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Des Diesels neue Kleider

30 November, 2006

Es hat nicht sehr lange gedauert. Gerade hat Mercedes mit dem E 320 Bluetec seinen ersten Sauber-Diesel frisch auf den US-amerikanischen Markt gebracht, da springen auch Audi und VW auf den blauen Zug auf.
Am Vorabend der Los Angeles Autoshow gab es den ersten Paukenschlag: Auf dem nordamerikanischen Dieselmarkt ziehen die Konkurrenten DaimlerChrysler, Audi und Volkswagen k?nftig an einem Strang. Audi und VW werfen alle Markentreue ?ber Bord und springen in das von DaimlerChrysler auf Fahrt gebrachte Bluetec-Boot. Auch bei VW und Audi werden die Dieselmodelle zuk?nftig Bluetec hei?en - mit dem kleinen Zusatz TDI.

In den USA will DaimlerChrysler gewisserma?en ein neues Diesel-Zeitalter einl?uten und deshalb auch gleich die Selbstz?nder mit dem blumigen Begriff Bluetec aufh?bschen.

Das ist auch bitter n?tig: ?hnlich wie in Asien hat "Diesel" in Nordamerika ein zweifelhaftes Image. Kraftvoll ja, aber geeignet allenfalls f?r Trucks und Pick-ups. In den vergangenen Jahren waren Marken wie Audi und Volkswagen mit der Einf?hrung von Dieseltechnologie in den USA denn auch kr?ftig auf die Nase gefallen. Nun versuchen beide zusammen mit DaimlerChrysler unter dem Namen Bluetec von 2008 an einen Neustart. Zun?chst wird Audi den Q7 3.0 TDI Bluetec auf den Markt bringen. Sp?ter folgt demzufolge Volkswagen mit "Saubermodellen" von Passat, Jetta und Golf TDI.

Reinigende Kr?fte

Unter dem Namen Bluetec werden Dieselmotoren mit einem System zur Abgasnachbehandlung zusammengefasst, das auch die strengsten Emissionsvorschriften des US-amerikanischen Marktes erf?llt. Die eingesetzte Techniken dient dazu, insbesondere Stickoxide (NOx) zu reduzieren - die einzige Abgas-Komponente, die heute bei Dieselmotoren konzeptbedingt noch ?ber dem Wert von Benzinmotoren liegt. K?nftig k?nnen auch die besonders niedrigen kalifornischen Grenzwerte erf?llt werden.

Je nach Fahrzeugklasse kommen unterschiedliche NOx-Reinigungssysteme zum Einsatz. So wird bei der einen Version ein Oxidations-Katalysator plus Partikelfilter mit einem weiterentwickelten, besonders langlebigen NOx-Speicher-Katalysator kombiniert.

Eine weitere M?glichkeit, Stickoxide zu reduzieren, ist noch wirkungsvoller. Dabei wird beispielsweise AdBlue, ein wasserbasierter Harnstoff-Zusatz, in den Abgasstrom eingespritzt. Dadurch wird Ammoniak freigesetzt, das im nachgeschalteten SCR-Katalysator die Stickoxide fast vollst?ndig zu unsch?dlichem Stickstoff und Wasser reduziert.

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