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Mercedes CLS 250 CDI Shooting Brake: Schöner Fahren

14 Oktober, 2013

Mit dem CLS präsentierte sich Mercedes 2004 ausnahmsweise einmal als Trendsetter. Viertürige Coupés der Oberklasse sind seitdem auch bei Audi und BMW unverzichtbare Angebote. Mit der zweiten CLS-Generation ab 2011 gingen die Schwaben 2012 einen Schritt weiter. Die Kombi-Version CLS Shooting Brake ist wieder einzigartig, im allerbesten Sinne.

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Der Begriff "Shooting Brake" steht im Autobau traditionell für hochwertige, teils von Hand gebaute Kombi-Versionen von Luxus-Coupés. Shooting Brakes finden sich beispielsweise in den Annalen so erlauchter Marken wie Aston Martin. Nach dem Erfolg des CLS-Konzepts im Hause Daimler, den 36 825 Verkäufe alleine 2012 belegen dürfen, lag der Gedanke geradezu nahe, aus einem viertürigen Coupé noch einen passenden Kombi zu schneidern, der seit Oktober 2012 zu Verfügung steht.
Die avisierte Zielgruppe definiert weniger virtuell das übliche Marketing-Geschwurbel vom "urbanen, freizeitrorientierten Akademiker, Mitte 20, der über ein Netto-Monatseinkommen von 10 000 Euro verfügt", als vielmehr realistisch die Preisliste. Das 60-seitige Konvolut weist auf Seite 5 das "Basismodell" 250 CDI mit 61 761 Euro aus. Den oberen Abschluss der Preisliste bildet der CLS 63 AMG S 4Matic als Shooting Brake für 132 982 Euro. Dafür gibt es 430 kW/585 PS. Liegt die Hemmschwelle beim Studium der Preisliste für den CLS Shooting Brake entsprechend niedrig, sammeln sich ruckizucki Nettigkeiten für weitere 30 000 bis 40 000 Euro an. Ergo sind die Kunden in Realiter an Jahren gereift und wirtschaftlich solvent gegründet.
Somit steht von vornherein fest, dass einem CLS Shooting Brake nicht die Lösung von Transportaufgaben aus den Bereichen "Hamsterkauf im Gartencenter", "Früchte-Großmarkt" oder "Handwerker-Bedarf" in die Wiege gelegt sind. Sie stellen angesichts eines Ladevolumens von 590 Liter bis maximal 1 550 Liter bei umgeklappten Fondsitzen aber keine Prüfungen dar, vor denen der edle Kombi kapitulieren müsste. Doch generiert das Ladeabteil eher für schweinslederne Reisekoffer, für Golfbags oder wie in diesem Falle für Gitarrenkoffer feiner Labels wie "Gibson" oder "Duesenberg" den artgerechten Lebensraum. Vor allem wenn weitere 4 700 Euro in den Ladeboden aus Kirschbaumholz geflossen sind.
Die unverwechselbare Linie des 4,96 Meter langen Shooting Brake ist fließend und transportiert einen so vertäglichen Schuss Exzentrik, dass sie den CLS-Eigner nicht als solventen Kauz als vielmehr als geschmackssicheren Individualisten präsentiert, der sich einfach einmal etwas so Hübsches gegönnt hat, das nicht einmal die engagierten Adepten der Neidgesellschaft dazu provoziert, ihre Hammel-Hörner in Stellung zu bringen. Der Innenraum weist zum normalen CLS keinerlei Veränderungen auf. Die Gestaltung ist stimmig und generiert in Begleitung feiner Materialien und makelloser Verarbeitung eine erfreuliche Wohlfühlatmosphäre, die jeder langen Reise den Schrecken nimmt und auch in hartleibigen Autobahnstaus allen Stressfaktoren signalisiert: "Wir müssen leider draußen bleiben!"
Perfekt gesichert in den Sitz geschmiegt, beginnt die zweiwöchige Testphase mit einem spannenden Experiment. Die Suche nach der Antwort auf die Frage, benötigt so ein Fahrzeug zwingend die Power mächtiger V6-Diesel oder gar V8-Benziner, oder liefert bereits der Basismotor befriedigende Fahrergebnisse? Der kleinste für den CLS Shooting Brake erhältliche Motor ist der Vierzylinder-Diesel mit 2,2 Litern Hubraum, der 150 kW/204 PS mobilisiert. Da er laut Datenblatt den 1 865 Kilo schweren Kombi bereits in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 stemmt, scheint das Leistungsangebot bereits auf dem Papier als ausreichend. Und wenn sich in der Praxis zudem das stramme maximale Drehmoment von 500 Newtonmeter bereits ab 1 600/min über die siebenstufige Automatik hermacht, glänzt der Antrieb im allgemeinen Fahrbetrieb mit prächtigem Antritt und lückenloser Durchzugskraft, die den Fahrer auf freier Piste beständig in die subversiven Geschwindigkeitsregionen jenseits der 200 km/h lockt.
So gleitet er tagaus tagein mühelos dahin, der Shooting Brake, er bügelt mit seinem Fahrwerk fehlerfrei alles Unbill vernachlässigter Straßnetze aus, hält jedes Wind- und Antriebsgeräusch von den Passagieren fern. Lediglich die Tankuhr bereitet dem Neuling Kopfzerbrechen, weil das 59-Liter-Reservoir noch nicht einmal mit Nachdruck das Befüllen anmahnt, wenn sich nach gleichmäßiger Fahrt der Tageskilometerzähler der 1 000-km/h-Marke nähert. Selten kam ein Fahrzeug in der Praxis näher an seinen Normverbrauch heran, der in diesem Fall 5,3 Liter beträgt. Und selbst wenn in sommerlicher Nacht die Strecke Nürnberg-Düsseldorf nach weniger als vier Stunden abgehakt ist, meldet der Bordcomputer nicht mehr als 7,4 Liter pro 100 Kilometer. Dafür ist sogar verzeihlich, dass der Motor beim Anfahren oder Rollen in der Stadt doch arg basis-droschkenmäßig blechern klingt.
Aber wie sagt der Brite als Erfinder des Shooting Brakes: "Nobody ist perfekt". Ansonsten kommt der CLS 250 CDI Shooting Brake diesem Ideal schon verdammt nahe. Thomas Lang/mid

Bewertung:
Plus: Prima Platzangebot, kräftiger, extrem sparsamer Motor, ausgezeichneter Fahrkomfort, umfangreiche Sicherheitsausstattung.
Minus: Hohes Kostenniveau bei der Anschaffung, zahlreiche, aber teilweise extrem teure Ausstattungsoptionen.

Bildquelle: Daimler, Bildunterschrift: mid Düsseldorf - Die "Shooting Brake" genannte Kombiversion des viertürigen Coupés CLS bietet Mercedes seit Oktober 2012 zu Preisen ab 61 761 Euro für den CLS 250 CDI an.

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