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Erdgasmobilität - Grüne Welle für Erdgasautos

10 Januar, 2014

Erdgasautos sind emissionsarm und beim Tanken unschlagbar günstig. Moderne Erdgasmotoren mit Turboladern überzeugen außerdem mit dynamischem Fahrverhalten.

Die Perspektiven sind bestens. EU und Bundesregierung haben mit wichtigen Beschlüssen eine "grüne Welle" für Erdgasautos geschaltet.
Weit über eine halbe Million Erdgasautos hat Fiat bereits verkauft. Was Toyota bei Hybriden ist, sind die Italiener beim Kraftstoff CNG (Compressed Natural Gas). Seit 15 Jahren halten sie konsequent an ihrer Erdgasstrategie fest. Anfangs wurde Fiat belächelt. Heute lacht Niemand mehr. Denn Erdgas spielt eine zentrale Rolle in den Verkehrsstrategien von EU und Bundesregierung. Das hat eine Reihe von Gründen.
Erstens stoßen Erdgasmotoren weniger Luftschadstoffe als Benziner oder Diesel aus. Zweitens kommt schon ein Fünftel des hierzulande getankten CNG aus Biogasanlagen und mittlerweile strömt auch überschüssiger Solar- und Windstrom in die Erdgasnetze. So genannte Power-to-Gas-Anlagen "methanisieren" den grünen Strom, der sich so weit günstiger speichern lässt als in Batterien. Damit wird Erdgasmobilität zum wichtigen Baustein der Energiewende. Denn die Gasnetze bieten nicht nur gigantische Speicherkapazitäten, sondern gewährleisten auch die fein verästelte Verteilung.
Dank der 20-prozentigen Biogas-Beimischung stoßen Erdgasautos rund 40 Prozent weniger Treibhausgase als Benziner aus. Wegen des steigenden Anteils von Bio- und Power-to-Gas wird sich die Bilanz weiter verbessern. Damit passt CNG-Mobilität perfekt in die Klimaschutzpläne von EU, Bundesregierung und Automobilindustrie. Immer mehr Hersteller setzen auf Erdgasantriebe.
Auf der IAA im September 2013 präsentierten neben Vorreiter Fiat und den ebenfalls seit langem aktiven Herstellern Opel und VW fünf weitere Hersteller CNG-Modelle. Das Angebot ist breit gefächert. Es umfasst sowohl Kleinwagen wie Fiat Panda Twinair Natural Power, VW eco Up und Skoda Citigo CNG Green tec wie auch Kompakt- und Mittelklassemodelle vom VW Golf TGI BlueMotion, VW Passat 1,4 TSI EcoFuel oder Audi A3 Sportback g-tron bis zum Mercedes E 200 NGD. Darüber hinaus gibt es Vans wie den Fiat 500L Natural Power, den Fiat Qubo 1.4 8V Natural Power oder Fiat Doblò 1.4 T-Jet 16V Natural Power. Daneben bietet Opel CNG-Varianten von Combo und Zafira an. Mercedes hat die B-Klasse als 200 NGD und VW den Touran, Caddy sowie den Transporter T5 mit Erdgasantrieben im Angebot. Auch die VW-Töchter Skoda und Seat sind mit drei Modellen am Start.
Die Politik hat jüngst eine grüne Welle für die Erdgasflotte geschaltet. EU und Bund senden klare Signale für den Aufbruch in die Erdgasmobilität. So haben sich Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, die Steuervorteile von CNG über 2018 hinaus fortzuschreiben. Autokäufer, Hersteller und Betreiber der knapp 1 000 Erdgastankstellen im Lande haben dadurch Investitionssicherheit. Zeitgleich hat die EU volle Reisefreiheit für Erdgas-Mobilisten beschlossen. Damit will sie das letzte Argument gegen die Umstieg auf CNG aus dem Weg räumen: die Sorge, auf Urlaubsreisen keine Tankstelle zu finden. Kürzlich hat der Verkehrsausschuss im EU-Parlament mit ausdrücklicher Zustimmung der EU-Kommission beschlossen, dass bis 2020 ein europaweit flächendeckendes Tankstellennetz aufgebaut wird. Maximal 150 km sollen dann noch zwischen Erdgaszapfsäulen liegen.
Schon heute ist es problemlos möglich, von Italien nach Skandinavien zu fahren; und dass bei unschlagbar günstigen Tankkosten. Auf einer 2 700 km langen Rekordfahrt mit CNG von Vicenza nach Stockholm hat ein Skoda Citago jüngst im Schnitt 2,3 kg/100 km verbraucht. Die Tankkosten blieben dabei unter 100 Euro, der CO2-Ausstoß betrug ganze 65 g/km. Hierzulande sparen Erdgasfahrer gegenüber Diesel ein Drittel und gegenüber Benzin die Hälfte der Tankkosten. Die Kfz Steuer fällt deutlich geringer aus als bei konventionellen Antrieben. Und auch die Einstiegspreise sinken: erste Modelle sind für deutlich unter 15 000 Euro zu haben. Peter Trechow/mid mid/pet

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