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Automobil und Multimedia wachsen zusammen

13 Januar, 2012

Wie sieht das Cockpit der Zukunft aus? Wie lässt es sich bedienen? Welche noch ungeahnten Möglichkeiten stecken in der Mulitmedia-Technik?

Autobauer haben ein Problem mit ihren zukünftigen Kunden. Es sind jene Kinder und Jugendliche, die mit Facebook, Twitter, Touchscreen, Smartphone, Apps und Google heranreifen. Und die in fünf oder zehn Jahren den Kauf eines Autos, wenn sie denn überhaupt eines besitzen möchten,vermutlich von völlig anderen Kriterien abhängig machen als wir es heute tun. Nicht Hubraum, Leistung oder Höchstgeschwindigkeit spielen für sie eine Rolle, sondern wie gut das Auto mit der multimedialen Welt vernetzt ist, wie einfach es sich bedienen lässt und wie cool das Cockpit rüberkommt. Dann ist angesagt: 3D-Animation statt Drehzahlmesser, Sprach- oder Gestensteuerung statt Schieberegler, Online statt Offroad.
Die kommende Generation will überall auf Informationen zugreifen können. Auch im Auto, in dem wir bei zunehmender Verkehrsdichte vermutlich immer mehr Zeit verbringen werden. Connectivity ist hier ein wichtiger Schlüssel zur Unabhängigkeit, sagt Dieter Zetsche. Der Daimler-Vorstandschef hielt dieser Tage die Leitrede auf der weltgrößten Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas, einer Messe, bei der sich Autoentwickler noch bis vor wenigen Jahren so deplaziert vorkamen wie ein Vegetarier im Metzgerladen. Nun wächst zusammen, was zusammen gehört. Gerade an den Schnittstellen von Kommunikation und Mobilität schlummern riesige Innovationspotenziale, sagt Zetsche. So wie ein Smartphone weit mehr als nur ein Telefon sein kann, so kann auch ein smartes Auto mehr sein als nur ein Transportmittel.
Messebesuchern der CES bot Mercedes denn auch gleich einen Zeitsprung ins nächste Jahrzehnt an.

Wie sieht das Cockpit der Zukunft aus und wie lässt es sich bedienen? Im DICE (Dynamic & Intuitive Control Experience), einer Art Cockpit-Simulator, wird die gesamte Windschutzscheibe zu einem hochauflösenden Head-up-Display. Das Armaturenbrett gleicht in voller Breite einem riesigen Bildschirm. Nicht mehr als eine berührungslose Geste ist nötig, um eingeblendete Symbole zu aktivieren. Fährt beispielsweise das Auto an einem Restaurant oder Museum vorbei, erhält der Fahrer mit einer einfachen Handbewegung die nötigen Infos in die Scheibe gespiegelt und kann mit einem weiteren Schnipp Tickets oder einen Tisch bestellen. Nach dem gleichen Prinzip lassen sich Freunde anrufen, Emails vorlesen oder Sehenswürdigkeiten abfragen.
Möglich sind solche Dienstleistungen nur durch einen sicheren und schnellen Internetzugang. Premium-Hersteller wie Audi, Mercedes, Porsche und BMW haben ihn seit einigen Jahren im Angebot. Das Auto war bisher das am wenigsten vernetzte Teil unseres Lebens, sagt Ricky Hudi, Leiter der elektronischen Entwicklung bei Audi. Hudi sieht im Multimedia- und Telematik-Bereich noch eine Fülle von ungenutzten Möglichkeiten. So lassen sich zum Beispiel mit einem GPS-Handy fotografierte Bilder im Navi abspeichern. Auf Wunsch führt das System den Fahrer dann zu den Koordinaten des Aufnahmeortes.
Das Internet könnte hinter dem Armaturenbrett schon bald eine Lücke entstehen und manche Hardware überflüssig werden lassen. Als nächstes ist wohl der CD- oder DVD-Player dran, glaubt Ralf Lamberti, Entwicklungsleiter Infotainment bei Mercedes. Auch ein realer Radiotuner müsste nicht mehr an Bord sein. Das System holt sich sämtliche Daten aus der sogenannten Cloud, jener nebulösen Wolke in der Welt des World Wide Web, in der auf externe Server im Netz zurückgegriffen werden kann. Fast jeder Radiosender lässt sich so empfangen in glasklarer Klangqualität. Oder man zapft von unterwegs die eigene Musikbibliothek zu Hause an, bucht ein Hotelzimmer, fragt das Wetter entlang der Reiseroute ab oder lässt sich exakt jene Tankstelle in der Nähe nennen, an der das Benzin gerade am günstigsten ist.
Schritthalten können die Autohersteller aber leider nicht mit der irren Geschwindigkeit, mit der die Consumer Electronics schnellere Chips und bessere Benutzeroberflächen auf den Markt wirft. Schließlich dauert die Entwicklung eines Autos über drei, sein Lebenszyklus (bis zum nächsten Modell) rund sieben Jahre. Da muss man sich früh festlegen, sagt Lamberti. Doch auch hier ist eine Lösung in Sicht zumindest teilweise. Viele Funktionen lässt man nicht über die bordeigene Software laufen, sondern über die Rechner der angedockten, immer leistungsfähigeren Smartphones. Und schließlich konstruiert man neben Update-fähiger Software auch die Hardware so, dass einzelne Bausteine im Zuge einer Modellpflege werksseitig ausgetauscht werden können. Audi führt dieses Prinzip jetzt erstmals im neuen A3 ein, Mercedes nächstes Jahr in der kommenden S-Klasse. Michael Specht/mid ms/mid Bildquelle: Continental

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