Aktuelle Auto-News
 



Übermüdung am Steuer - Lenk- und Ruhezeiten

26 September, 2007

Viele Fahrer überschätzen ihre Fahrtauglichkeit und reagieren nicht rechtzeitig auf eindeutige Alarmsignale. "Die Müdigkeit ist nicht das Problem, sondern deren richtige Einschätzung.

Jeder vierte Autofahrer sitzt übermüdet am Steuer.
Wer am Steuer gähnt, sich die Augen reibt, sich streckt und schlechte Laune bekommt, sollte diese Fr?hwarnzeichen ernst nehmen: am besten hilft ein Kurzschlaf und vorher eine Tasse Kaffee - diese wirkt erst nach 15 bis 20 Minuten. Doch viele Fahrer überschützen ihre Fahrtauglichkeit und reagieren nicht rechtzeitig auf eindeutige Alarmsignale. "Die M?digkeit ist nicht das Problem, sondern deren richtige Einschätzung. 99 Prozent der Menschen merken, dass sie müde sind. Doch wie nahe sie am Sekundenschlaf sind, merken sie nicht. Denn das Ausma? der Müdigkeit entgeht unserer Wahrnehmung". Dr. Barbara Wilhelm von der Arbeitsgruppe Pupillenforschung an der Universit?ts-Augenklinik T?bingen entwickelte mit ihrer Arbeitsgruppe den sogenannten pupillographischen Schl?frigkeitstest (PST), der in mehreren Studien an Autobahnrastst?tten eingesetzt wurde. Das Fazit dieser Studien: zu viele Fahrer sitzen ?berm?det am Steuer, einige schliefen sogar w?hrend des Tests ein.

Ebenso beunruhigend sind die Ergebnisse der bisher gr??ten Studie zum Thema Verkehr und M?digkeit in ?sterreich. Von September 2005 bis August 2006 wurde im Land Ober?sterreich die Schl?frigkeit von 1180 LKW- und Busfahrern mit Hilfe des Pupillographischen Schl?frigkeitstests gemessen. Weniger als die H?lfte der Kraftfahrer war bedenkenlos fahrtauglich, 30 Prozent waren nur bedingt fahrtauglich, jeder f?nfte war zu m?de, ein Fahrzeug zu lenken. Die Lenk- und Ruhezeiten der LKW-Fahrer werden zwar mit dem Fahrtenschreiber kontrolliert, doch "der Fahrtenschreiber ?berpr?ft lediglich die Arbeitszeit des Fahrzeugs, nicht aber die des Lenkers", gibt Dipl. Ing. Robert Hagen, Unfallsachverst?ndiger und Projektleiter der ?sterreichischen Pupillomat-Studie zu bedenken. Wenn ein Fahrer etwa Nebenjobs annehme, k?nne die tats?chliche Arbeitszeit von der "offiziellen" deutlich abweichen. Der Einsatz des Pupillomaten soll in ?sterreich, ?hnlich wie der des Alkomaten, gesetzlich verankert werden.


Nur 43 Prozent der Fahrer sind hellwach.
Absolut alarmierend sind die Ergebnisse der aktuellsten deutschen Studie, unterst?tzt vom Bayerischen Staatsministerium f?r Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, die Barbara Wilhelm auf der Berliner Tagung pr?sentiert. 63 Autofahrer wurden an einer deutschen Autobahnrastst?tte f?r den freiwilligen M?digkeitstest zuf?llig ausgew?hlt. Sie sollten w?hrend der elfmin?tigen Messung in einem v?llig abgedunkelten Raum in die Richtung eines Lichtes in der ?ffnung einer Infrarot-Kamera blicken. Die Bewegungen der Pupille - ein Ma? der M?digkeit - wurden automatisch ausgewertet und in drei Kategorien aufgeteilt: normal, grenzwertig und auffallend schl?frig. Au?erdem f?llten die Probanden einen Fragebogen aus, in dem sie ?ber ihre Wach-, Schlaf- und Fahrzeit, die gefahrene Strecke, den Kaffee- und Nikotinkonsum, sowie ihre subjektiv gef?hlte Schl?frigkeit Auskunft gaben.

Das Fazit: nur 43 von 100 Autofahrern waren normal wach, jeder dritte an der Grenze zur ?berm?dung, jeder vierte auffallend schl?frig. Auff?llig schl?frigen Fahrern empfahlen die Untersucher eine kurze Schlafpause von 15 Minuten, die daf?r zu Verf?gung stehenden Motelr?ume nahm indes keiner der betroffenen Fahrer in Anspruch. "M?digkeit als Unfallrisiko wird von den meisten Fahrern gef?hrlich untersch?tzt", res?mmiert Wilhelm. Arbeitsgruppe Pupillenforschung

zurück zu den News             News Archiv


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.



Unsere Highlights