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Verbrauchsoptimierung bei Porsche: Vom Fahrer zum Lenker

14 Mai, 2012

Übernimmt moderne Technik bei Porsche bald das Ruder? Der Sportwagenbauer Porsche befindet sich in permanentem Abwehrkampf gegen Vorwürfe, spritfressende

Spielzeuge für Reiche zu produzieren. Doch faktisch gehen die Fahrzeuge der Marke, gemessen an dem Leistungsvermögen und der bewegten Masse, eher wirtschaftlich mit dem Treibstoff um.
Die Einsparmöglichkeiten aus der Motorentechnik und die Reduzierung der Fahrwiderstände neigen sich jedoch einer Grenze zu: Einspritz-, Verbrennungs- und Abgastechnik sind so ausgereizt, dass sich nennenswerte Ergebnisse mit vertretbarem Kostenaufwand kaum noch erzielen lassen. Ähnliches gilt auch für die Einsparerfolge durch Leichtlaufreifen, Reduzierung des Luftwiderstandes sowie Verringerung der Reibungsverluste in Motor oder Getriebe. Und auch über Start-Stopp-Funktion und Rekuperation verfügen alle aktuellen Porsche-Modelle bereits. Doch die Technik könnten laut Porsche-Ingenieur Matthias Lederer noch wirksamer sein, werde der Einfluss des Menschen hinterm Steuer nachhaltig eingeschränkt. Die meisten Fahrer sind nämlich allenfalls nach intensivem Training in der Lage, wirklich sparsam zu fahren. An diesem Punkt setzt ein neues Forschungsprojekt von Porsche an, mit dem zehn Prozent weniger Spritkonsum drin sein soll.
Zur Steuerung von Sicherheits-, Warn- und Effizienzsystemen sammeln moderne Fahrzeuge ständig eine große Menge an Daten. Diese Bordsensorik will sich Lederer zunutze machen, um Fahrfunktionen zu beeinflussen und so den Verbrauch zu optimieren. Auf der Grundlage von detaillierten GPS-Daten und Navigationskarten sowie unter der Einbeziehung von Wettereinflüssen, Fahrbahnbelägen und Kurvenradien soll der Porsche der Zukunft das optimale Sparmobil werden.
Die Sache hat allerdings einen Schönheitsfehler: Der Fahrer wird kaum noch gebraucht. Soll das Auto Ressourcen schonend von A nach B fahren, muss sich der Einfluss des Fahrers aufs Lenken beschränken. Den Rest macht das System ACC InnoDrive genannte System. Die ersten drei Buchstaben stehen für "Adaptive Cruise Control", also die an die Verkehrssituation angepasste Geschwindigkeitsregelung. Staus und Kreuzungen, eine Bergkuppe oder das ideale Tempo für eine Kurvendurchfahrt erkennt das auf Kameras und Sensoren basierende System und beschleunigt beziehungsweise verzögert entsprechend verbrauchsoptimiert. An Ampeln oder im Stau stellt das System den Motor automatisch ab. Lederer schätzt aber, dass die Hersteller von Navigationsgeräten in frühestens zwei Jahren entsprechend detailliertes Kartenmaterial zur Verfügung stellen können.
Für den praktischen Einsatz scheinen Modelle wie Cayenne oder Panamera am besten geeignet. Den Fahrer eines 911 zum Lenk-Lakaien zu degradieren, mag sich bei Porsche derzeit jedoch niemand vorstellen.
Axel F. Busse/mid afb/mid Bildquelle: Porsche

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