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Sonderparkplätze: Falschparken auf Behinderten-Parkplätzen - Strafe verdoppeln

26 Oktober, 2014

Parken Autofahrer widerrechtlich auf einem Behinderten-Parkplatz, sollen sie künftig statt 35 Euro 70 Euro zahlen.

"Eine Verdopplung der Strafe halte ich für sinnvoll und gerechtfertigt", sagte Prof. Reinhilde Stöppler von der Universität Gießen am Rande eines Seminares des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Kastellaun. Laut der Expertin beklagen viele Einrichtungen für Behinderte, dass die Sonderparkplätze regelmäßig von nicht berechtigen Autofahrern zugeparkt werden.
"Wer heute durch die Stadt geht, kann sich selbst davon überzeugen. Überall stehen Fahrzeuge auf Behindertenparkplätzen, in denen kein Berechtigungsausweis ausgelegt ist", so Stöppler. Die Wissenschaftlerin bedauert, dass dieser Missstand statistisch bisher nicht erhoben wird, was die entsprechenden Bundesämter in Wiesbaden und Flensburg bestätigen. Ihrer Ansicht nach müsse der Abschreckungseffekt für Falschparker erhöht werden. Behörden seien immer berechtigt, den Falschparker vom Behinderten-Parkplatz abzuschleppen. Daher ist dieser Verstoß schon heute relativ teuer. Offensichtlich zeigt das aber nicht ausreichend Wirkung.
"Wir brauchen aber vor allem eine Bewusstseinsänderung bei den Autofahrern", fordert Stöppler. So könnte ein nicht behinderter Autofahrer sein Ziel auch von einem anderen Parkplatz aus erreichen. Für Behinderte bedeutet ein widerrechtlich zugeparkter Behindertenparkplatz vielfach das Aus ihrer Fahrt. Sie müssten oft umkehren, weil sie beispielsweise keinen Platz haben, um in einen Rollstuhl einzusteigen. "Das ist vielen Autofahrern einfach nicht bewusst", so die Wissenschaftlerin.
Grundsätzlich solle der Verkehrsraum deutlich barrierefreier eingerichtet werden. Immerhin gäbe es in Deutschland 7,3 Millionen Schwerbehinderte. Betroffen sind zumeist ältere Menschen. Und deren Zahl steigt deutlich an. Für Menschen mit Behinderungen sei Mobilität oftmals mit unüberwindbaren Problemen verbunden. Sie könnten daher nicht selbstständig und selbstbestimmt am Straßenverkehr teilnehmen. Immerhin gibt es auch positive Beispiele, wie Menschen mit Behinderungen eine höhere Mobilität ermöglicht wird. So gibt es immer mehr Stadtpläne für Menschen mit Behinderungen und Fußballfans können für jedes Bundesliga-Stadion einen speziellen Reiseführer nutzen. mid/usk

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