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Buchtipp: Darwins Gesetz in der Automobilindustrie

17 August, 2011

Ein etwas anderes Buch über Autos beziehungsweise die Automobilhersteller hat der Diplom-Volkswirt und Diplom-Kaufmann Dr. Helmut Becker geschrieben. Mit seinem Werk Darwins Gesetz in der Automobilindustrie - Warum deutsche Hersteller zu den Gewinnern zählen" blickt er aus der wissenschaftlich-evolutionären Perspektive auf diese Branche, die mit ihren Produkten Menschen in mehrfacher Hinsicht bewegt, besonders in Deutschland.

Doch den Leser erwarten keinesfalls 300 Seiten voller trockener Materie und öden Bilanzen, sondern sechs Kapitel mit fundierten Erhebungen und soliden Analysen, die hier und da mit einer Priese Ironie und Witz gewürzt sind.
Becker gliederte seine Ausführungen in drei Teile. Im ersten Teil zeigt der Gründer des Instituts für Wirtschaftsanalysen und Kommunikation (IWK) die Parallelen zwischen Evolution und Selektion in der Natur und in der Automobilindustrie auf. Auf dieser Basis werden Erkenntnisse über die Überlebensfähigkeit der Hersteller, speziell der deutschen Automobilindustrie, im zweiten Teil gewonnen. Eine empirische Analyse der Standortbestimmung hiesiger Produzenten und ein Einschätzung der Zukunft der Branche wird schließlich im dritten Teil des Buches geliefert. Ein besonders Anliegen des Autors ist dabei aufzuzeigen, warum es der deutschen Industrie gelingen kann, das Naturgesetz der Selektion für sich positiv zu nutzen ? das gibt Becker unumwunden zu und es gelingt ihm auch recht überzeugend.
Bei seinen Ausführungen wird kein namhafter Hersteller übersehen oder geht unter ferner liefen verloren. Fast kann behauptet werden, dass jeder sein Fett abbekommt. Das gilt besonders für das Kapitel "Die Karten werden neu gemischt: Vom Aufstieg und Fall wesentlicher Marktspieler", da bereits im ersten Unterkapitel Toyota unter der Überschrift "Nichts ist unmöglich: Ein Weltmarktführer demontiert sich selbst!" behandelt wird. Trotz einer schonungslosen Darstellung des Qualitätsdebakel im Frühjahr 2010 sieht Becker nicht schwarz für die Zukunft Toyotas. Seiner Meinung nach ist es aber unterlässlich für den japanischen Hersteller, dem er ein solide Substanz attestiert, sich wieder auf die Werte der alten Toyoda-Generation zu besinnen und diese wiederzubeleben. Gut beleuchtet wird auch Ford unter der Überschrift "Gediegene Unauffälligkeit: Eine Pflaume hält Kurs". Während sich General Motors und Chrysler dem Fokus der Öffentlichkeit im Niedergangszenario der US-amerikanischen Automobilindustrie nicht entziehen konnten, verstand es Ford, sich still und leise zu verhalten und zugleich hinter den Kulissen fleißig zu arbeiten - mit dem Effekt, heute marktgerechte Fahrzeuge zu offerieren, die ihre Abnehmer finden. Der von Ford und der deutschen Ford-Tochter eingeschlagenen Weg findet auch in Beckers Augen Würdigung, der nicht zum Übermut verleiten darf, sondern eine Weiterentwicklung benötigt.
So arbeitet sich der IWK-Gründer durch die Automobilindustrie, um schließlich im Schlusskapitel darzulegen, nicht nur dass, sondern auch warum die deutsche Automobilindustrie gute Zukunftschancen hat. Wer sich also nicht nur für Autos im Allgemeinen interessiert, sondern auch für die Pkw-Industrie und ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten, der wird dieses Buch gern lesen. Das Werk ist erschienen im Springer-Verlag und kostet 39,95 Euro. kosi/mid
Bildquelle: Springer

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