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Benzinpreise 2006: Wettbewerb auf neuem Rekordniveau

04 Januar, 2007

195 mal runter (-319,3 Cent), 113 mal rauf (+318,4 Cent) - Mehr Wettbewerb, mehr Preisbewegungen: Preiswettbewerb in sieben Jahren mehr als doppelt so intensiv – Preise in Deutschland unter den niedrigsten in EU (ohne Steuern) - Staat verteuert Kraftstoffe zum Jahreswechsel

Im deutschen Tankstellenmarkt gab es in 2006 bisher Preissenkungen in der Summe von 319,3 Cent. Diesen Senkungen standen Preiserh?hungen in der Summe von 318,4 Cent gegen?ber. Erh?hungen und Senkungen hielten sich damit nahezu die Waage. Auf Tage gerechnet gab es im zur?ckliegenden Jahr bisher 195 Tage mit Senkungen, denen 113 mit Erh?hungen folgten. Gegen?ber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um weitere 6 Erh?hungen. Im Vergleich zu 1999 (43 Erh?hungsma?nahmen der Branche) hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt.

Grund f?r diese Entwicklung ist vor allem der gesteigerte Wettbewerb im deutschen Tankstellenmarkt. Er macht Preiserh?hungen aufgrund der h?ufigen Senkungen in immer k?rzeren Abst?nden erforderlich. Ohne die immer wiederkehrenden Erh?hungsversuche h?tte die gesamte Branche, gro?e wie kleine Anbieter, extreme Verluste gemacht. Der Wettbewerb wirkt: Ohne Steuern h?tte der Autofahrer im Jahresmittel an der Tankstelle je nach Kraftstoffsorte nur 43 bis 51 Cent pro Liter bezahlen m?ssen. Damit liegt Deutschland traditionell auf dem viertniedrigsten Niveau von 25 EU-L?ndern.

Der durchschnittliche Preis f?r einen Liter Superbenzin liegt im Monat Dezember bei 122,2 Cent. Das sind 4,4 Cent unter dem Januar-Niveau und rund 16 Cent weniger als im Monat Juli, der mit 138,3 Cent den Jahresh?chststand markiert. Der Dieselpreis entwickelte sich im zur?ckliegenden Jahr parallel zum Benzinpreis: Im Januar betrug der durchschnittliche Preis f?r einen Liter Diesel noch 110,4 Cent, im Dezember lag der Preis aber bei 108,5 Cent. Damit unterschritt er um 7,4 Cent den Jahresh?chststand im Juli (115,9 Cent).


Die Entwicklung der Benzinpreise verlief weitgehend analog zu den Roh?l- und Produktpreisen in Rotterdam: Von etwa 64 US-Dollar je Barrel (rund 159 Liter) im Monatsdurchschnitt des Januar stieg der Roh?lpreis auf 74 US-Dollar im Juli und August. Aktuell liegt er im Dezember bei rund 62 US-Dollar.

Zum Jahreswechsel m?ssen sich die Autofahrer auf steigende Benzinpreise einstellen. Grund daf?r ist die staatliche Erh?hung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent, die sich rein rechnerisch mit rund 3 Cent je Liter auswirken wird. Hinzu kommt die ebenfalls durch den Staat beschlossene Zwangsbeimischung von Biokomponenten in herk?mmliche Kraftstoffe, die mit einem Wegfall der bisherigen Steuerbefreiung f?r beigemischte Biokomponenten verbunden ist. Auch diese Entscheidung f?hrt zu h?heren Kosten bei den Mineral?lunternehmen, denn:

● die Einkaufskosten von Biodiesel und Ethanol liegen unter Ber?cksichtigung des Energiegehaltes um das zwei- bis dreifache ?ber den Kosten f?r Diesel bzw. Benzin,
● f?r die beigemischten Biokomponenten wird der volle Mineral?lsteuersatz in H?he von 65,5 Cent je Liter Benzin und 47 Cent je Liter Diesel f?llig
● und zus?tzlich m?ssen die Investitionen in Tanklagern und Raffinerien get?tigt werden, um die Biokomponenten beimischen zu k?nnen.

Wie stark sich dies auf den Kraftstoffpreis an den Tankstellen auswirken wird, entscheidet sich letztlich im Wettbewerb.

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