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Autotest Chevrolet Captiva - Von der Alpe bis zur Kita

12 Januar, 2014

Das SUV-Modell Chevrolet Captiva stellte sich für zwei Wochen dem Alltagstest. Die stetig wachsende Beliebtheit von Fahrzeugen der SUV-Klasse erklärt sich schnell im praktischen Alltag: geräumig, variabel, komfortabel und mit Allrad auch auf schlechten Wegstrecken und im Winter sicher unterwegs bieten die 4x4-Mobile umfassende Alltagstauglichkeit. In der Mittelklasse ist das Angebot besonders hoch.

Für zwei Wochen stellte sich die Top-Version des Chevrolet Captiva dem Alltagstest. Die SUV Fahrzeugklasse stellt inzwischen gut 16 Prozent der gesamten Neuzulassungen. Der Captiva von Chevrolet, muss in der Mittelklasse gegen mehr als ein Dutzend Wettbewerber vom VW Tiguan über den BMW X3, Ford Kuga, Toyota RAV4 bis zum Mitsubishi Outlander antreten.
Chevrolet assoziieren die Autokenner mit Amerikas größter Einzelmarke, was Erwartungen an automobile BigMac-Eigenschaften weckt. In amerikanischen Augen könnte der 4,63 Meter lange Captiva allenfalls als Kleinwagen durchgehen. Doch die Wiege des Siebensitzers stand schließlich nicht im amerikanischen Detroit, sondern in Korea, wo das Modell 2006 als Daewoo Winstorm das Licht der Welt erblickt hat. Ein Weltbürger, der in Australien als Holden Captiva 7 oder in den USA als Saturn Vue antritt. Der Opel Antara basiert ebenfalls auf dem Modell.
In Deutschland geht der 2011 gründlich überarbeitete Captiva mit einem breiten Programm an den Start. Die Preise starten bei 25 690 Euro, zwei Benziner und zwei Diesel spannen den Leistungsbogen von 120 kW/163 PS bis 190 kW/258 PS. Dazu kommen vier Ausstattungspakete. Zum Test trat die Top-Version LTZ an. Für die Ausstattung gilt das gleiche Prinzip wie für das Rezept einer guten Frikadelle: alles drin. Es fehlt nur ein automatisches Getriebe, das mit sechs Fahrstufen die Investition von weiteren 1 300 Euro erfordert.
Zustieg und Sitzposition unterstreichen die Beliebtheit der Fahrzeugklasse, weil sich Komfort und Bequemlichkeit dieser Aspekte beim Chevy kaum überbieten lassen. Das Interieur verzichtet auf Chichi, bietet robuste Oberflächen für den Einsatz als Familienauto mit Haustieranschluss und ist ordentlich zusammengefügt. Im Fond finden drei Erwachsene bequem Platz und die verbleibenden 477 Liter Gepäckraumvolumen bewältigen die passenden Gepäckmengen. Die beiden zusätzlichen Klappsitze im Heck sind nur dann für den Transport menschlicher Wesen geeignet, wenn es gilt, Klein Kevin mit fünf seiner Kumpel aus der C-Jugend auf den Fußballplatz zu expedieren.
Mit 135 kW/184 PS ist der Captiva ordentlich, aber nicht üppig motorisiert. Der Vierzylinder unternimmt in der Kaltstartphase kaum Anstrengungen, akustisch sein Arbeitsprinzip zu bemänteln. Der kurz übersetzte erste Gang unterstützt nicht gerade ein komfortables Anfahren. Einmal in Bewegung versetzt, rollt der Zweitonner bequem, geschmeidig und erfreulich leise über die Piste. Obwohl sich die Gänge der manuellen Schaltung leicht und sauber wechseln lassen, kommt schnell der Wunsch nach der Automatik auf. Die könnte den komfortablen Charakter des Captiva nur steigern. Gerade auf langen Strecken erweist sich der SUV nämlich als angenehmer Partner, der gelassen und bequem die Kilometer frisst.
Eine Beschleunigung in elf Sekunden aus dem Stand in elf Sekunden weist den Captiva nicht wirklich als munteres Füllen aus, aber dank 400 Newtonmeter, die bereits bei 2 000/min zur Verfügung stehen, geht es stets ausreichend munter voran. Höhere Ansprüche an die fahrdynamischen Qualitäten eines Fahrzeugs kann ein SUV naturgemäß nicht erfüllen.
Elektrisch verstellbare Ledersitze, Klimaautomatik, Infotainment mit Navi, RDS CD-Radio, Rückfahrkamera und acht Lautsprecher schaffen eine umfassende Wohlfühlatmosphäre im Innenraum. Die 19-Zöller unterstreichen den durchaus repräsentativen äußerlichen Auftritt des SUV. Die Kritikpunkte beim Captiva finden sich im Detail. Das Navi zeigt sich gelegentlich desorientiert und nervt mit unkorrekten Angaben wie "demnächst rechts abbiegen", statt "in x Metern rechts auf die A9 abbiegen". Auch als Verbrauchswunder kann sich der Chevrolet nicht ins Rampenlicht rücken. Die 6,4 Liter Diesel, die der Normverbrauch für 100 Kilometer ausweist, erweisen sich als durch und durch akademisch. Die 8,9 Liter Diesel ließ sich der SUV pro Kilometer in der Praxis schmecken.
Das geht angesichts von Gewicht, Ausstattung und Leistungsvermögen gerade noch in Ordnung. Denn wenn in der einsetzenden kalten Jahreszeit, der serienmäßige Allradantrieb mit guten Winterreifen sicher den ersten Schnee bewältigt, dann beantwortet der Captiva mit einem weiteren unschlagbaren Argument die Frage, warum sich die Fahrzeugspezies so großer Beliebtheit erfreut.

Bewertung:
Plus: Gutes, variables Platzangebot, umfangreiche Ausstattung, ordentliche Verarbeitung, komfortable Fahrwerksabstimmung.
Minus: Rauher Motor beim Kaltlauf, Anfahrschwäche, gelegentlich desorientiertes Navi, relativ hoher Verbrauch.

Technische Daten Chevrolet Captiva 2.2 DSL LTZ:
Viertüriger SUV, sieben Sitze, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4 673/1 849/1 727/2 707. Leergewicht: 1 978 kg zul. Gesamtgewicht: 2 538 kg, Gepäckraum min./max. 477/942 Liter, Tankinhalt: 65 Liter, Preis: 36 990 Euro.
Motor: Reihenvierzylinder, Diesel-Direkteinspritzer, Hubraum: 2 231 ccm, Leistung: 135 kW/184 PS bei 3 800/min, max. Drehmoment: 400 Nm, bei 2 000/min, Kraftübertragung: manuelles Sechsganggetriebe, 0 ? 100 km/h: 11 s, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Normverbrauch kombiniert: 6,4/100km (Diesel), CO2-Ausstoß 170 g CO2/km. mid/tl
Thomas Lang/mid, Bildquelle: GM Company
Bildunterschrift: mid Düsseldorf - In der umkämpften Klasse der mittelgroßen SUV tritt Chevrolet mit dem Captiva an. Das 2011 überarbeitete Modell kostet ab 25 690 Euro.

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