Auto-Testbericht: Kia Opirus 3.8 V6 EX
 

Auto-Fahrbericht - Der neue Kia Opirus im Test


Aktuelle Auto Fahrberichte - Im Test der neue Kia Opirus 3.8 V6 EX - Komfortables Flaggschiff der Kia Flotte zum unschlagbaren Preis

Kia Opirus 3.8 V6 EX aussen Noch ist der Kia Opirus ein Exot unter den Limousinen auf deutschen Straßen. Dabei hat der gänzlich überarbeitete Koreaner seinem Käufer viel Luxus und Eleganz zu bieten. Die überarbeitete Fassung des Kia Flagschiffes Opirus, der Kia Opirus 3.8 V6 EX, ist eine in völlig neuem Glanz erstrahlende, beeindruckende Limousine mit einem 3,8 Liter Benziner-Motor und 5-Stufen-Automatik geworden, die mit viel Komfort und trotzdem einem erstaunlich günstigen Preis von 39.900 Euro aufwartet. Derzeit ist der Opirus noch ein Exot auf Deutschlands Straßen. Auf den ersten Blick scheint er es jedoch mit der deutschen Konkurrenz durchaus aufnehmen zu können. Wie gesagt, auf den ersten Blick, jedoch auch auf den Zweiten? Wir wollten es genau wissen und haben uns den Stolz des Kia Konzerns einmal in allen Einzelheiten für Sie angeschaut.
Design
Frontpartie Seine Designer haben dem Opirus eine neue, einheitlichere Optik verliehen, die in vielerlei Hinsicht an das Aussehen der Mercedes E-Klasse erinnert. Der vordere Teil der Motorhaube wurde im Vergleich zum Vorgängermodell abgesenkt und auch der Kühlergrill wurde weiter nach vorne gerückt. Im hinteren Teil des Wagens wurde die Kofferraumklappe erhöht und der Überhang des Heckes vergrößert, so dass das Auto auf eine Länge von exakt fünf Metern angewachsen ist. Das Heckfenster fällt steil zu Kofferraum hin ab, was Autoliebhaber ein wenig an die Optik amerikanischer Limousinenmodelle denken lässt. Die Xenon-Frontscheinwerfer und die vertikalen Heckleuchten wurden durch die Designer weiter optimiert und optisch ansprechender in das Gesamtbild eingepasst. Die extrem großen Blinker unterscheiden das Kia Modell dann aber doch in sehr eindeutiger Weise von vergleichbaren Automodellen aus Deutschland. Die Auspuffanlage wurde mit zwei verchromten Endrohren ausgestattet und die deutlich weiter auseinander liegenden Radhäuser mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen versehen. Insgesamt weist der Wagen ein in sich stimmiges, elegantes Erscheinungsbild auf, dessen Überzeugungskraft höchstens durch die sehr groß geratenen Leuchtelemente und den sehr amerikanisch wirkenden Heckbereich für einige potentielle Kunden schnell schwinden könnte.
Im Innenraum
Innenraum wartet der Opirus mit einem eleganten, komfortablen und wahrlich edlen Erscheinungsbild auf. Die Instrumententafel ist übersichtlich angeordnet und leuchtet dem Fahrer mit Beginn der Dämmerung in sanften blauen Lichttönen entgegen. Der Tachoeinsatz leuchtet in elegantem weißem Licht alà Mercedes E-Klasse oder Audi A6. Schalthebel, Türverkleidung und Lenkrad sind mit schwarzem Leder veredelt, die Mittelkonsole und der Türrahmen mit schwarzen Holzapplikationen verziert. Besondere Bequemlichkeit, auch auf langen Strecken, wird den Insassen durch die weichen, ergonomisch optimal angepassten Ledersitze, die nur im vorderen Bereich etwas zu wenig Seitenhalt bieten, sowie die bemerkenswert weitläufige Kopf- und Beinfreiheit im insgesamt sehr großzügig ausfallenden inneren Bereich des Fahrzeugs geboten. Besonders die Insassen im hinteren Teil des Wagens profitieren von dieser Freiheit im Innenraum des Opirus. Darüber hinaus bietet der 500 Liter fassende Kofferraum auch reichlich Platz für Gepäckstücke aller Art. Die Klimaanlage mit Air-Control-System sorgt im Sommer, wie im Winter für das richtige, angenehme Raumklima. Das Interieur ist auf jeden Fall als einer der absoluten Pluspunkte beim Opirus zu werten. Man fühlt sich in dem geräumigen und edel ausgestatteten Innenraum auf Anhieb wohl und kann mit dem Auto sehr angenehm über weite Strecken reisen, ähnlich wie in einem hiermit durchaus vergleichbaren Audi A8. Einziger Minuspunkt sind der zu schwache Seitenhalt der beiden Vordersitze und das kleine Becker Navigationssystem, das eher wie ein Fremdkörper im Innenraum des Opirus wirkt.
Antrieb & Fahrverhalten
Heckansicht Der Opirus verfügt, anders als sein Vorgänger, über einen leisen und gleichzeitig leistungsstarken 3,8-Liter-V6-Motor, der eine Spitzenleistung von 196 kW (266 PS) vorweisen kann. Durch die Kraft dieses Vollaluminium-Aggregates beschleunigt der Wagen von Null auf 100 km/h in immerhin 7,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des Opirus beträgt 230 km/h. Leider ist die Kraft des Motors nur in den oberen Drehzahlbereichen wirklich zu spüren. Daneben ist der Verbrauch des Wagens mit über 13 Litern Benzin auf 100 Kilometern bei flotter Fahrt nicht erst auf lange Sicht gesehen viel zu hoch. Da es das Auto bis heute nicht in der Diesel-Variante, dafür jedoch mittlerweile zumindest in der umweltfreundlicheren Autogas-Variante gibt, sollte man bei der Anschaffung am besten gleich über diese 3700 Euro Aufpreis erfordernde Alternative nachdenken. Angesichts der Spritpreise ist der Ausstattungsaufpreis für ein Autogas-Fahrzeug für einen Vielfahrer im Nu wieder zurück geholt. Das Fahrwerk des Fahrzeugs ist deutlich zu weich eingestellt und somit eher auf Komfort, denn auf Sportlichkeit ausgelegt. Auch die per elektronischen Tastendruck wählbare Sportvariante des Fahrwerkes bringt keine merkliche Besserung dieses Zustands. Die ebenfalls eher schwammige, denn sportliche indirekte Lenkung und der Frontantrieb, den das Auto anstatt eines Allradantriebes aufweist, zeigt den Insassen deutlich, dass der Wagen eindeutig als ein komfortables Reisefahrzeug genutzt werden soll und nicht als schnittiges Hochleistungssportgerät.
Ausstattung
Innenansicht Zur serienmäßigen, jedoch auch hier bereits äußerst luxuriösen Ausstattung - beim Opirus gibt es dafür auch so gut wie keine weiteren optionalen Extras – gehören neben der Klimaanlage die beheiz- und kühlbaren Vordersitze mit Sitzbelüftung, die elektronische Memory-Funktion der Sitzeinstellung, die elektronisch in Höhe und Länge einstellbare Lenksäule, ein Tempomat mit Bedientastatur am Lenkrad, ein elektrisches Glasschiebedach, elektrische Fensterheber vorn und hinten, sowie beheizbare und elektronisch verstellbare Außenspiegel. Das kleine Becker Navigationssystem ist der einzige und wohl größte Minuspunkt in der Instrumententafel des Opirus. Es ist aufgrund der geringen Displaygröße und der umständlichen Menüführung während des Fahrens nur sehr schlecht erkenn- und bedienbar. Das größere, besser ablesbare DVD-Navigationssystem mit Kartendarstellung gehört jedoch ab dem Modelljahr 2009 nicht mehr zur Serienausstattung des Opirus und ist einer analogen Uhr gewichen. Auch sind technische Neuerungen, wie etwa ein Tempomat mit Abstandsregelung, eine Einparkautomatik oder auch schicke 18-Zoll Leichtmetallfelgen nicht für das Fahrzeug bestellbar. Dem geringen Preis des Wagens wird ganz offenkundig durch die nur sehr beschränkten Variationsmöglichkeiten bei der Ausstattung Rechnung getragen. Hier liegt eindeutig die größte Schwäche des Koreaners, der damit weit hinter seine deutsche Konkurrenz zurück fällt.
Sicherheit
Sicherheit In Punkto Sicherheit ist der Opirus mit einer Reihe optimaler Elemente zur Gewährleistung und Verbesserung des Insassenschutzes ausgestattet. Zum elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP), der Transaktionskontrolle (TCS), dem ABS-Bremssystem und dem Bremsassistenten (BAS) kommen innovative Details, wie Wasser abweisende Seitenfenster, eine insgesamt verstärkte Karosserie und aktive Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer hinzu. Darüber hinaus sorgen insgesamt acht Airbags im Front-, Seiten- und Kopfbereich für eine allgemeine Erhöhung der Sicherheit, sowohl für Fahrer und Beifahrer, als auch für die hinteren Insassen des Wagens. Hier kann durchweg von einer sehr zufrieden stellenden Sicherheitsausstattung der Kia Limousine gesprochen werden, die sich hier erfreulicherweise wieder mit den Ausstattungen vergleichbarer deutscher Limousinen messen kann.
Fazit
Sicherheit Der Slogan "The Power to surprise", mit dem der Kia Konzern für seine Fahrzeuge wirbt, trifft nur in bedingtem Maße auf den Opirus 3.8 V6 EX zu. Die Limousine der Koreaner kann sich vor allem aufgrund der unzureichenden innovativen Ausstattungsmöglichkeiten, des teilweise gewöhnungsbedürftigen Äußeren und wegen des inakzeptablen Navigationssystems nicht mit gleichwertigen Modellen aus dem Hause Mercedes oder Audi messen. Der Preis von 39.900 Euro ist für die gegebenen Ausstattungsmerkmale des Opirus äußerst attraktiv im Vergleich zu einer ähnlich ausgestatteten und motorisierten Mercedes E-Klasse oder einem Audi A6, für welche man schon mindestens 60.000 Euro übrig haben muss. Wenn man auf technische Highlights verzichten kann, und sich mit dem extravagantem Design anfreunden kann, so sollte man zum, im Vergleich zu deutschen Fahrzeugen dieser Klasse, immerhin etwa 20.000 Euro günstigeren Opirus greifen.
Technische Daten
Hubraum*: 3778 ccm
Leistung nach EG-Norm (kW / PS bei U/min)*: 196 / 266 bei 6000
Drehmoment nach EG-Norm (Nm bei U/min)*: 353Nm bei 4500
Getriebe: 5-Stufen-Automatik
Höchstgeschwindigkeit*: 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h*: 7,5 s
*Werksangaben

Redakteur: Marc Härtel LeasingTime.de - Automarkt für Leasingfahrzeuge
(Bildquelle: Kia)



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