Oldtimermesse in Paris: Autobauer Citroen zeigt Concept-Cars, DS die Staatslimousinen
26 Januar, 2026
Mit einem über 500 Quadratmeter großen Stand und einem halben Dutzend Konzeptfahrzeugen von
einst präsentiert sich Autobauer Citroën bei der 50. Auflage der Rétromobile (28.2. bis 01.02.) in Paris. Der vor zehn Jahren abgespaltene Premiumableger DS Automobiles widmet sich derweil den Limousinen der französischen Staatspräsidenten. Erstmals zeigt sich auch Opel auf der Messe für historische Fahrzeuge, die zusätzlich auch Neuheiten eine Bühne bietet.
Die Brücke in die Gegenwart schlägt der Autobauer Citroën mit dem Elo. Der erst kürzlich vorgestellte 4,10 Meter lange Van knüpft zum Beispiel an die Studie Xanae von 1994 an, einem Pionier des familienorientierten MPV-Innenraums, der für gemeinsame Momente konzipiert wurde. Der Einstieg wurde durch zwei säulenlose Türen und drehbare Vordersitze erleichtert, so dass die Insassen sich gegenübersitzen konnten. Die umklappbare Rückbank mit abgerundetem Design bot außergewöhnlichen Komfort. Formal knüpfte später der Xsara Picasso ein wenig an die Studie an.
Der zentral positionierte Fahrersitz in Kombination mit der 180-Grad-Panorama-Windschutzscheibe des Elo wiederum erinnert an das Konzeptfahrzeug Karin aus dem Jahr 1980 mit seiner zentralen Fahrposition und seiner futuristischen, von einem Joystick inspirierten Schnittstelle. Dazu gab es in elektronisches Fahrinformationsdisplay und eine Fahrzeugzustandsüberwachung. Mit dem drehbaren Sitz konnte ein gemeinsamer Arbeits- oder Sozialraum geschaffen werden. Der pyramidenförmig gezeichnete Karin war ein Entwurf des französisch-italienischen Designers Trevor Fiore. Es handelte sich um eine Styling-Studie, die auch dazu diente, die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen.
Das Mono-Cab-Design des Elo interpretiert die Form des C 10 von 1956 neu, der ebenfalls ein außergewöhnliches Platzangebot zeigte. Die Konstrukteure orientierten sich seinerzeit an Techniken aus der Luftfahrt. Von seinen Konstrukteuren „Wassertropfen” genannt, beeindruckte der C 10 durch seine markante Silhouette.
Der ökologische Ansatz des Elo fand sich 2007 auch beim C Cactus, der den Weg zur Einfachheit und zum Materialrecycling vorzeichnete. Dafür standen die Stoffe aus Oli-Reststoffen, die in Zusammenarbeit mit Decathlon entwickelt wurden. Den Umweltaspekt unterstrich auch der Antrieb, der als Diesel-Hybrid ausgelegt war.
Vorserien-Ente
Ebenfalls zu sehen ist der 1988 vorgestellte Activa 1. Der Forschungsprototyp kombinierte eine Hochdruck-Hydraulikfederung mit einer eingebetteten elektronischen Steuerung. Drei mit dem Hydrauliksystem verbundene elektronische Steuergeräte regelten Assistenzfunktionen wie Federung, Lenkung und Bremsen. Der Activa 1 war das erste Citroën Konzept mit einem Head-up-Display und mehreren Bildschirmen, das moderne Benutzeroberflächen vorwegnahm.
„Vier Räder unter einem Dach“ – so lautete die Definition des 1936 bei Citroën ins Leben gerufenen TPV-Projekts (Toute Petite Voiture). Ziel war es, ein sparsames Auto zu entwickeln, das vier Personen und 50 Kilo Gepäck, damals Kartoffeln, mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h befördern konnte und dabei maximalen Komfort bot. Die Sitzbank war herausnehmbar. 1939 wurde die Produktion einer ersten Serie von 250 Einheiten im Vorfeld des Pariser Autosalons aufgenommen. Die für Oktober geplante Veranstaltung wurde jedoch aufgrund des Kriegseintritts Frankreichs abgesagt. Alle Fahrzeuge, die auch optisch die legendäre „Ente“ bereits vorwegnahmen, wurden zerstört, bis auf vier. Das erste wurde 1968 wiederentdeckt und seitdem vollständig restauriert; es ist dasjenige, das auf dem Stand ausgestellt ist. Die anderen drei wurden 1997 auf dem Dachboden eines Bauernhauses auf dem historischen Gelände des Citroën-Testzentrums La Ferté Vidame im Departement Eure-et-Loir gefunden.
1939 entstanden auch die ersten von sechs Prototypen des Traction Avant 15-6 Cabriolet mit Sechs-Zylinder-Motor, um die Modellreihe neben den langen Limousinen- und Familienversionen zu vervollständigen. Weltweit existieren nur noch drei Fahrzeuge, darunter das rote Exemplar, das auf der Rétromobile-Messe ausgestellt wird und bereits bei der ersten Rétromobile vor 50 Jahren zu sehen war. Er stammt aus den Reihen des Clubs La Traction Universelle.
Zwei DS 21 von Charles de Gaulle
Auf dem 250 Quadratmeter großen Stand von DS empfangen der Citroën DS 21 Pallas und der DS 21 Présidentielle, die von Charles de Gaulle in den 1960er Jahren genutzt wurden, das Publikum. Das Quartett der Staatslimousinen wird komplettiert durch einen SM Présidentielle, der ab 1972 über Jahrzehnte vier Präsidenten diente, und der neue DS No. 8 Présidentielle aus dem aktuellen Fuhrpark des französischen Staates. Dazwischen kam bei der feierlichen Amtseinführung von François Hollande im Mai 2012 ein speziell gefertigtes DS 5 Cabriolet zum Einsatz, das später zum offiziellen Fahrzeug des Präsidenten wurde. Emmanuel Macron fuhr fünf Jahre später bei seiner Amtseinführung in einem DS 7 Crossback Présidentielle durch Paris und nutzte diesen später für offizielle Anlässe. Im Juli 2022 trat ein DS 7 Élysée die Nachfolge an. Ergänzt wird die Präsentation durch eine Ausstellung historischer Fotos.
Der auf dem Salon Rétromobile ausgestellte DS 21 Pallas stammt von Ende September 1965 und ging Anfang Oktober in den Fuhrpark des damaligen Präsidenten Charles de Gaulle, der ab 1958 bereits einen DS 19 als Staatslimousine nutzte. Der 21 DS Pallas verfügte über spezielle Ausstattungsmerkmale, darunter seitliche Sonnenblenden im Fond, Halterungen für Standarten am vorderen Stoßfänger, ein Hoheitsabzeichen sowie eine Dokumentenhalterung an der Armaturentafel.
Charles de Gaulle nutzte den Wagen hauptsächlich für die Fahrten zwischen dem Präsidentenbüro im Pariser Élysée-Palast und seinem Wohnsitz in Colombey-les-Deux-Églises rund 250 Kilometer im Südwesten der französischen Hauptstadt. Im November 1967 wurde das Fahrzeug an den Geschäftsführer der dortigen Molkereigenossenschaft verkauft. Es blieb bis 2021 im Besitz seiner Familie. Nach einem weiteren Verkauf wurde der berühmte DS 21 im Oktober 2023 versteigert und erzielte einen Preis von 59.040 Euro. In den vergangenen zwei Jahren wurde die ehemalige Präsidentenlimousine unter Wahrung ihrer Authentizität behutsam restauriert. Im vergangenen September war die DS 21 Pallas anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals im Ehrenhof des Élysée-Palasts erstmals wieder öffentlich zu sehen.
1968 bestellte die französische Präsidentschaft ein neues Repräsentationsfahrzeug, das am 14. November des Jahres ausgeliefert wurde. Der mit einem verlängerten Radstand versehene Citroën 21 Présidentielle sollte ein Kriterium erfüllen: De Gaulles neue Staatslimousine musste auf jeden Fall größer sein als das Repräsentationsfahrzeug des damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson. Die vom renommierten Karosseriebauer Henri Chapron modifizierte Staatslimousine war bei einem Radstand von 3,78 Metern 6,53 Meter lang und 2,13 Meter breit.
Ein Klappsitz für den Dolmetscher
Zur Ausstattung zählten insgesamt sechs Scheinwerfer, Lauflichter am Heck für die Blinker, beleuchtete Standarten und ein in die Motorhaube integriertes, ebenfalls beleuchtetes Hoheitsabzeichen. Eine gewölbte Trennscheibe trennte die vordere Sitzbank von den Passagieren im Fond. Der Innenraum wies eine braune Lederausstattung, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, direkte und indirekte Beleuchtung, eine Gegensprechanlage sowie eine Minibar auf. Ein Klappsitz war für einen Dolmetscher vorgesehen.
Am 12. Mai 1972 stellte der Fuhrpark des französischen Präsidenten zwei identische SM Présidentielle in Dienst. Die Pressemeldung zu den beiden viertürigen Cabriolets verkündete: „Sie ersetzen zwei Cabriolets der Marke Simca aus dem Jahr 1959. Der erste offizielle Einsatz findet anlässlich des Besuchs Ihrer Majestät, der Königin von England, in Frankreich statt.“ Sie verfügten über eine von Henri Chapron komplett neu gestaltete Karosserie, die um 71 Zentimeter auf 5,60 Meter verlängert wurde. Die Breite blieb mit 1,84 Metern identisch mit dem Serienmodell. Während das Fahrzeugheck ein besonderes Design aufwies, blieb der vordere Teil unverändert.
Um dem verlängerten Radstand von 3,47 Metern (Serie: 2,95 Meter) und dem höheren Gewicht von 1780 Kilogramm (Serie 1450 Kilogramm) gerecht zu werden, wurden die Federung, das Bremssystem mit vier Scheibenbremsen sowie die Reifen angepasst. Der Antriebsstrang mit einem V6-Motor, der 170 PS bei 5500 Umdrehungen in der Minute, blieb unverändert. Die Übersetzungsverhältnisse der fünf Vorwärtsgänge wurden von Citroën angepasst, um lange Fahrten mit niedriger Geschwindigkeit zu ermöglichen.
Die beiden SM Présidentielle waren mit einem schwarzen, hydraulisch betätigten Verdeck ausgestattet. Der Innenraum war mit Naturleder ausgekleidet. Um die Installation des Klappsitzes für einen Dolmetscher zu ermöglichen, wurden die vorderen Sitze nach außen verschoben. Aufgrund dieser speziellen Konfiguration musste das Lenkrad um sechs Zentimeter nach links versetzt und die Handbremse nach vorne verlegt werden.
Die SM Présidentielle waren drei Jahrzehnte lang im Einsatz und dienten den Präsidenten Georges Pompidou, Valéry Giscard d'Estaing, François Mitterrand sowie Jacques Chirac.
Der aktuelle DS No. 8 Présidentielle ist in Unikat, das in enger Zusammenarbeit zwischen DS Automobiles und renommierten französischen Kunsthandwerkern sowie spezialisierten Partnerbetrieben entstand. Der beleuchtete Kühlergrill erstrahlt in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot erstrahlt. Weitere markante Details sind die Trikolore-farbigen Embleme an Front und Heck sowie die Halterungen für die Standarte des Präsidenten.
Auf der Armaturentafel und in den Türverkleidungen sind Strohintarsien angebracht. Die Sitze sind mit Polstern in blauem Alcantara und Leder im Muster eines Uhrenarmbands bezogen. Die Türverkleidungen und die Armaturentafel sind mit Perlstich-Ziernähten versehen. Satinstoff ist mit einer neuen Plisseetechnik kombiniert. Die von Emmanuel Macron im Mai 2025 in Dienst gestellte Staatslimousine basiert auf dem vollelektrischen Serienmodell.
Kadett, Manta und Monza
Als weitere Stellantis-Marke ist erstmals auch Opel in Paris dabei. Neben aktuellen Modellen sind ein Kadett C Coupé (1978), der Opel Manta 400 Group B Usine von 1983 mit 275 PS und 2,4-Liter-Motor sowie ein 1986er Monza GSE (1986). Peugeot zeigt unter anderem mehrere ikonische 205 GTI und 208 GTI, während auf 60 Jahre „Duetto“ zurückblickt und außerdem den sehr seltenen Alfa Romeo 750 Competizione von 1955 zeigt, von dem – nur zwei Prototypen gebaut wurden. Ein weiteres Exponat ist der Alfa Romeo 33/2 Periscopica (1967).
In der Ultimate Supercar Garage (Halle 4), dem Rétromobile-Spin-off, das sich modernen Supersportwagen widmet, tritt Autohersteller Maserati gemeinsam mit Alfa Romeo auf. Präsentiert werden der Maserati MC Xtrema und der GT2 Stradale sowie der Alfa Romeo Nuova 33 Stradale und der neue Giulia Luna Rossa. ampnet/aum
Die Brücke in die Gegenwart schlägt der Autobauer Citroën mit dem Elo. Der erst kürzlich vorgestellte 4,10 Meter lange Van knüpft zum Beispiel an die Studie Xanae von 1994 an, einem Pionier des familienorientierten MPV-Innenraums, der für gemeinsame Momente konzipiert wurde. Der Einstieg wurde durch zwei säulenlose Türen und drehbare Vordersitze erleichtert, so dass die Insassen sich gegenübersitzen konnten. Die umklappbare Rückbank mit abgerundetem Design bot außergewöhnlichen Komfort. Formal knüpfte später der Xsara Picasso ein wenig an die Studie an.
Der zentral positionierte Fahrersitz in Kombination mit der 180-Grad-Panorama-Windschutzscheibe des Elo wiederum erinnert an das Konzeptfahrzeug Karin aus dem Jahr 1980 mit seiner zentralen Fahrposition und seiner futuristischen, von einem Joystick inspirierten Schnittstelle. Dazu gab es in elektronisches Fahrinformationsdisplay und eine Fahrzeugzustandsüberwachung. Mit dem drehbaren Sitz konnte ein gemeinsamer Arbeits- oder Sozialraum geschaffen werden. Der pyramidenförmig gezeichnete Karin war ein Entwurf des französisch-italienischen Designers Trevor Fiore. Es handelte sich um eine Styling-Studie, die auch dazu diente, die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen.
Das Mono-Cab-Design des Elo interpretiert die Form des C 10 von 1956 neu, der ebenfalls ein außergewöhnliches Platzangebot zeigte. Die Konstrukteure orientierten sich seinerzeit an Techniken aus der Luftfahrt. Von seinen Konstrukteuren „Wassertropfen” genannt, beeindruckte der C 10 durch seine markante Silhouette.
Der ökologische Ansatz des Elo fand sich 2007 auch beim C Cactus, der den Weg zur Einfachheit und zum Materialrecycling vorzeichnete. Dafür standen die Stoffe aus Oli-Reststoffen, die in Zusammenarbeit mit Decathlon entwickelt wurden. Den Umweltaspekt unterstrich auch der Antrieb, der als Diesel-Hybrid ausgelegt war.
Vorserien-Ente
Ebenfalls zu sehen ist der 1988 vorgestellte Activa 1. Der Forschungsprototyp kombinierte eine Hochdruck-Hydraulikfederung mit einer eingebetteten elektronischen Steuerung. Drei mit dem Hydrauliksystem verbundene elektronische Steuergeräte regelten Assistenzfunktionen wie Federung, Lenkung und Bremsen. Der Activa 1 war das erste Citroën Konzept mit einem Head-up-Display und mehreren Bildschirmen, das moderne Benutzeroberflächen vorwegnahm.
„Vier Räder unter einem Dach“ – so lautete die Definition des 1936 bei Citroën ins Leben gerufenen TPV-Projekts (Toute Petite Voiture). Ziel war es, ein sparsames Auto zu entwickeln, das vier Personen und 50 Kilo Gepäck, damals Kartoffeln, mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h befördern konnte und dabei maximalen Komfort bot. Die Sitzbank war herausnehmbar. 1939 wurde die Produktion einer ersten Serie von 250 Einheiten im Vorfeld des Pariser Autosalons aufgenommen. Die für Oktober geplante Veranstaltung wurde jedoch aufgrund des Kriegseintritts Frankreichs abgesagt. Alle Fahrzeuge, die auch optisch die legendäre „Ente“ bereits vorwegnahmen, wurden zerstört, bis auf vier. Das erste wurde 1968 wiederentdeckt und seitdem vollständig restauriert; es ist dasjenige, das auf dem Stand ausgestellt ist. Die anderen drei wurden 1997 auf dem Dachboden eines Bauernhauses auf dem historischen Gelände des Citroën-Testzentrums La Ferté Vidame im Departement Eure-et-Loir gefunden.
1939 entstanden auch die ersten von sechs Prototypen des Traction Avant 15-6 Cabriolet mit Sechs-Zylinder-Motor, um die Modellreihe neben den langen Limousinen- und Familienversionen zu vervollständigen. Weltweit existieren nur noch drei Fahrzeuge, darunter das rote Exemplar, das auf der Rétromobile-Messe ausgestellt wird und bereits bei der ersten Rétromobile vor 50 Jahren zu sehen war. Er stammt aus den Reihen des Clubs La Traction Universelle.
Zwei DS 21 von Charles de Gaulle
Auf dem 250 Quadratmeter großen Stand von DS empfangen der Citroën DS 21 Pallas und der DS 21 Présidentielle, die von Charles de Gaulle in den 1960er Jahren genutzt wurden, das Publikum. Das Quartett der Staatslimousinen wird komplettiert durch einen SM Présidentielle, der ab 1972 über Jahrzehnte vier Präsidenten diente, und der neue DS No. 8 Présidentielle aus dem aktuellen Fuhrpark des französischen Staates. Dazwischen kam bei der feierlichen Amtseinführung von François Hollande im Mai 2012 ein speziell gefertigtes DS 5 Cabriolet zum Einsatz, das später zum offiziellen Fahrzeug des Präsidenten wurde. Emmanuel Macron fuhr fünf Jahre später bei seiner Amtseinführung in einem DS 7 Crossback Présidentielle durch Paris und nutzte diesen später für offizielle Anlässe. Im Juli 2022 trat ein DS 7 Élysée die Nachfolge an. Ergänzt wird die Präsentation durch eine Ausstellung historischer Fotos.
Der auf dem Salon Rétromobile ausgestellte DS 21 Pallas stammt von Ende September 1965 und ging Anfang Oktober in den Fuhrpark des damaligen Präsidenten Charles de Gaulle, der ab 1958 bereits einen DS 19 als Staatslimousine nutzte. Der 21 DS Pallas verfügte über spezielle Ausstattungsmerkmale, darunter seitliche Sonnenblenden im Fond, Halterungen für Standarten am vorderen Stoßfänger, ein Hoheitsabzeichen sowie eine Dokumentenhalterung an der Armaturentafel.
Charles de Gaulle nutzte den Wagen hauptsächlich für die Fahrten zwischen dem Präsidentenbüro im Pariser Élysée-Palast und seinem Wohnsitz in Colombey-les-Deux-Églises rund 250 Kilometer im Südwesten der französischen Hauptstadt. Im November 1967 wurde das Fahrzeug an den Geschäftsführer der dortigen Molkereigenossenschaft verkauft. Es blieb bis 2021 im Besitz seiner Familie. Nach einem weiteren Verkauf wurde der berühmte DS 21 im Oktober 2023 versteigert und erzielte einen Preis von 59.040 Euro. In den vergangenen zwei Jahren wurde die ehemalige Präsidentenlimousine unter Wahrung ihrer Authentizität behutsam restauriert. Im vergangenen September war die DS 21 Pallas anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals im Ehrenhof des Élysée-Palasts erstmals wieder öffentlich zu sehen.
1968 bestellte die französische Präsidentschaft ein neues Repräsentationsfahrzeug, das am 14. November des Jahres ausgeliefert wurde. Der mit einem verlängerten Radstand versehene Citroën 21 Présidentielle sollte ein Kriterium erfüllen: De Gaulles neue Staatslimousine musste auf jeden Fall größer sein als das Repräsentationsfahrzeug des damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson. Die vom renommierten Karosseriebauer Henri Chapron modifizierte Staatslimousine war bei einem Radstand von 3,78 Metern 6,53 Meter lang und 2,13 Meter breit.
Ein Klappsitz für den Dolmetscher
Zur Ausstattung zählten insgesamt sechs Scheinwerfer, Lauflichter am Heck für die Blinker, beleuchtete Standarten und ein in die Motorhaube integriertes, ebenfalls beleuchtetes Hoheitsabzeichen. Eine gewölbte Trennscheibe trennte die vordere Sitzbank von den Passagieren im Fond. Der Innenraum wies eine braune Lederausstattung, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, direkte und indirekte Beleuchtung, eine Gegensprechanlage sowie eine Minibar auf. Ein Klappsitz war für einen Dolmetscher vorgesehen.
Am 12. Mai 1972 stellte der Fuhrpark des französischen Präsidenten zwei identische SM Présidentielle in Dienst. Die Pressemeldung zu den beiden viertürigen Cabriolets verkündete: „Sie ersetzen zwei Cabriolets der Marke Simca aus dem Jahr 1959. Der erste offizielle Einsatz findet anlässlich des Besuchs Ihrer Majestät, der Königin von England, in Frankreich statt.“ Sie verfügten über eine von Henri Chapron komplett neu gestaltete Karosserie, die um 71 Zentimeter auf 5,60 Meter verlängert wurde. Die Breite blieb mit 1,84 Metern identisch mit dem Serienmodell. Während das Fahrzeugheck ein besonderes Design aufwies, blieb der vordere Teil unverändert.
Um dem verlängerten Radstand von 3,47 Metern (Serie: 2,95 Meter) und dem höheren Gewicht von 1780 Kilogramm (Serie 1450 Kilogramm) gerecht zu werden, wurden die Federung, das Bremssystem mit vier Scheibenbremsen sowie die Reifen angepasst. Der Antriebsstrang mit einem V6-Motor, der 170 PS bei 5500 Umdrehungen in der Minute, blieb unverändert. Die Übersetzungsverhältnisse der fünf Vorwärtsgänge wurden von Citroën angepasst, um lange Fahrten mit niedriger Geschwindigkeit zu ermöglichen.
Die beiden SM Présidentielle waren mit einem schwarzen, hydraulisch betätigten Verdeck ausgestattet. Der Innenraum war mit Naturleder ausgekleidet. Um die Installation des Klappsitzes für einen Dolmetscher zu ermöglichen, wurden die vorderen Sitze nach außen verschoben. Aufgrund dieser speziellen Konfiguration musste das Lenkrad um sechs Zentimeter nach links versetzt und die Handbremse nach vorne verlegt werden.
Die SM Présidentielle waren drei Jahrzehnte lang im Einsatz und dienten den Präsidenten Georges Pompidou, Valéry Giscard d'Estaing, François Mitterrand sowie Jacques Chirac.
Der aktuelle DS No. 8 Présidentielle ist in Unikat, das in enger Zusammenarbeit zwischen DS Automobiles und renommierten französischen Kunsthandwerkern sowie spezialisierten Partnerbetrieben entstand. Der beleuchtete Kühlergrill erstrahlt in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot erstrahlt. Weitere markante Details sind die Trikolore-farbigen Embleme an Front und Heck sowie die Halterungen für die Standarte des Präsidenten.
Auf der Armaturentafel und in den Türverkleidungen sind Strohintarsien angebracht. Die Sitze sind mit Polstern in blauem Alcantara und Leder im Muster eines Uhrenarmbands bezogen. Die Türverkleidungen und die Armaturentafel sind mit Perlstich-Ziernähten versehen. Satinstoff ist mit einer neuen Plisseetechnik kombiniert. Die von Emmanuel Macron im Mai 2025 in Dienst gestellte Staatslimousine basiert auf dem vollelektrischen Serienmodell.
Kadett, Manta und Monza
Als weitere Stellantis-Marke ist erstmals auch Opel in Paris dabei. Neben aktuellen Modellen sind ein Kadett C Coupé (1978), der Opel Manta 400 Group B Usine von 1983 mit 275 PS und 2,4-Liter-Motor sowie ein 1986er Monza GSE (1986). Peugeot zeigt unter anderem mehrere ikonische 205 GTI und 208 GTI, während auf 60 Jahre „Duetto“ zurückblickt und außerdem den sehr seltenen Alfa Romeo 750 Competizione von 1955 zeigt, von dem – nur zwei Prototypen gebaut wurden. Ein weiteres Exponat ist der Alfa Romeo 33/2 Periscopica (1967).
In der Ultimate Supercar Garage (Halle 4), dem Rétromobile-Spin-off, das sich modernen Supersportwagen widmet, tritt Autohersteller Maserati gemeinsam mit Alfa Romeo auf. Präsentiert werden der Maserati MC Xtrema und der GT2 Stradale sowie der Alfa Romeo Nuova 33 Stradale und der neue Giulia Luna Rossa. ampnet/aum
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