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Crossover Nissan Juke: Erfolgsrezept Einzigartigkeit

25 April, 2013

Fast jeder zweite Neuwagen in Deutschland ist ein Fahrzeug aus der Kleinwagen- und Kompaktklasse. Im März 2013 bestritten die beiden Segmente 42,5 Prozent aller Neuzulassungen. Wer gegen die Platzhirsche Polo und Golf von VW oder Corsa und Astra von Opel bestehen will, sucht sich am besten eine Nische. Wie beispielsweise der Nissan Juke. Der solitäre Japaner bietet Abenteuer im Alltag ohne Risiken und Nebenwirkungen.

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Eigentlich sollte jeder Motorjournalist stets ein Bild des Nissan Juke bei sich führen. Um jede müßige Diskussion zum Thema "heute sehen doch alles Autos gleich aus" im Freundes-, Redaktions- oder Bekanntenkreis sofort im Keim zu ersticken. Es reicht ein schneller Griff in die Brieftasche, um mit dem Abbild des 4,16 Meter langen Vietürers die These von der Uniformität moderner Autos zu widerlegen. Als Alternativen bieten sich der VW Beetle oder ein Toyota Prius an. Fahrzeugkonzepte, die formal oder technisch ihren eigenen Weg gehen sind das Salz in der Suppe des Angebots in den Segmenten, die europaweit die wichtigsten sind, und ein Erfolgsrezept. Nissan verkaufte bislang vom Juke seit der internationalen Markteinführung 2010 mehr als 300 000 Einheiten. Obwohl er in Europa primär für die Märkte der alten Welt entstand, überzeugt das Konzept auch Amerikaner und Japaner. Statt der vorsichtig avisierten 1 300 Einheiten für den ersten Verkaufsmonat, überrollten japanische Kunden die Händler mit knapp 20 000 Bestellungen in den ersten drei Monaten.
Der Nissan Juke konstituierte sich als Kombination eines unverwechselbaren, durchaus polarisierenden Designs und einem neuen Fahrzeugkonzept. Die Planer verbanden einen klassischen viertürigen Kompakten mit den Elementen eines SUV. Ein solches Fahrzeugkonzept bezeichnet das Neudeutsch als "Crossover". Also als Auto, das sich nicht auf eine klassische Fahrzeuggattung beschränkt, sondern mindestens zwei kombiniert. Das Design des Juke war von Beginn an eine klare Absage an automobile Langeweile. Der Hersteller präsentierte 2009 auf dem Genfer Automobilsalon die Studie Quazana. Eine 4,06 Meter lange Provokation auf fetten 20-Zöllern, die Assoziationen mit einem Buggy ebenso weckte, wie an ein viersitziges Motorrad. Da die Designer an einer extrem langen Leine agieren durften, fiel auch der Innenraum ebenso innovativ wie knallig aus. Weiche Materialien wechseln sich mit harten ab, Metall mit Leder. Ein zentraler Bildschirm mit Touchscreen erlaubt die Regelung der Fahrzeugfunktionen bis hin zum Betriebmodus des Allradantriebs.
Zwei Jahre später war der Quazana zum serienmäßigen Juke gereift. Für das Design zeichnete das europäische Designzentrum der Japaner in London verantwortlich. Den äußeren Auftritt des Crossovers prägen die größten runden Scheinwerfereinheiten für Nebelleuchten seit den Rallyemeisterschaften der Sechziger und Siebziger und die abgerundete Dachlinie, die den Viertürer wie ein Coupé erscheinen lässt. Die Hauptscheinwerfer ziehen sich als schmale Streifen über die Kotflügel. Dem Dasein eines alltagstauglichen und wirtschaftlichen Vertreters der Kompaktklasse fiel die exzentrische Ausstattung der Studie Quazana zum Opfer. Ein wenig Motorrad lebt im Juke weiter. In Form der Armaturen beispielsweise, deren Anzeigen beim Aktivieren der Zündung voll ausschlagen. Die erhöhte Sitzposition erleichtert einerseits den Aus- und Einstieg und die Übersichtlichkeit, der Juke ist aber durchaus sportlich ausgelegt. Dank umlegbarer Rücksitzlehnen entsteht ein flacher Laderaum mit einem maximalen Volumen von 830 Litern.
Die Motoren verleihen dem jeweiligen Juke die Attribute "munter" für die 1,6-Liter-Benziner mit 69 kW/94 PS beziehungsweise 86 kW/117 PS, "wirtschaftlich" für den 1,5-Liter-Diesel mit 81 kW/110 PS und "richtig sportlich" für den aufgeladenen 1,6-Liter-Benziner mit 140 kW/190 PS und Allradantrieb, der aus dem Stand in 8,6 Sekunden auf Tempo 100 spurtet und 215 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht. Im Alltag darf es ruhig ein bisschen weniger sein. Der Basis-Benziner reicht aus, und lässt sich mit rund sieben Litern Benzin pro 100 Kilometer munter ausführen.
Der Nissan Juke überzeugt mit Unverwechselbarkeit und Alltagstauglichkeit. Als Musterknabe in der Kompaktklasse ist er nicht die richtige Besetzung. Ein VW Golf bietet mehr Platz im Innenraum und ein größeres Gepäckabteil. Was der Japaner mitbringt, ist sonst in der Klasse viel zu wenig zu finden: Charakter und die Motivation zur guten Laune, die nach mehr als zwei Jahren Marktpräsenz immer noch freundliche anerkennende Blicke sammelt. Es ist irgendwie wie damals in der Schule. Am beliebtesten war der Unkonventionelle mit den flippigen Klamotten und der Gipson-Gitarre. Den Primus hatte dagegen keiner wirklich lieb. Thomas Lang/mid
tl/mid, Bildquelle: Nissan
Bildunterschrift: mid Düsseldorf - Der Nissan Juke konstituierte sich als Kombination eines unverwechselbaren, durchaus polarisierenden Designs und einem neuen Fahrzeugkonzept.

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