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Autokino: Ein Kult lebt weiter

01 September, 2014

Trotz Facebook und Twitter - das Autokino lebt auch im digitalen Zeitalter weiter. Aktuell gibt es in Deutschland noch etwa 13 Autokinos unter anderem in Köln, Frankfurt, Stuttgart, Essen und München.

Schnell hat das Autokino in Deutschland 1960 ein breites Publikum angesprochen. So besuchten damals rund sieben Millionen Zuschauer jährlich das Autokino. Und vor der 540 qm großen Leinwand ist genug Platz für mehr als 1 000 Autos. Zusätzlich gibt es heute noch eine zweite, kleinere Kinoleinwand. Das Autokino in Gravenbruch hat ganzjährig geöffnet. Gezeigt werden aktuelle Filme. Vom Actionfilm bis zur romantischen Komödie ist alles dabei. "22 Jump Street", "Lucy" oder "Tammy" sind nur drei der aktuellen Filme. Der Eintritt für Erwachsene kostet acht Euro. Für Kinder gibt es hingegen keine Ermäßigungen. Von Sonntag bis Donnerstag wird ein aktueller Film gezeigt, Freitags und Samstags finden zwei Filmvorführungen statt.
"Ich arbeite erst seit fünf Jahren hier, aber in dieser Zeit habe ich schon viel erlebt. Mein ganz persönliches Highlight war der Filmstart der RTL-Actionserie " Alarm für Cobra 11" ", erzählt Jörg Jabin", Angesteller beim Kölner Freilichtkino. Der ehemalige Busfahrer ist im Autokino "Mädchen für alles". Er war schon Kassierer und Filmvorführer. Aktuell ist er für die Warenannahme zuständig. Rund 50 000 Zuschauer zählt das Autokino zurzeit jährlich. Auch hier lag die Zahl der Besucher früher deutlich höher.
Aber nicht nur die Zuschauerzahl, sondern auch die Grundausstattung des Autokino-Fahrers hat sich mit den Jahren verändert. Gehörte in den ersten Jahrzehnten immer ein Lautsprecher zur Ausstattung, der ans Fenster eingehängt werden konnte, bekamen die Zuschauer später üblicherweise Kopfhörer, die den Ton über Funk empfingen. Heute wird der Ton häufig über eine UKW-Frequenz übertragen und kann per Autoradio angehört werden.
"Die Zeiten haben sich natürlich gewandelt. Früher kamen viele Liebespaare in unser Autokino. Wir mussten sie zum Teil sogar vom Platz vertreiben, wenn es gar zu intim wurde", erinnert sich Helga Lehne, die ehemalige Theaterleiterin im "Drive-in" Gravenbruch. Aber nicht nur bei verliebten Teenagern, sondern auch bei Familien erfreute sich das Freilichtkino einer großen Beliebtheit. Während die Eltern den Film sahen, konnte der Nachwuchs auf der Rückbank schlafen. So sparten sich die Erwachsenen den Babysitter.
Heute ist das Publikum zwar gemischter als früher. Aber knutschen, kuscheln, essen oder eben auch den Film genießen, ist im Freilichtkino immer noch en vogue. Die Autokinos glauben daher trotz so mancher Schwierigkeit an ihre Zukunft. Sie sind wie auch andere Drive-in-Spielstätten auf zusätzliche Einnahmen angewiesen. Mit samstäglichen Gebrauchtwagen- und regelmäßigen Trödelmärkten werden Zusatzeinnahmen generiert. Helga Lehne kennt "ihr" Autokino in- und auswendig. Seit 1968 arbeitet sie in Deutschlands ältestem Autokino in Gravenbruch. Angefangen hat sie als Süßwarenverkäuferin und es bis zur Theaterleiterin gebracht. Im Jahr 2006 gab sie die Leitung ab. Heute hilft sie noch ab und zu im Autokino aus. Lehne findet es schade, dass einige junge Leute heute gar nicht mehr wissen, was ein Autokino ist. Gründe für das langsame Aussterben des Freilichtkinos sind unter anderem der Videorekorder, der DVD-Player, das Internet und das Smartphone. Dennoch ist und bleibt das Autokino ein Kultort, der allerdings nur mit viel Leidenschaft, Nostalgie und Zusatzeinnahmen am Leben erhalten werden kann. mid/shw

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