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Sanktionierte Auto-Importe können Russland 1,4 Milliarden Euro kosten

07 Oktober, 2014

Sollte Russland mit Restriktionen gegen Autohersteller auf die Wirtschaftssanktionen der EU und der USA reagieren, träfen die Folgen vor allem Russland selbst. Ein komplettes Einfuhr-Verbot für europäische und amerikanische Personenwagen

könnte einen Schaden von bis zu 1,4 Milliarden Euro verursachen, hat die Unternehmensberatung Roland Berger berechnet.
Die Wirtschafts-Experten haben in einer Studie verschiedene Szenarien für Gegenmaßnahmen der Putin-Regierung beleuchtet. Russland kämpfe mit einer wachsenden Inflation, einer stark schwankenden Währung und einer schwächelnden Konjunktur, konstatieren die Unternehmensberater. Der russische Automobilmarkt sei in den ersten acht Monaten des Jahres um zwölf Prozent geschrumpft, im Juli und im August sei er sogar um fast 25 Prozent eingebrochen. Die Russland-Krise werde noch bis zu zwei Jahre lang anhalten und den Automobilmarkt weiter schwächen, prognostiziert die Studie. Unter diesen Voraussetzungen sei es nun nicht die Zeit, um mit erschwerten Pkw-Importen auf jene Wirtschaftssanktionen zu reagieren, mit denen die Europäische Union und die USA auf die Ukraine-Krise geantwortet haben.
Würden die Importzölle für europäische und amerikanische Hersteller zum Beispiel um zehn Prozent erhöht, würde das für 2015 prognostizierte Marktvolumen von 2,2 Millionen Neuwagen nur leicht sinken. "Europäische und amerikanische Hersteller mit Werken in Russland könnten ihre lokale Produktion stärken und so die Importzölle umgehen", erklärt Roland Berger-Partner Jürgen Reers. Das Preisniveau würde dadurch nur geringfügig steigen, der russische Staat könnte sogar mit Mehreinnahmen von 55 Millionen Euro rechnen. Ein Importverbot für europäische und amerikanische Autos mit einem Preis von bis zu 30.000 Euro wiederum wäre relativ folgenlos, weil zum einen die Produktion in Russland hochgefahren werden könnte und zum anderen Importeure aus Asien mehr Autos verkaufen würden.
Ein generelles Einfuhr-Verbot für US- und EU Autos aber träfe den russischen Automobilmarkt der Studie zufolge hart. Etwa 110 000 Autos weniger würden 2015 verkauft. Die Einbußen des Staatshaushaltes bei Umsatzsteuer und Importzöllen lägen dadurch bei rund 1,4 Milliarden Euro. Geers: "Gewinner in diesem Sanktions-Szenario sind nur die asiatischen Autobauer aus China oder Korea, die ihre Marktanteile in kürzester Zeit stark ausbauen könnten." Die vom Embargo betroffenen Autohersteller in Europa und den USA müssten dagegen im Russland-Geschäft in den kommenden zwölf Monaten mit 550 Millionen Euro Verlust rechnen. Konrad Winterstein/mid mid/kw

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