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Marken-und Produktpiraterie: Gef?lschte W?lzlager in Franken

25 Januar, 2007

Gef?lschte W?lzlager sind gef?hrlich, kosten Arbeitspl?tze, schaden der Wirtschaft. Rund 40 Tonnen gef?lschte W?lzlager im Nominalwert von etwa acht Millionen Euro haben die beiden Weltmarktf?hrer SKF und die Schaeffler Gruppe auf dem Gel?nde des FAG-Werks in Schweinfurt zerst?rt. ?Mit dieser gemeinsamen Aktion machen wir darauf aufmerksam, dass Marken- und Produktpiraterie kein Ph?nomen ist, das sich auf China oder S?dosteuropa beschr?nkt, sondern hier vor unserer Haust?r stattfindet?, erkl?rte Hans-J?rgen Goslar, Gesch?ftleitungsmitglied der Schaeffler KG.

Denn die gef?lschten Produkte mit den Markenaufdrucken INA, FAG und SKF wurden bei einem fr?nkischen W?lzlagerh?ndler aufgebracht. ?Es sind also nicht mehr nur gef?lschte Luxus- oder Konsumg?ter, die den deutschen und europ?ischen Markt ?berschwemmen, sondern zunehmend auch sicherheitsrelevante Industrieprodukte wie W?lzlager?, sagte Goslar weiter. ?Deshalb arbeiten wir hier ?ber Unternehmens- und Wettbewerbsgrenzen hinweg intensiv zusammen.?

Dem Fund der gef?lschten W?lzlager in Franken vorausgegangen waren umfangreiche und mehrmonatige Ermittlungen. Ausl?ser war ein Hinweis, dem die beiden Unternehmen gemeinsam nachgegangen sind. Als ausreichende Verdachtsmomente vorlagen, schalteten sie die Staatsanwaltschaft ein, schlie?lich durchsuchte die Kriminalpolizei die Lagerr?ume des H?ndlers.

?Der wirtschaftliche Schaden, der allein unseren Unternehmen durch die F?lschungen entstehen, ist schwer zu beziffern?, schildert die Juristin Ingrid Bichelmeir-B?hn, Anti-Piraterie-Koordinatorin der Schaeffler Gruppe. Denn neben den entgangenen Verkaufserl?sen und dem deutlichen Imageschaden durch die minderwertige Ware, der sich auf das Folgegesch?ft auswirkt, entstehen enorme Kosten f?r Ermittlung, Sicherstellung und fachgerechte Entsorgung der Lager. Die bedarf gro?er Sicherheitsvorkehrungen. Denn nur die vollst?ndige Vernichtung der F?lschungen beseitigt endg?ltig die Gefahr f?r den Verbraucher.

Gesch?digt werden aber nicht nur die Unternehmen, die Markenwaren herstellen und aufw?ndig Forschung, Entwicklung und Qualit?tssicherung betreiben, sondern auch die Firmen, die solche Teile einbauen. Die Hauptgesch?digten sind jedoch deren Kunden. Denn solche W?lzlager sind in so ziemlich allem eingebaut, was sich dreht ? von der Werkzeugmaschine ?ber Windkraftanlagen, Inline-Skates, R?ntgenger?ten bis zu Stra?en- und Schienenfahrzeugen. "W?lzlager geh?ren zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen, deren Ausfall verheerende Sch?den oder Unf?lle zur Folge haben k?nnen", erl?utert Claus-D. Schulz, Direktor Zentralbereich Recht und Mitglied der Gesch?ftsleitung der SKF GmbH. Minderwertige Produkte k?nnen deshalb nicht nur zu teueren Stillst?nden, sondern auch zu gef?hrlichen Unf?llen f?hren ? man stelle sich vor, bei einer rasanten Kurvenfahrt bricht das Radlager am Auto. Der ehemalige Rennfahrer Mika H?kkinen kann ein Lied davon singen: Er hatte 1998 beim Gro?en Preis von San Marino das Ziel nicht erreicht, da er bereits zu einem fr?hen Zeitpunkt in F?hrung liegend aufgeben musste. Grund: Ein gef?lschtes Kugellager hielt den Belastungen des Rennens nicht stand. Dabei hatte H?kkinen noch Gl?ck im Ungl?ck: Er hat diesen Ausfall gesund ?berstanden. In anderen F?llen k?nnen gef?lschte Bauteile durchaus zu schlimmen Unf?llen f?hren. Ein Beispiel ist der Absturz einer norwegischen Passagiermaschine 1989 auf dem Weg von Oslo nach Hamburg. Alle 55 Insassen starben damals. Ursache war eine gef?lschte Schraube.

Dass die F?lschung von Industrieprodukten die deutsche Wirtschaft erheblich sch?digt, Arbeitspl?tze vernichtet und eine Gefahr f?r Leib und Leben darstellt, belegen auch die Zahlen. Der Fachverband Werkzeugindustrie geht davon aus, dass rund 3.500 Arbeitsunf?lle pro Jahr in Deutschland allein im gewerblichen Bereich auf Plagiate zur?ckzuf?hren sind. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sch?tzt den wirtschaftlichen Schaden f?r die Investitionsg?terindustrie auf 4,5 Milliarden Euro ? pro Jahr. ?Ohne Marken- und Produktpiraterie?, davon geht Doris M?ller, gesch?ftsf?hrendes Vorstandsmitglied des Aktionskreis deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM), aus, ?g?be es in Deutschland 70.000 Arbeitspl?tze mehr.?

Nach der Einsch?tzung von Bichelmeir-B?hn ist der Kampf gegen die Piraten nur dann Erfolg versprechend, wenn man permanent am Ball bleibt: Ein erster Ansatzpunkt ist die enge Zusammenarbeit mit den Beh?rden entlang der Vertriebswege. Die Schaeffler Gruppe und SKF bem?hen Anwaltskanzleien und scheuen auch nicht den Einsatz von Detektiven. Zudem schulen die Unternehmen Zollbeamte und H?ndler, um gef?lschte Produkte besser erkennen zu k?nnen.

Das ist heute gar nicht mehr so einfach. Auch die F?lscher nutzen moderne Produktionsmethoden. Damit wird es immer schwieriger, Originale von F?lschungen optisch zu unterscheiden. In der Funktionalit?t und in der Qualit?t ist dies anders. Doch das merkt man leider erst dann, wenn es zu sp?t ist. Wie kann sich ein K?ufer davor sch?tzen, gef?lschte Teile zu erwerben? Im Prinzip nur dadurch, dass er die Lager aus 100-prozentig sicherer Quelle erwirbt. Und das ist der Hersteller und sein Vertragsh?ndler, nicht der Graumarkt. "Dies ist auch vor dem Hintergrund der Gew?hrleistung wichtig", so Schulz. Verk?ufer und K?ufer von gef?lschten Lagern kann im Bedarfsfall nicht auf die Produkthaftung des Herstellers zur?ckgreifen. Im Gegenteil: Der Staatsanwalt wird sich ihrer annehmen. Dar?ber hinaus sollte der K?ufer bei auff?llig g?nstigen Angeboten die Experten der Originalhersteller zu Rate ziehen. Nur diese k?nnen mit Sicherheit sagen, ob es sich um Original oder F?lschung handelt. Bei K?ufen ?ber ebay im Internet ist ersteres jedoch eher unwahrscheinlich. Hier findet man zudem h?ufig nur Teile, die in einem Museum besser aufgehoben w?ren. Eines ist klar. Ob der H?ndler die Fakes ?ber ebay oder ?ber die Ladentheke verkauft: Strafbar macht er sich in jedem Fall.

Kontaktinformationen:
r. Matthias Schweizer
Leiter Fachkommunikation
Schaeffler Gruppe Industrie
Georg-Sch?fer-Str. 30
97421 Schweinfurt
Tel. +49 9721 91-6223
Fax +49 9721 91-3375
matthias.schweizer@schaeffler.com

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