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Avinton GT in Test: Edle Handarbeit aus Frankreich

07 November, 2014

Der Motorradhersteller Avinton aus Frankreich baut in Handarbeit Motorräder auf Bestellung. Im Test die Avinton GT: Nicht nur bei Horex in Augsburg findet sich eine Motorrad-Manufaktur. Bei Avinton nahe Montpellier in Südfrankreich baut ein kleines Spezialistenteam Motorräder auf Bestellung. Daher muss der Kunde momentan rund drei Monate auf die Auslieferung warten. Aktuell
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gibt es drei Avinton-Modelle, die allesamt die Idee eines mächtigen
amerikanischen Vau-Zwo-Motors im filigranen Roadster-Fahrwerk verkörpern: Roadster, GT und Race.
Die drei unterscheiden sich zuerst durch die jeweilige Ergonomie: Vergleichsweise aufrecht mit gerader Lenkstange auf der Roadster. Bei der Race sind die Stummel unter der Gabelbrücke für eine sportliche Haltung angeklemmt, und die GT liegt dazwischen mit dem Lenker auf der Gabelbrücke. Weitere persönliche Maßnahmen sind verschiedene Fußrastenanlagen, mit denen die Kniewinkel selbst bestimmt werden können. Jedes der drei Modelle ist in sechs verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben, die aus 50 wählbaren Optionen zusammengestellt sind.
Die Philosophie hinter Avinton greift die Idee einer zweirädrigen Cobra in Anlehnung an den automobilen Traum von Carroll Shelby auf. So zeichnen sich die französischen Muscle-Bikes durch den luftgekühlten V2-Motor aus, den die amerikanische Spezialistenschmiede S&S zuliefert. Dieses optische Zentrum wird von einem monumentalen Stoßstangen-gesteuerten luftgekühlten Vau-Zwo gebildet, mit 1 647 Kubikzentimetern Hubraum und einem Zylinderwinkel von 45 Grad.
Der von einem 41er-Keihin-Flachschiebervergaser beatmete Zweiventiler ist gut für 120 PS, die von einem Fünfganggetriebe verarbeitet werden, doch vielmehr imponiert das gewaltige Drehmoment von 168 Newtonmeter schon bei 3 000 Touren. Mit diesem gewaltigen Schub fällt das Dosieren des Anfahrdrehmoments gar nicht so leicht. Doch hat die Trockenkupplung einmal den Kraftschluss hergestellt, schiebt die Avinton mächtig nach vorne. Über dem Kraftwerk spannt sich bei der GT eine kleine Tankattrappe. Darauf sitzt ein kurzes Höckerchen, durch das der Sprit in den 13-Liter-Tank gelangt. Die französische Linie von Designer Kevin Laigle versprüht schon im Stand Kraft, Dynamik und Fahrspaß pur.
Doch so mächtig die Avinton auch aussieht, beim Aufsitzen fühlt sie sich nicht zuletzt durch die extrem schmale Taille geradezu filigran an. Ungewöhnliche Lösungen und Komponenten herrschen auch beim Fahrwerk vor. Zwischen Lenkkopf und Schwinge stellt ein kräftiger Zentralrohrrahmen die Verbindung her. Vorn werkelt eine 46er-Upside-Down-Gabel vom italienischen Federungsspezialisten Ceriani. Hinten verrichtet ein Sachs-Federbein seinen Dienst. Beide sind komplett einstellbar ausgeführt und stellen eine komfortbetonte Abstimmung parat.
Leichte und edle Schmiederäder aus dem Hause Marchesini sind mit Pirelli Diablo Rosso-Pneus im Format 120/70ZR17 vorn und 180/55ZR17 hinten besohlt. Einheimischen Touch bekommen die französischen Muscle-Bikes durch die brachialen Beringer-Bremsanlagen an der Vorderhand verliehen, die mit Sechskolben-Festsattelzangen operieren. Wahlweise ist die Bremsanlage als Einscheibenbremse oder als bissfeste Zweischeiben-Variante zu haben. Am Heck werkeln ebenfalls ungewöhnliche Zweikolbenzangen aus dem hause AJP, ebenfalls aus Frankreich.
Radikal fallen die Fahrwerksdaten mit steilen 68 Grad Lenkkopfwinkel bei nur 85 Millimeter Nachlauf aus. Weil auch der Radstand von 1,38 Meter nicht wirklich lang geraten ist und das Trockengewicht gerade einmal 177 Kilogramm beträgt, liegt der Fokus auf ausgeprägter Handlichkeit.
Ausstattungsmäßig gibt's jede Menge Kohlefaser und unzählige aus dem Vollen gefräste Leichtmetall-Teile wie Gabelbrücken oder Bremszangenhalterungen. Für den letzten Brückenschlag zur legendären Historie der amerikanischen Musclecars sorgt ein einzigartiges Detail: Auf der Oberseite der Tankattrappe sitzen zwei Drosselklappen, die bei 2 500 Touren öffnen und den Motor mit Zusatzluft und des Fahrers Gehör mit dem charakteristischen Ansaugschlürfen eines großvolumigen Roadsters versorgen. So viele individuelle Lösungen haben natürlich ihren Preis, der bei 33 900 Euro beginnt und nach oben praktisch kein Ende kennt. Dafür ist jede Avinton ein absolutes Einzelstück, das ihre Besitzer oftmals ein ganzes Leben lang fahren.
Avintons finden sich nicht nur in Frankreich. Jüngst wurde eine Dependance in der Schweiz gegründet, und aktuell ist der Hersteller auf der Suche nach einem deutschen Importeur oder Repräsentanten. Einige Modelle rollen bereits über Deutschlands Straßen und werden hier mindestens ebenso bestaunt wie eine Horex.
Thilo Kozik/mid
Avinton Test - Technische Daten Avinton GT:
Antrieb: Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-45-Grad-V-Motor, eine untenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Stoßstangen, Kipphebel, Trockensumpfschmierung, Keihin-Flachschiebervergaser mit 41 mm Durchmesser. Bohrung x Hub: 101,6 x 101,6 mm, Hubraum: 1 647 ccm, Verdichtungsverhältnis: 10,3:1, Nennleistung: 88,2 kW/120 PS bei 5 750/min, max. Drehmoment: 168 Nm bei 3 000/min. Hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Trockenkupplung, Fünfgang-Getriebe, Batterie: 12 V/19 Ah.
Fahrwerk: Zentralrohrrahmen aus Stahl, USD-Telegabel mit verstellbarer Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein, Scheibenbremse vorn: 335 mm, Sechskolben-Festsattel, Scheibenbremse hinten: 228 mm, Zweikolben-Festsattel. Alu-Schmiederäder: 3.50 x 17; 5.75 x 17; Reifen: 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17.
Maße und Gewichte: Radstand 1,38 m, Sitzhöhe 790 mm, Trockengewicht 175 kg, Gewicht vollgetankt 192 kg, Tankinhalt 13,0 Liter. Preis: ab 33 900 Euro. mid/rkm
Bildquelle: Avinton, Bildunterschrift: mid Montpellier/Frankreich - Französisches Muscle-Bike: die Avinton GT.

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