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Autokäufer als Schnäppchenjäger

04 Mai, 2010

Ratgeber für Autokäufer - Europaweite Studie: Noch nie waren Neuwagen so günstig wie im Vorjahr. Und auch 2010 bleibt der Neuwagenkauf dank großer Sonderrabatte und günstiger Finanzierungsangebote attraktiv.

Die Abwrackprämie und staatliche Unterstützungsmaßnahmen in fast allen europäischen Ländern haben der Pkw-Branche 2009 ein goldenes Jahr beschert. Doch auch nach Ablauf der staatlichen Subventionen wollen Europäer in Neuwagen investieren. Um ganze fünf Prozentpunkte steigen die Kaufabsichten im Vergleich zum Vorjahr gemäß Europa Konsumbarometer 2010, einer Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank. „Dies dürfte auf die von Autohändlern in Aussicht gestellten Niedrigpreise für die nächsten Monate zurückzuführen sein“, schließt Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. „Nach Ablauf der staatlichen Subventionen versuchen sich Händler und Hersteller mit Sonderrabatten und günstigen Finanzierungsangeboten über Wasser zu halten.“

Mit europaweiten Absatzeinbußen für Pkws standen die Zeichen 2008 bereits auf Rezession. Im vergangenen Jahr hätte es vermutlich nicht besser ausgesehen, wenn nicht die Abwrackprämie bei der Konsumbereitschaft nachgeholfen hätte. Besonders auf dem deutschen Markt verzeichnen die staatlichen Subventionen einen deutlichen Erfolg. Hierzulande haben 9,5 Prozent der Haushalte im vergangenen Jahr einen Pkw neu zugelassen. Die Bundesbürger liegen damit im europäischen Vergleich vor Italien (8,76 Prozent) und Frankreich (8,29 Prozent).

Steigende Kaufabsichten trotz abgelaufener Abwrackprämie
Die Abwrackprämie ist ausgelaufen. Trotzdem steigen in diesem Jahr europaweit die Kaufabsichten für Neuwagen. Europäische Autokäufer zeigen sich als Schnäppchenjäger. Denn die überraschend hohen Kaufabsichten sind auf die vergleichsweise niedrigen Preise durch Sonderrabatte und Finanzierungen zurück zu führen. Besonders ausgeprägt sind die Kaufabsichten in Portugal (24 Prozent), Italien (21 Prozent). In Deutschland möchte jeder fünfte Befragte in einen neuen Pkw investieren.

Schwere Zeiten für den Gebrauchtwagenhandel
Noch nie waren Neuwagen so günstig wie im Vorjahr. Und auch 2010 bleibt der Neuwagenkauf dank großer Sonderrabatte und günstiger Finanzierungsangebote attraktiv. Darunter hat vor allem der Gebrauchtwagenmarkt zu leiden. Haben bisher knapp zwei Drittel der befragten Europäer ein gebrauchtes Auto gekauft (30 Prozent sogar mehrfach), können sich nur 41 Prozent vorstellen, dies auch in Zukunft zu tun. Demgegenüber wird das Angebot an gebrauchten Autos hierzulande in Zukunft eher steigen: 45 Prozent der Deutschen haben bisher ihr Auto verkauft, 68 Prozent wollen dies künftig tun.

VW verteidigt Spitzenposition
Im dritten Jahr in Folge sichert sich die Marke Volkswagen die europäische Führungsposition. Wie im Vorjahr rangiert Automobilhersteller Ford auf Platz zwei, Opel wird von Renault vom dritten Platz gedrängt. Bei der Platzierung der Autohersteller fand in diesem Jahr keine Veränderung statt. Die Volkswagen-Gruppe bleibt auf Platz eins, gefolgt von den französischen Herstellern Peugot/Citroën und Renault.

Skepsis bei Autos aus dem Internet
Wenn es um den Autokauf geht, bleiben europäische Verbraucher dem stationären Handel treu. Nur 15 Prozent würden das Auto ihrer Wahl im Internet kaufen. In Deutschland sind dies 17 Prozent. Damit belegen Pkw die letzte Position bei den Kaufpräferenzen für Konsum- und Investitionsgüter im Internet.

Konsum im Wandel - Was kommt nach der Wirtschaftskrise?
Ausgabeverhalten: Sparen hoch im Kurs
Das Ausgabeverhalten der Europäer steht weiterhin klar im Zeichen der Krise. Mehr als jeder dritte Befragte will in diesem Jahr seine Ersparnisse erhöhen. Gleichzeitig äußert mehr als jeder zweite Befragte die Absicht, seine Ausgaben in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Trotzdem stehen für die Hälfte der Europäer auch 2010 wieder "Freizeit und Reisen" auf Platz eins der Konsumpräferenzen. Auch Haushaltsgeräte, Möbel und High-Tech-Produkte fürs Wohnzimmer rangieren ganz oben auf der Konsumliste. Diese Erkenntnis überrascht Univ.-Prof. Dr. H. Schröder von der Universität Duisburg-Essen nicht: “Es ist schon häufig zu beobachten gewesen, dass sich die Menschen in Krisensituationen mehr um ihr eigenes unmittelbares Umfeld kümmern. Es geht darum, sich nachhaltig etwas Gutes zu tun, etwas, woran man sich jeden Tag erfreut. Das kann der umgestaltete Garten sein, das neu eingerichtete Wohnzimmer oder der Freizeitsport, den man täglich ausübt.”
http://www.dresdner-cetelem.de

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