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100 Jahre Automobilrevue

04 Februar, 2007

Hintergrund: 100 Jahre "Automobilrevue". Zeitung zu gr?nden ist bis heute ein Wagnis geblieben. Ob die Rechnung mit einer angenommenen Zahl geneigter Leser aufgeht, wei? schlie?lich niemand. Dem Gr?nder der schweizerischen "Automobil Revue" muss man wohl neben einer geh?rigen Portion Mut die felsenfeste ?berzeugung unterstellen, dass das Blatt seinen interessierten Leserkreis bestimmt finden w?rde. Damals, 1906, in ihrem Gr?ndungsjahr, so bemerkt die Zeitung heute, habe es in der gesamten Schweiz kaum 1.000 Motorfahrzeuge gegeben. Au?erdem sei es durchaus nicht so gewesen, dass dem ungew?hnlichen Vehikel die ungeteilte Sympathie der Menschen geh?rt habe.

Die "pferdelosen Kutschen" seien gar "heftigsten Anfeindungen" ausgesetzt gewesen, res?miert die "AR" heute in einem R?ckblick Gr?nder Otto Richard Wagner hatte in der allerersten Ausgabe geschrieben: "Unsere 'Automobil Revue' soll nun die Zeitung sein, welche mit aller Entschiedenheit die Interessen des schweizerischen Automobilismus wahrnimmt." Wer das heute liest - die Schweiz im Blick - , der wundert sich ?ber so viel automobilistischen Enthusiasmus, sieht man in den Eidgenossen ja alles andere als Pioniere des europ?ischen Automobilbaus.

Vor 100 Jahren war das anders. "Sehr wohl" seien noch bis in die Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts "Personenwagen unterschiedlichster Schattierungen entstanden", r?ckt die Jubil?umsausgabe der "Automobil Revue" das schiefe Bild gerade. Genf, immerhin schon seit 1905 den "Salon international de l'automobile" ausrichtend, galt einst als Hochburg der schweizerischen Automobilentwicklung und -produktion. Bis 1910 waren allein in der Stadt am See nicht weniger als sieben Automarken gegr?ndet worden, beispielsweise Dufaux, CIEM-Stella, Sigma und das Unternehmen Pic-Pic, dessen exklusive Autos alsbald den Ruf genossen, die schweizerischen Rolls-Royce zu sein.

Den Ehrgeiz, als Schnellster bestaunt zu werden, gab es auch schon. Der monstr?se Rennwagen der Gebr?der Dufaux schaffte mit acht Zylindern aus 12 Liter Hubraum im Jahr 1905 einen neuen Weltrekord: 156,5 km/h. Auch in Z?rich und in der Region Neuenburg machte der Automobilbau von sich reden. L?nger wetteiferten Dampf-, Verbrennungs- und Elektromotor miteinander. Im "Voiture mixte" wurde sogar ein Hybridantrieb versucht - die Kopplung zweier hintereinander angeordneter Verbrennungsmotoren mit einem Elektromotor.

Montagewerke f?r Pkws verschiedener Marken hat es in der Schweiz ebenfalls gegeben. Bis 1975 entstanden etwa bei General Motors in Biel in gr??erem Umfang noch Opel-Modelle. Inzwischen beschr?nken sich schweizerische Unternehmen auf die Rolle als Zulieferer f?r Kfz-Teile. Aber es gibt ja eben den Genfer Salon, der allj?hrlich auf sehr ?berzeugende Weise demonstriert, welch hohen Stellenwert individuelle Automobilit?t auch bei den Schweizern hat. Besondere Aufmerksamkeit d?rfte in den Tagen des 76. Internationalen Automobilsalons dem Messestand der "Automobil Revue" geschenkt werden. Die Jubil?umsausgabe vom 25. Januar 2006 mit der roten 100 auf dem Titel ist hoffentlich in so hoher Auflage gedruckt worden, dass sie der Nachfrage standh?lt. Herzlichen Gl?ckwunsch zum 100sten! (autoreporter ar(PS/WR)

(Entnommen aus der aktuellen Ausgabe des Branchen-Informationsdienstes PS-Automobilreport)

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