
Im Vorfeld der Jahresbilanzpressekonferenz 2016 präsentierte der Stuttgarter Zulieferer am hauseigenen Museum - der Robert Bosch Villa - außerdem erstmals ein neues Park-Assistenzsystem. Die Vorstellung zeigte, dass die Entwicklung noch nicht final abgeschlossen ist. Der Wagen bremste nicht so eigenständig wie er sollte und auch das selbstständige Einparken per Smartphone funktionierte nicht auf Anhieb. Das komplette System ist noch in Arbeit. Doch laut Bosch sind alle OEM's interessiert, ihre Fahrzeuge in Zukunft mit der Technologie auszurüsten.
Rund 2.500 Ingenieure sind mit dieser Thematik beschäftigt, das sind 500 mehr als noch 2015. Der Markt boomt, ebenso das Geschäft. Auf der Bilanzpressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass ein Rekordumsatz in Höhe von 70,6 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde. Das operative Ergebnis hat Bosch um 24 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro gesteigert. Für 2016 wird ein Umsatzplus zwischen 3 und 5 Prozent erwartet. Wenn das Robert Bosch noch erleben dürfte. Seine Villa war bereits in den 1930er Jahren stilvoll und modern designt und auf der Höhe der Zeit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. J.Bernhard mid/jub

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