Fahrsicherheit im Winter
 

Fahrsicherheit im Winter
Autoreifen, Reifenfülldruck, Mindestprofiltiefe


Vorausschauendes Autofahren im Winter mit den geeigneten Autoreifen und Luftdruck. Die Fahrsicherheit im Winter stellt hohe Anforderungen an Fahrzeug und Fahrer.
Besonders im Winter ist das Wetter oft schlecht: Glätte, Nässe und Matsch machen Autofahren riskant, es sei denn, Sie beachten einige Tipps rund um die Fahrsicherheit.

Zur Fahrsicherheit im Winter gehört unter anderem den Abstand vergrößern, das frühzeitiges Erkennen von Gefahren, die Geschwindigkeit reduzieren, die Drehzahl des Motors niedrig halten, früh hochschalten und gekonntes Ausweichen. Auf glatten Straßen ist es ratsam, immer einen Gang niedriger zu schalten als gewöhnlich. Ebenso sollten Sie regelmäßig den Reifendruck kontrollieren, denn das kann sowohl die Fahrsicherheit als auch die Lebensdauer der Autoreifen erhöhen.
Rüsten Sie rechtzeitig vor Wintereinbruch auf Allwetter- oder Winterreifen mit dem sogenannte „Alpine“-Symbol um. Diese Reifen sorgen für bessere Fahrbahnhaftung und verhindern durch ihre speziellen Profileigenschaften, dass Sie ins Schleudern geraten. Bis spätestens 01. Oktober 2024 (Übergangsfrist) gelten als Winterreifen nur noch Reifen, die mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sind.

Nur kompletter Winterreifensatz sorgt für Fahrsicherheit
Montieren Sie unbedingt alle vier Winterpneus! Keinesfalls sollten Sie nur die Antriebsachse mit Winterreifen ausstatten, da sonst die Gefahr besteht, dass das Fahrzeug ins Schleudern kommt – vor allem in Kurven! Spätestens ab dem 01. Juli 2020 müssen auch die vorderen Lenkachsen von Bussen und Lastkraftwagen mit Winterreifen ausgestattet werden. Bislang gilt die Winterreifenpflicht für Busse und LKW ausschließlich für die Antriebsachse.

Reifenfülldruck im Winter - Wie soll der Luftdruck bei Winterreifen sein?
Bei Sommer- und Winterreifen hängt der optimale Reifendruck vom jeweiligen Reifenmodell und von der Beladung des Fahrzeugs ab. Beachten Sie, dass im Winter falsche Luftdruck-Messwerte entstehen können. In kalter Umgebung kann es passieren, dass Ihnen ein niedrigerer Luftdruck angezeigt wird, als tatsächlich vorhanden. Ein kleines Beispiel verdeutlicht das: Beträgt der gemessene Wert bei +20°C 2 bar, werden für den selben Autoreifen bei einer Umgebungstemperatur von +8°C nur noch 1,9 bar angezeigt. Da der Luftdruck nicht ständig manuell den Außentemperaturen angepasst werden kann, kann es bei länger anhaltender Kälte sinnvoll sein, 0,2 bar mehr zu befüllen. Kontrollieren Sie den Reifenfülldruck häufiger, denn besonders bei Eis und Schnee sollten Sie darauf achten, dass Ihre Reifen so gut wie möglich an der Straße haften.

Wie funktionieren Schneeketten?
Generell tragen Schneeketten zur Fahrsicherheit bei. Schneeketten verbessern den Gripp und helfen Ihrem Fahrzeug, auf verschneiten oder vereisten Straßen vorwärtszukommen. In manchen Gebieten besteht Schneekettenpflicht. Diese Gebiete dürfen Sie nur befahren, wenn Sie Ihrem Fahrzeug Schneeketten angelegt haben. Achten Sie darauf, dass die Schneeketten richtig auf Ihre Reifen passen; wichtig ist hier vor allem, dass zwischen Ketten und Karosserie noch Freiraum ist. Lassen Sie sich beim Kauf von Schneeketten von einem Reifenfachmann beraten! Dieser kann Ihnen auch sagen, ob Schneeketten für Ihr Fahrzeug zugelassen sind.
Haben Sie sich Ketten gekauft, sollten Sie das Anlegen und Demontieren unbedingt sofort üben. Denn bei einem plötzlichen Wintereinbruch oder Schneesturm könnten Sie gezwungen sein, die Ketten bei schlechten Witterungs- und Sichtverhältnissen anzulegen.

Winterreifenpflicht - Profiltiefe bei Winterreifen überprüfen
Seit 2017 wurde die sogenannte Winterreifenpflicht verschärft. Die bislang obligatorische M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr aus. Ab 2018 produzierte Reifen müssen das Schneeflocken-Symbol – ein Berg mit drei Spitzen – aufweisen, um verkehrsrechtlich als Winterreifen zu gelten. Reifen mit M+S Kennzeichnung, die vor dem 01.01.2018 produziert worden sind, können bis zum 30.09.2024 (Übergangsfrist) als Winterreifen gefahren werden.

Welche Mindestprofiltiefe sollten Winterreifen haben?
Wann ist ein Winterreifen abgefahren?

Die Profiltiefe eines Reifens ist mit entscheidend für seine Hafteigenschaften und damit für die Fahrsicherheit. Eine Profiltiefe von unter 4 mm führt bereits zu deutlich verringerter Haftung! Sie sollten die Reifen also keinesfalls bis auf den gesetzlichen Mindestwert (1,6 mm) abfahren. Sommerreifen wechseln Sie am besten ab 2 – 2,5 mm Profiltiefe und Winterreifen ab 4 mm. Reifen, die älter als 8 Jahre sind, sollten Sie nicht mehr verwenden. Die Profiltiefe von Neureifen ist von Modell und Hersteller abhängig. Fabrikneue Winterreifen haben in der Regel eine Profiltiefe von 9 Millimetern und Sommerreifen von 8 Millimetern.

Wie lagert man Winterreifen richtig ein?
Sie sollten Ihre Winterreifen richtig lagern, um eventuelle Reifenschäden vorzubeugen. Die Autoreifen sollten dunkel, kühl und gut belüftet gelagert werden. Die Temperatur sollte nicht unter den Gefrierpunkt sinken und nicht über plus 25 Grad liegen. Während der Lagerung sollten die Reifen nicht mit Lösungsmitteln oder Schmiermitteln in Kontakt kommen.
Wenn Sie am Ende des Winters Ihr Fahrzeug wieder auf Sommerreifen umrüsten, sollten Sie die demontierten Winterpneus zunächst kennzeichnen: So wissen Sie, welcher Autoreifen an welche Position gehört. Anschließend sollten Sie Reifen und Felgen gründlich reinigen und Fremdkörper entfernen. Lassen Sie die Reifen und Felgen gut trocknen, damit kein Rost entsteht! Am besten lassen Sie die Reifen gleich auf den Felgen montiert und lagern diese dann an der Wand hängend oder übereinander gelegt – möglichst an einem trockenen und kühlen Ort. Sollten Sie die Reifen von den Felgen abmontieren, lagern Sie sie stehend.

Wartung und Pflege Ihrer Reifen
Reifen sind besonders anfällig für Verschleiß, da sie der Teil des Fahrzeugs sind, der immer in Kontakt zur Fahrbahn steht. Hier haben wird für Sie die wichtigsten Infos zum Thema Reifenpflege und Reifenwartung zusammengestellt, damit bei Ihnen auch in Zukunft alles rund läuft: Reifenwartung und Pflege

Wie vermeidet man Reifenschäden?
Ein beschädigter Reifen kann gefährlich sein! Überprüfen Sie Ihre Reifen deshalb regelmäßig auf Risse und andere Beschädigungen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, hier einige Tipps – damit Ihren Reifen nicht die Puste ausgeht:
  • Fahren Sie nur langsam und möglichst im rechten Winkel auf Bordsteinkanten.
  • Achten Sie auch darauf, dass die Autoreifen nach dem Einparken nicht gegen den Bordstein gequetscht werden.
  • Lagern Sie Ihre Reifen trocken und kühl.
  • Fahren Sie mit angemessenem Reifenfülldruck.
  • Lassen Sie regelmäßig die Einstellung des Fahrwerks überprüfen (Spur etc.).
Außerdem sollten Sie Ihre Reifen auswuchten und bei jedem Reifenwechsel die Reifenventile auswechseln lassen.



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