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Brennstoffzellenauto Toyota Mirai - Fahrbericht und Test

29 Januar, 2016

Der Fahrbericht zeigt: das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai rollt nahezu lautlos und ohne jeglichen Schadstoffausstoß über die Straßen. Mirai steht im Japanischen für "Zukunft". Und die fährt nach Ansicht des weltgroßen Automobilherstellers mit Wasserstoff, der in einer

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Brennstoffzelle zu Strom verwandelt wird. Chef-Ingenieur Yoshikazu Tanaka: "Mit Blick auf die kommenden 100 Jahre automobiler Mobilität hat Toyota hier die Entwicklung eines einzigartigen Fahrzeugs vorangetrieben. Der Mirai steht für den Weg in eine wasserstoffbasierte Gesellschaft und somit in einer grünere, bessere Zukunft." Ab sofort ist der 4,89 Meter lange Viersitzer in Deutschland zu haben.
Kostenpunkt: 78.600 Euro oder 1.219 Euro monatlich im Leasing inklusive Kfz Versicherung.
Die Revolution im Fahrgefühl bleibt aus, denn der Mirai fährt sich wie ein reines Elektroauto. Fast lautlos und mit hoher Durchzugskraft. Typisch Elektroantrieb:
Der kräftige Antritt stammt von 335 Nm Drehmoment, die sofort und ständig anliegen. Die wahre Revolution findet beim ersten Brennstoffzellen-Serienauto unterm futuristischen Blechkleid statt. Denn der Strom für den 154 PS starken Synchronmotor stammt nicht aus einer Batterie, sondern entsteht an Bord in einer Brennstoffzelle. Direkt unter den Vordersitzen reagiert der Wasserstoff aus zwei Tanks mit Luftsauerstoff und wird zu Strom verwandelt. Etwa zwei mal 60 Liter oder 5 kg Wasserstoff ergeben 550 km Reichweite. Volltanken ist in drei bis fünf Minuten erledigt - sofern man eine der derzeit rund 20 Wasserstofftankstellen Deutschlands in erreichbarer Nähe hat.
Fahren mit Wasserstoff ist etwas für umweltbewusste Technik-Pioniere, die außerdem über ein hohes Budget verfügen. 78.600 Euro sind ein stolzer Preis für eine knapp 4,90 m lange Limousine. Der BMW 5er zum Beispiel ist fast gleich lang. Für den Preis des Toyota Mirai kann man sich von der bayerischen Mittelklasse einen allradbetriebenen BMW 550i mit 450 V8-PS gönnen. Der trägt allerdings den Makel von Effizienzklasse E. Das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai dagegen bietet die Strahlkraft der Null-Emission. Außerdem ist die zukunftsweisende Viersitzer-Limousine sehr gut verarbeitet und ausgestattet - unter anderem mit serienmäßig sechs Fahrerassistenzsystemen an Bord.
Das Design ist wie schon beim Hybrid-Vorreiter Toyota Prius zwar unverwechselbar, aber zu diesem Zweck auch sehr eigenwillig: Riesige Lüftungsöffnungen und extrem schmale Scheinwerfer kennzeichnen die Front. In der Seitenansicht fällt ein langer hinterer Überhang auf. Und das Heck dominieren eigenwillig gestaltete Rückleuchten. Aber der Fortschritt der Brennstoffzellen-Technologie soll sofort erkennbar sein, so Toyotas Philosophie hinter der Mirai-Optik. Und er ist bei ersten Testfahrten für die Insassen hörbar: Mit nur 69 dB Geräuschentwicklung ist der Mirai ein ausgesprochener Leisetreter. Umso mehr fällt im extrem stillen Cockpit auf, dass die Brennstoffzelle ihre Arbeit lastabhängig mit einem leichten Surren verrichtet. Es ist nicht störend, aber im Unterschied zu reinen Elektroautos doch auffällig.
Weitere Besonderheit:
Toyotas Brennstoffzellen-Limousine verbraucht nicht nur Treibstoff, sie erzeugt außerdem 7 l/100 km Wasser. Ungefähr soviel Flüssigkeit entweicht aus einer Auspuff-artigen Öffnung im linken hinteren Unterboden des aerodynamisch verkleideten Mirai. Auf Wunsch und per Tastendruck kann sich der Mirai-Besitzer dieser ungewöhnlichen Emission entledigen, ehe er seinen fortschrittlich angetriebenen Toyota in die Garage fährt. Bis dahin genießt er die Fahrdynamik einer Limousine, deren tief verbaute Komponenten (Tanks, Brennstoffzelle, Batterie) zu einem niedrigen Schwerpunkt führen.
Toyota setzt zunächst in kleinem Maßstab auf die Brennstoffzellen-Technologie. Laut Chef-Ingenieur Yoshikazu Tanaka entstehen in Japan zunächst 700 Exemplare des Mirai. 2016 sollen es 2.000 sein, 2017 dann 3.000, und bis 2020 rechnet Toyota mit einer Produktion von 30.000 Mirai pro Jahr. Tanaka-san sagt mit Überzeugung: "Wir setzen mit Nachdruck auf diese fortschrittliche Technologie." Damit sie sich wenigstens allmählich durchsetzen kann, soll laut Dirk Breuer von Toyota Deutschland hierzulande das Netz der Wasserstoff-Tankstellen kontinuierlich wachsen. Von derzeit 20 werde sich die Zahl bis Ende 2016 auf 50 steigern. Und bis 2023 sei das Ziel von 400 Tankstellen ausgegeben.
Das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai ist so unverwechselbar wie sein Design. Aus rein praktischen oder gar wirtschaftlichen Gründen wird ihn sich niemand kaufen. Doch immerhin sind die laufenden Spritkosten relativ niedrig, denn ein Kilo Wasserstoff kostet an der Tankstelle derzeit etwa 9,50 Euro - somit kommt man im Mirai für sehr günstige 7,22 Euro 100 km weit.
Der große und schnelle Fortschritt, der im ersten Serien-Brennstoffzellen-Auto steckt, ist an einigen Zahlen abzulesen. So hat sich die Kapazität der Brennstoffzelle im Vergleich zu 2008 bereits 2,2-fach vergrößert. Für den Wasserstoff herrschen laut Yoshikazu Tanaka inzwischen weltweite Standards. Auch Kooperationspartner BMW könne laut Toyota bald in den Genuss der Brennstoffzellen-Technologie kommen. Der Toyota Mirai wirkt zwar derzeit noch sehr exotisch und kaum massentauglich, aber für die mittelfristige Zukunft des Autofahrens könnte er dennoch stehen. Ralf Schütze/mid

Fahrbericht Toyota Mirai mit den technischen Daten:
Viertürige Brennstoffzellen-Limousine, vier Sitze, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,89/1,82/1,54/2,78, Leergewicht: 1.850 kg, Zuladung: 330 kg, Gepäckraum: 361 l.
Motor: Permanent erregter Synchronmotor, 113 kW/154 PS, Drehmoment: 335 Newtonmeter ab 1/min, Beschleunigung 0-100 km/h: 9,6, Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h; Normverbrauch: 0,76 kg Wasserstoff/100 km, CO2-Ausstoß: 0 g/km. Preis: 78.600 Euro oder Leasing 1.219 Euro/Monat. mid/rs
Bildquelle: Toyota, Bildunterschrift: mid Hamburg - Nahezu lautlos und ohne jeglichen Schadstoffausstoß rollt der Toyota Mirai mit seinem Wasserstoffantrieb über die Straßen.

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