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Low-Cost-Verkehr: Billigflieger Vergleich

13 November, 2015

Billigflieger im Vergleich - Welche Fluggesellschaften nehmen die Spitzenstellungen im Low-Cost-Verkehr ein:

Das Geschäft mit den günstigen Flugtickets hat einen neuen Höchstwert erreicht. Im Sommer 2015 haben die Fluggesellschaften im Niedrigpreissegment in und ab Deutschland 754 Strecken angeboten, das waren rund 4,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auffällig stark fällt das Wachstum bei den innerdeutschen Strecken aus, die um fünf Prozent zulegten, besonders befördert durch die weitere Verschiebung von Strecken der Lufthansa auf die Germanwings. Mit mittlerweile 300 Zielen im Sommerflugplan baut Germanwings die Spitzenstellung im deutschen Low-Cost-Verkehr aus. Dies geht aus dem zweiten diesjährigen „Low Cost Monitor“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor.

Europaweit kann Ryanair seine Dominanz auf das Rekordniveau von 2500 Verbindungen steigern und strebt dabei weiter in den deutschen Markt mit zunehmendem Engagement an großen Flughäfen. Immer stärker gehen die Günstigflieger untereinander auf beliebten Strecken in den Wettbewerb, was zu weiter sinkenden Flugpreisen führt.

Die 20 registrierten Airlines mit Low-Cost-Flügen boten 26 Verbindungen mehr als im Vorjahr an. Spitzenreiter der grenzüberschreitenden Flugziele war im Sommer 2015 Spanien mit 113 Verbindungen, dicht gefolgt von Italien mit 111 Verbindungen und Großbritannien mit 59 Verbindungen. Während Zypern wieder in das Angebot mit aufgenommen wurde, gibt es keine Flüge mehr nach Algerien.

Germanwings und Airberlin dominieren den Billigflug-Markt in Deutschland mit jeweils rund 2200 Starts pro Woche. Dahinter folgen Ryanair, Easyjet, Wizz und Vueling Insgesamt vereinen die sechs größten Anbieter 92 Prozent des Marktes auf sich. Auffällig ist der zunehmende und bisher eher unübliche Wettbewerb der Günstigflieger untereinander. Auf beliebten Strecken, etwa zwischen Köln und Berlin, bieten zunehmend mehrere Gesellschaften günstige Flüge an. Die Durchschnittspreise, die im Low-Cost-Monitor je nach Carrier auf Grundlage verschiedener Vorausbuchungszeiträume von einem Tag bis zu drei Monaten ermittelt werden, variieren im Herbst 2015 zwischen rund 45 und 115 Euro brutto. Im Vorjahr lag diese Spanne noch zwischen 70 und 140 Euro brutto. Noch werden 88 Prozent der Strecken aber weiterhin nur von einer Günstig-Airline beflogen.

Im ersten Halbjahr 2015 nutzten auf den 26 internationalen und regionalen Verkehrsflughäfen in Deutschland rund 32 Millionen Passagiere Low-Cost-Flieger, was einem Anteil von 32 Prozent bei insgesamt 101 Millionen Fluggästen entspricht. An den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg gibt es unter anderem durch die Lufthansa-Umstrukturierung hin zu Germanwings, aber auch durch den Ausbau der Angebote von flybe, Easyjet oder Norwegian eine Zunahme im Segment. In Köln ist das Angebot trotz Reduzierungen von Airberlin und Germanwings aufgrund einer starken Erweiterung von Ryanair geringfügig auf 640 Flüge pro Woche gewachsen. Die Berliner Flughäfen haben zusammen genommen mit rund sechs Millionen Passagieren weiterhin im Low-Cost-Verkehr das höchste Aufkommen in Deutschland. Wegen seiner ausgeprägten Drehkreuzfunktion im klassischen Linienverkehr spielt der verkehrsreichste Flughafen, Frankfurt, weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.

Easyjet und Ryanair dominieren weiter das Billigflugangebot in Europa und vereinen auf sich einen Marktanteil von 42 Prozent. Dabei erreicht Ryanair mit 12 600 Starts pro Woche auf 2500 Strecken einen neuen Rekord. Easyjet folgt mit rund 10 000 Starts auf 1400 Verbindungen. Der restliche Markt verteilt sich auf 23 weitere Airlines. Europaweit kommt der Flughafen Barcelona auf die meisten Billigflüge (2123 Starts). Betrachtet man Großräume, so ist London mit seinen drei Flughäfen und knapp 4000 Starts die Stadt mit den meisten Angeboten im Sommer 2015. Durch das Engagement von Norwegian in London und Skandinavien ist eine Ausdehnung des Langstrecken-Low-Cost- Verkehrs nach Nordamerika und Asien zu erkennen. Noch nicht berücksichtigt im aktuellen Marktüberblick ist die Zusammenführung von Germanwings und Eurowings. Die Eurowings bietet seit dem 2. November 2015 neben europäischen Low Cost Verbindungen preisgünstige Flugangebote von Köln/Bonn nach Asien, Amerika und dem Mittleren Osten an.

Die Fluggesellschaften gestalten Angebot oft sehr unterschiedlich. Dadurch lassen sich nur wenige eindeutige Abgrenzungskriterien für das Marktsegment Low Cost definieren: beispielsweise ein niedriger Preis und seine generelle Verfügbarkeit oder ein Direktvertrieb über das Internet. Die Geschäftsmodelle einiger Gesellschaften verschmelzen zudem mit denen traditioneller Airlines und erschweren die Zuordnung. Dies trifft besonders auf Airberlin zu, die neben dem Low-Cost-Segment auch traditionellen Linien- und Charterverkehrbedient sowie Mitglied der Luftfahrtallianz Oneworld ist.

Die genannten Ergebnisse der Studie basieren auf Daten einer Referenzwoche im Juli 2015. ampnet/jri

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