Autojahresr?ckblick 2006
22 Dezember, 2006
So kann man sich t?uschen. Die Zahlen sagen es klipp und klar: Absatzplus von 3,2 Prozent am Gesamtmarkt, Mercedes kriegt die Kurve zur?ck zum Wachstum. Nicht unbedingt lokal in Deutschland, aber global schnurrt?s f?r die Marke mit dem Stern. BMW ist immer noch rekordverd?chtig unterwegs, und Opel darf jetzt - unter fremdem Namen zwar, aber immerhin - Autos nach Amerika exportieren. Ein gutes Zeichen f?r ?Made in Germany?
Lage gut, aber die Stimmung? Irgendwie Vor-WM deutsch
Trotzdem merkw?rdig. Die Stimmung ist nicht ansatzweise so gut wie die Lage, dabei glaubte man das Bild vom ewig n?rgelnden, ewig miesepetrigen und ewig in halb leere Gl?ser greinenden Deutschen im Super-Fu?ball-M?rchensommer hinweg gel?chelt zu haben.
Und so erz?hlten die Schlagzeilen des Auto-Jahres 2006 etwas anderes. H?ngen blieb Tr?bsinn: Rotlicht-Alarm und kein Ende bei VW, erweitert um die Kabale in der Chefetage; Bestechungsskandale bei BMW, Daimler-Chrysler, Audi, Hyundai. Und wem noch? Angenommen werden darf, dass die nicht Genannten einfach noch nicht erwischt wurden.
Krise mal wieder bei Chrysler, Arbeitsplatzabbau bei Mercedes und VW in Tausenderschritten, der Absatzaufschwung nur bei der Mehrwertsteuererh?hung geborgt und ?berhaupt: Freut Euch, solange die Chinesen nicht den Markt mit Billigblech ?berziehen.
Aber mal sch?n der Reihe nach. Wirtschaft hei?t Manager und Manager Karriere. Die Drehb?cher schreibt der Alltag, wo es um Macht und Geld oder Geld und Macht geht. 2006 besonders.
Da gerieten H?ben wie dr?ben des Atlantiks die alten Herren der Managerriege in einen Machtrausch. In welchen Schrecknissen die Erh?hung des Rentenalters enden kann, f?hren die Herren Ferdinand Pi?ch (bei VW, respektive Porsche) und Kirk Kerkorian (General Motors, Renault-Nissan) eindr?cklich vor. In einem Alter, in dem andere Menschen froh sind, wenn sie selbstt?tig den K?hlschrank finden, trieb der 89-j?hrige Kerkorian das versammelte Management des weltgr??ten Autoherstellers vor sich her. Erst ranzte er wider die Kompetenz von GM-Lenker Rick Wagoner, dann befahl er die Gro?fusion zwischen Renault-Nissan und GM, was die Autowelt ziemlich auf den Kopf gestellt h?tte. Am Ende hatte sich der renitente Greis, der sein Milliardenverm?gen im Casino-Gesch?ft machte, verzockt. Wagoner war obenauf und Kerkorian raus. Und seine pers?nliche Jahresbilanz auch nicht der Hit: Lieblingshund tot, Lieblingsfeind immer noch auf dem GM-Sessel und mit dem Tennisspiel klappt?s wegen einer Sehschw?che auch nicht mehr so richtig.
Manager-AH im Machtrausch
Voll den Durchblick, besser gesagt den Durchgriff, hat Ferdinand Piech. Schon bei seinem R?ckzug auf den Aufsichtsratschefposten hatten die gerne zitierten Insider orakelt, dass das mit dem R?ckzug in die Honoratiorenliga der Firmenaufseher bei Pi?ch so nicht funktionieren w?rde. Eine zeitlang war es ruhig, zu Beginn des Jahres nicht mehr. Mit einem ?sterreichisch dahin genuschelten verbalen Fragezeichen hinter der Vertragsverl?ngerung von Bernd Pischetsrieder ging es los als der Schnee noch lag. Gem?tsmensch Pischetsrieder bekam von den Hauptversammelten im April dann doch den R?cken gest?rkt und Pi?ch l?chelte ganz friedlich dazu. Wiederum Menschen, die Pi?ch besser kennen, sagten damals schon, dass es nur eine Galgenfrist sei. So war?s. Im Herbst demissionierte Pischetsrieder. Zwischendrin hatte Pi?ch den gerne als letzten volkseigenen Betrieb Deutschlands bezeichneten Autobauer zum Privat-Betrieb umgemodelt: Knapp 30 Prozent von VW geh?ren zu Porsche und Porsche wiederum zu Pi?ch, und wo doch alle eine gro?e gl?ckliche Familie sind, darf nun der Piech-Vertraute Martin Winterkorn den VW-Konzern lenken, Rupert Stadler, auch einer der die Piech-Schule durchlaufen hat, lenkt Audi und alle werden sie irgendwie gesteuert vom gro?en Patron. Nicht zu vergessen, Wendelin Wiedeking, der weiter mit Porsche brilliert, Manager-Kollegen bisweilen blamiert und ?berhaupt in einem eigenen Kosmos unterwegs ist.
Hartz - Fallgeschwindigkeit wie ein Backstein
Pi?ch auf dem Thron des Konzern-Allgewaltigen, andere hatten eine Fallgeschwindigkeit wie Backsteine: Peter Hartz, Ex-Personalvorstand, Ex-Kanzlerberater und Reform Namenpatron, ist auf das Sinnbild des z?gellosen Edelpuffbesuchers geschrumpft, Ex-Mister-Superm?chtig der VW-Gewerkschaft, Klaus Volkert, kam mit Ach und Krach vor Weihnachten aus dem Knast, m?glicherweise nur ein Nikolaus-Urlaub.
Weitere gefallene Helden des Autojahres: Carlos Ghosn, Renault-Nissan-Vorsteher und f?r alle Chefposten gehandelt, wo es Gro?es zu retten galt: Bei Ford, bei GM und nat?rlich beim dann doch nicht zustande gekommen Gro?-Konglomerat Renault-Nissan-GM. Am Ende wurde alles nichts, au?er betr?blichen Zahlen: Dampfsanierer Ghosn muss in vielen M?rkten deutliche R?ckg?nge bei den Absatzzahlen hinnehmen, die Qualit?t ist so la la.
Helmut Panke, sich eigentlich f?r die Rente ab 67 reif f?hlender BMW-Vorstand, den sie trotz offensichtlicher Arbeitslust nicht weitermachen lie?en und durch Norbert Reithofer ersetzten, weil bei BMW nun mal mit 60 Schluss ist
Dieter Zetsche, vorab gefeierter Heilsbringer bei Daimler-Chrysler. Hat ja was bewegt 2006, aber auch in die richtige Richtung? Bei Mercedes ja, bei Chrysler rumpelt?s im Karton und Zetsche steht ein bisschen im Regen. Immerhin hat er sich in den USA hauswandhoch als Dr. Z feiern lassen. Eine witzige Kampagne, weil aber seither nichts besser, das Defizit aber gr??er wurde, ging der Schuss ordentlich nach hinten los.
Wer nicht oben steht, kann nicht tief fallen, insofern ist Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee im Lager der gefallenen Helden leicht in der Kategorie verrutscht. Erinnert sei an ihn dennoch, aber mit Grausen. Jede Woche eine andere Sau durchs Dorf gejagt, keine klare Linie.
Womit er blendend ins Bild passt, das die Politik in Sachen Verkehr 2006 abgab. Feinstaubdebatte, Plakettendiskussion, Ru?filterf?rderung, Maut ja-nein-vielleicht-aber-doch-besser-nicht-obwohl. Alles in allem eine fortgesetzte Geisterbahnfahrt. Ausgang ungewiss.
Worauf wir 2007 blicken
Ob nun der Aufschwung wirklich nur eine Mehrwertsteuerbl?hung war?
Ob VW die Kurve kriegt, ob Ford nicht pleite geht?
Ob Carlos Ghosn doch noch einen Partner in Amerika findet, was uns die Chinesen-Auto-Offensive als n?chstes in die Containerh?fen sp?lt?
Ob sich die ewige Behauptung, Wei? sei die neue Trendfarbe sich endlich selbst erf?llt?
Ob die Klappd?cher n?chstes Jahr auch noch klappen, ob uns die Fahrerassistenzsysteme endg?ltig zu Beifahrern machen?
Welche Rostlauben nun wirklich ausgesperrt bleiben wg. Feinstaub und ob Ralf Schumacher endlich das Geld verdient , das er bei seinen F1-Eins?tzen verdient.
Das aber und mehr im Jahresr?ckblick in Sachen Sport. So viel sei aber hier verraten: Der Name Schumacher spielt eine gewisse Rolle in einem ?brigens gar nicht so schlechten, aber irgendwie doch traurigen Formel-1-Jahr.
Trotzdem merkw?rdig. Die Stimmung ist nicht ansatzweise so gut wie die Lage, dabei glaubte man das Bild vom ewig n?rgelnden, ewig miesepetrigen und ewig in halb leere Gl?ser greinenden Deutschen im Super-Fu?ball-M?rchensommer hinweg gel?chelt zu haben.
Und so erz?hlten die Schlagzeilen des Auto-Jahres 2006 etwas anderes. H?ngen blieb Tr?bsinn: Rotlicht-Alarm und kein Ende bei VW, erweitert um die Kabale in der Chefetage; Bestechungsskandale bei BMW, Daimler-Chrysler, Audi, Hyundai. Und wem noch? Angenommen werden darf, dass die nicht Genannten einfach noch nicht erwischt wurden.
Krise mal wieder bei Chrysler, Arbeitsplatzabbau bei Mercedes und VW in Tausenderschritten, der Absatzaufschwung nur bei der Mehrwertsteuererh?hung geborgt und ?berhaupt: Freut Euch, solange die Chinesen nicht den Markt mit Billigblech ?berziehen.
Aber mal sch?n der Reihe nach. Wirtschaft hei?t Manager und Manager Karriere. Die Drehb?cher schreibt der Alltag, wo es um Macht und Geld oder Geld und Macht geht. 2006 besonders.
Da gerieten H?ben wie dr?ben des Atlantiks die alten Herren der Managerriege in einen Machtrausch. In welchen Schrecknissen die Erh?hung des Rentenalters enden kann, f?hren die Herren Ferdinand Pi?ch (bei VW, respektive Porsche) und Kirk Kerkorian (General Motors, Renault-Nissan) eindr?cklich vor. In einem Alter, in dem andere Menschen froh sind, wenn sie selbstt?tig den K?hlschrank finden, trieb der 89-j?hrige Kerkorian das versammelte Management des weltgr??ten Autoherstellers vor sich her. Erst ranzte er wider die Kompetenz von GM-Lenker Rick Wagoner, dann befahl er die Gro?fusion zwischen Renault-Nissan und GM, was die Autowelt ziemlich auf den Kopf gestellt h?tte. Am Ende hatte sich der renitente Greis, der sein Milliardenverm?gen im Casino-Gesch?ft machte, verzockt. Wagoner war obenauf und Kerkorian raus. Und seine pers?nliche Jahresbilanz auch nicht der Hit: Lieblingshund tot, Lieblingsfeind immer noch auf dem GM-Sessel und mit dem Tennisspiel klappt?s wegen einer Sehschw?che auch nicht mehr so richtig.
Manager-AH im Machtrausch
Voll den Durchblick, besser gesagt den Durchgriff, hat Ferdinand Piech. Schon bei seinem R?ckzug auf den Aufsichtsratschefposten hatten die gerne zitierten Insider orakelt, dass das mit dem R?ckzug in die Honoratiorenliga der Firmenaufseher bei Pi?ch so nicht funktionieren w?rde. Eine zeitlang war es ruhig, zu Beginn des Jahres nicht mehr. Mit einem ?sterreichisch dahin genuschelten verbalen Fragezeichen hinter der Vertragsverl?ngerung von Bernd Pischetsrieder ging es los als der Schnee noch lag. Gem?tsmensch Pischetsrieder bekam von den Hauptversammelten im April dann doch den R?cken gest?rkt und Pi?ch l?chelte ganz friedlich dazu. Wiederum Menschen, die Pi?ch besser kennen, sagten damals schon, dass es nur eine Galgenfrist sei. So war?s. Im Herbst demissionierte Pischetsrieder. Zwischendrin hatte Pi?ch den gerne als letzten volkseigenen Betrieb Deutschlands bezeichneten Autobauer zum Privat-Betrieb umgemodelt: Knapp 30 Prozent von VW geh?ren zu Porsche und Porsche wiederum zu Pi?ch, und wo doch alle eine gro?e gl?ckliche Familie sind, darf nun der Piech-Vertraute Martin Winterkorn den VW-Konzern lenken, Rupert Stadler, auch einer der die Piech-Schule durchlaufen hat, lenkt Audi und alle werden sie irgendwie gesteuert vom gro?en Patron. Nicht zu vergessen, Wendelin Wiedeking, der weiter mit Porsche brilliert, Manager-Kollegen bisweilen blamiert und ?berhaupt in einem eigenen Kosmos unterwegs ist.
Hartz - Fallgeschwindigkeit wie ein Backstein
Pi?ch auf dem Thron des Konzern-Allgewaltigen, andere hatten eine Fallgeschwindigkeit wie Backsteine: Peter Hartz, Ex-Personalvorstand, Ex-Kanzlerberater und Reform Namenpatron, ist auf das Sinnbild des z?gellosen Edelpuffbesuchers geschrumpft, Ex-Mister-Superm?chtig der VW-Gewerkschaft, Klaus Volkert, kam mit Ach und Krach vor Weihnachten aus dem Knast, m?glicherweise nur ein Nikolaus-Urlaub.
Weitere gefallene Helden des Autojahres: Carlos Ghosn, Renault-Nissan-Vorsteher und f?r alle Chefposten gehandelt, wo es Gro?es zu retten galt: Bei Ford, bei GM und nat?rlich beim dann doch nicht zustande gekommen Gro?-Konglomerat Renault-Nissan-GM. Am Ende wurde alles nichts, au?er betr?blichen Zahlen: Dampfsanierer Ghosn muss in vielen M?rkten deutliche R?ckg?nge bei den Absatzzahlen hinnehmen, die Qualit?t ist so la la.
Helmut Panke, sich eigentlich f?r die Rente ab 67 reif f?hlender BMW-Vorstand, den sie trotz offensichtlicher Arbeitslust nicht weitermachen lie?en und durch Norbert Reithofer ersetzten, weil bei BMW nun mal mit 60 Schluss ist
Dieter Zetsche, vorab gefeierter Heilsbringer bei Daimler-Chrysler. Hat ja was bewegt 2006, aber auch in die richtige Richtung? Bei Mercedes ja, bei Chrysler rumpelt?s im Karton und Zetsche steht ein bisschen im Regen. Immerhin hat er sich in den USA hauswandhoch als Dr. Z feiern lassen. Eine witzige Kampagne, weil aber seither nichts besser, das Defizit aber gr??er wurde, ging der Schuss ordentlich nach hinten los.
Wer nicht oben steht, kann nicht tief fallen, insofern ist Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee im Lager der gefallenen Helden leicht in der Kategorie verrutscht. Erinnert sei an ihn dennoch, aber mit Grausen. Jede Woche eine andere Sau durchs Dorf gejagt, keine klare Linie.
Womit er blendend ins Bild passt, das die Politik in Sachen Verkehr 2006 abgab. Feinstaubdebatte, Plakettendiskussion, Ru?filterf?rderung, Maut ja-nein-vielleicht-aber-doch-besser-nicht-obwohl. Alles in allem eine fortgesetzte Geisterbahnfahrt. Ausgang ungewiss.
Worauf wir 2007 blicken
Ob nun der Aufschwung wirklich nur eine Mehrwertsteuerbl?hung war?
Ob VW die Kurve kriegt, ob Ford nicht pleite geht?
Ob Carlos Ghosn doch noch einen Partner in Amerika findet, was uns die Chinesen-Auto-Offensive als n?chstes in die Containerh?fen sp?lt?
Ob sich die ewige Behauptung, Wei? sei die neue Trendfarbe sich endlich selbst erf?llt?
Ob die Klappd?cher n?chstes Jahr auch noch klappen, ob uns die Fahrerassistenzsysteme endg?ltig zu Beifahrern machen?
Welche Rostlauben nun wirklich ausgesperrt bleiben wg. Feinstaub und ob Ralf Schumacher endlich das Geld verdient , das er bei seinen F1-Eins?tzen verdient.
Das aber und mehr im Jahresr?ckblick in Sachen Sport. So viel sei aber hier verraten: Der Name Schumacher spielt eine gewisse Rolle in einem ?brigens gar nicht so schlechten, aber irgendwie doch traurigen Formel-1-Jahr.
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