Smart Fortwo passion
 

Fahrbericht Smart Fortwo passion
Der Liliput Brummer im Autotest


Hier finden Sie den Fahrbericht des Kleinwagens Smart Fortwo Coupe 0.8 cdi passion im Praxistest mit den Daten ab Werk. Ist der Kleinste der Kleinen (mit Diesel und automatischem Schaltgetriebe) noch immer das Minimal-Maß aller Dinge?

Ehre, wem Ehre gebührt: Als der Smart vor mittlerweile 16 Jahren neu auf den Markt kam, war er eine Revolution. Damals war er exakt 2,5 Meter lang (knapp 20 cm kürzer als heute) und war der unumschränkte Kaiser aller zu kleinen Parklücken und des täglichen Stadtgewusels. Er war (und ist es teilweise auch noch heute) ein Statement gegen die immer größer werdenden "anderen". Größenmäßig ist er bis heute mit (fast) nichts zu vergleichen, denn auch das nächstgrößere "ernstzunehmende" Auto, Toyotas iQ (immerhin für 3,5 Insassen) misst fast 30 cm mehr.
Was den Smart fortwo ebenfalls auszeichnet: Erstaunlich, wie viel gelungenes Design man auf einer so kleinen Außenfläche unterbringen kann. Und auch in der aktuellen, gelifteten Version ist er noch immer frisch und zeitgemäß.
Was leider nicht mehr zeitgemäß wirkt (weil die Konkurrenz nicht schläft) ist der Preis und die Innenausstattung. Der Preis wirkt - im Vergleich zur gebotenen Qualität - sehr ambitioniert. Denn ein Smart ist kein Mercedes. Das Cockpit wird auch in der Topausstattung "passion" von wenig heimeligem (teilweise mit Stoff überzogenem) Hartplastik dominiert, die Akustik des rauen (wenn auch spritzigen) Diesel lässt neben permanentem elektrischem Säuseln keine normalen Gespräche zu. Auch das in dieser Ausstattung nicht vermeidbare automatisch schaltende Fünfgang-Getriebe ist eine Zumutung: Zu lange Reaktionszeit aus dem Stand, unentschlossenes Hin- und Hergeschalte auf steilen Garagenrampen (bis hin zum Stillstand).
Und wenn man auf händischen Betrieb umstellt, muss man vorausdenkend schalten, damit der Gang dann wirklich den Motor antreibt, wenn man ihn benötigt. Auch das Fahrwerk - hier kann man nur den iQ (der immerhin einen noch kleineren Wenderadius als der Smart besitzt) als Vergleich nehmen - wirkt veraltet: so hart, dass die Bandscheiben grüßen, nervös bei jeder Kurve und überempfindlich nickend beim Bremsen und Gasgeben.
Dennoch: Der ultimative, fesche Parklückenflitzer für Großstadt-Bewohner und Innenstadt-Arbeiter. Serie in der Ausstattung "passion": zwei Airbags, ABS, ESP, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, Panorama-Glasdach. Alles andere ist "extra": z.B. Servolenkung, Bord-PC, Handschuhfach, Tempomat, CD-Radio.

Praxis im Smart Fortwo Coupe 0.8 cdi passion
Platz/Variabilität (Note 2)
Plus: Hier zählt die gelungene Miniaturisierung. Der Smart bietet auf kleinstem Raum ausreichend Platz für zwei plus genügend Stauraum fürs kleine (Einkaufs-) Gepäck.
Minus: Das Kofferraumsystem (erst Heckscheibe, dann Kofferraumklappe öffnen) ist umständlich, wirkt für diese Art von Auto (ohne nennenswerten Laderaum) unnötig.
Messwerte (Note 2,5)
Topspeed: 145 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 16,8 Sekunden. Testverbrauch: 5,1 Liter auf 100 km. Test-Version mit Extras wie Audiopaket, Klimaanlage, Servolenkung, Bord-PC: Preis knapp 16.000 Euro.
Motor/Antrieb (Note 2,5)
Plus: Kerniger kleiner Dreizylinder-Diesel, der im richtigen Drehzahlbereich für das knapp 800 Kilo leichte Auto reichlich Schub liefert, sparsam, geringe Umweltbelastung.
Minus: Motor innen laut (plus elektrische Nebengeräusche), Halbautomatik träge, unberechenbar. Der Motor ist bei niedriger Drehzahl zäh.
Fahrverhalten (Note 3,5)
Plus: Kleiner Wendekreis (8,8 m) in Stadt sehr praktisch.
Minus: Fahrwerk hüpft und schlägt bei Straßenunebenheiten bis zum Fahrer durch. Es vermittelt kein sicheres Kurvengefühl und ist windanfällig. Nicken beim Bremsen und Gasgeben, Bremspedal zu steil.
Komfort (Note 3,5)
Plus: Sportliche Sitze; guter Halt und Beinauflage.
Minus: Wegen Fahrwerk und träger Halbautomatik wird der Smart zur ungemütlichen "Hupfburg"; innen viel Hartplastik (sogar Sonnenblenden); unzeitgemäßer Zündschlüssel; keine Sitzhöhenverstellung; Tür-Innengriff unergonomisch; Staurückwand mit Klettverschluss fummelig.

Daten ab Werk
Kraftübertragung
auf die Hinterräder; Fünfstufen-Schaltgetriebe mit Automatik-Programm ("softtouch"); Knüppelschaltung.
Fahrwerk und Karosserie
dreitüriges Microauto; selbsttragende Karosserie, vorne Federbeine, Querlenker, Kurvenstabilisator, hinten De-Dion-Achse mit Wattgestänge, vorne und hinten Schraubenfedern; ABS und ESP, vorne Scheiben-, hinten Trommelbremsen, Handfeststellbremse auf die Hinterräder; Reifen 155/60 R 15 bzw. 175/55 R 15.
Motor
Dreizylinder-Reihenmotor, Common Rail mit Turbolader, Hubraum 799 ccm; maximale Leistung 40 kW/54 PS bei 3800/min., maximales Drehmoment 130 Nm bei 2100/min; Verdichtung 18:1; CO2: 87 g/km.
Verbrauch
auf 100 km (laut Werk) außerorts, innerorts und gesamt: 3,4, 3,3, 3,3 Liter
Abmessungen und Gewicht
Länge/Breite/Höhe in mm: 2695/1560/1540; Eigengewicht: ab 770 kg; Wendekreis: 8,8 Meter; Tankinhalt: 33 Liter.


Redakteur: Tobias Mike
(Bildquelle: Smart)



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