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Nürburgring 2009 - Dramatische Stunden in der Nacht

27 Mai, 2009

Begeistert von Fahrzeug und Technik, enttäuscht vom Schicksal. So lässt sich zusammenfassen, mit welchen Eindrücken der Lohmarer Pilot Wolfgang Kudrass von der 37. Ausgabe des ADAC 24h-Rennens auf dem Nürburgring an die Agger zurückkehrt.

„Vorbei, Ende“, hieß es um exakt 11.05 Uhr am Sonntagvormittag, „die dramatischen Umstände konnte keiner vorhersehen.“

Kudrass und drei weitere Piloten aus England und Japan hatten nach nur der Hälfte der Zeit mit dem Mercedes SLK CK 35 RS im 188 Fahrzeuge großen Feld bereits einen hoffnungsvollen dritten Platz in der SP6-Klasse erobert und mit Platz 57 im Gesamtklassement zu diesem Zeitpunkt eine stabile Position im ersten Viertel erreicht.

Dass nach exakt 19.05 Stunden und 95 Runden für das 37-köpfige Team aus Technikern, Mechanikern, Fahrern, Versorgungskräften, Fahrern und Teamleitung das enttäuschende Aus kam, sieht der Lohmarer indes überraschend professionell gelassen. Grund für den zu frühen letzten Boxenstopp am Sonntagvormittag lieferte die defekte Hydraulik, „da steckt niemand ´drin, beim härtesten Rennen der Welt schon gar nicht.“

Dabei markiert ein nächtlicher Unfall den Anfang vom Ende. Die Kollision des japanischen Piloten mit einem Porsche führt zu massiven Zeitverlust von einer Stunde. „Wir hatten großes Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist, diverse Achsteile wir schnell ersetzen.“ Teamchef Rainer Brückner ist sicher: Im weiteren Rennverlauf führten weitere Schäden am Boliden – unter anderem musste die Benzinpumpe ausgetauscht werden - zum endgültigen Aus „das war auf den ersten Blick nicht festzustellen“.

Mercedes-Spezialist Kudrass attestiert dem CK 35 RS , der als einziger von dreien auf dem Ring mit professioneller Renntechnik ausgestattet an den Start gegangen war, einen „hervorragenden technischen Aufbau“. Einen ersten Härtetest hatte Kudrass der Startnummer 55 schon in den ersten Minuten abverlangt: In der Einführungsrunde kam das komplette Startfeld in einem aufsteigenden Streckenabschnitt zum Stehen (Kudrass: „so etwas habe ich noch nie erlebt“), „eine enorme Herausforderung an Getriebe und Kupplung, der Neustart des Motors nur mit Mühe.“

„Tolle Rundenzeiten“, lobt Brückner seine Crew, von der jeder den 350 PS-starken Boliden alle zum ersten Mal über die je 25,359 Kilometer lange Gesamtstrecke pilotiert hatte. Ohne den Pech-Faktor hätte die Taktik, „bei konstanter Leistung von hinten nach vorne fahren“, zum ersehnten Rennausgang geführt. Bei Rundenzeiten zwischen 9.50 und 10 Minuten sei das Ziel, Klassenbester sowie ein Platz unter den ersten 25 in der Gesamtwertung zu erreichen realistisch gewesen. „Und das ganz klar, ohne die Technik zu überreizen.“

Kudrass, der Japaner Yasushi Kikushi sowie die Engländer Peter Venn und Peter Gate waren mit kritischem Auge ausgesucht worden. „Leute, die wissen was sie tun, keine „Heißsporne“, sondern solche, die sowohl Strecke als auch das strenge Reglement gut kennen. Piloten, die einfach wissen, was Sache ist“, beschreibt der Brückner-Chef aus dem Schwarzwald seine Wahl.

Langstreckenspezialist und Autohaus-Betreiber Kudrass ist seit mehr als 30 Jahren im Motorsport beheimatet, Peter Venn war zum 15. Mal auf dem Ring dabei, Landsmann und Formel-3-Fahrer Peter Gate fühlt sich auf dem Ring zuhause und mehr als 5.000 Ringkilometer und internationale Erfahrung kann der Japaner Yasushi Kikushi vorweisen.

Bei dem Ergebnis klingt die Ansage von Sponsor Carlsson-Racing souverän: „Wir blicken nicht allein auf die Endwertung des Rennens. Die Erfahrungen aus der 24-stündigen Dauerbelastung fließen direkt in die Fahrzeugentwicklung ein.“ Carlsson Racing startete das fünfte Jahr in Folge mit dem CK35 RS auf Basis des Mercedes-Benz SLK in der Hubraumklasse SP6 für 3000 bis 3500 Kubikzentimeter. www.autohaus-kudrass.de

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