BMW 335d gegen 335i: Brenn-Strecke
10 November, 2006
Was verbrennt sch?ner, Benzin oder Diesel? Eine diffizile Frage - ganz besonders, wenn es um die neuen Topmodelle in der BMW 3er-Reihe geht. 335 gegen 335, i gegen d, da ist auf Anhieb nur eines klar: Spitze sind sie beide.
Preislich liegen beide Topmodelle nicht weit auseinander. Der 335i, sofern mit Automatikgetriebe best?ckt, kommt auf 41.600, der serienm??ig automatisch schaltende 335d auf 42.500 Euro. Die Qual der Wahl d?rfte das nicht mildern. Aber auch das PS-Angebot macht die Entscheidung nicht nennenswert leichter: 306 PS offeriert der Benziner, 286 der Diesel - ein Unterschied, der kaum der Rede wert ist. Zielf?hrender erscheint es da schon, sich die Drehmomentwerte vor Augen zu f?hren. Die 400 Newtonmeter, die der 335i stemmt, sind ja nicht von schlechten Eltern, aber verglichen mit den ?ppigen 580 Newtonmetern des 335d ist er eher ein H?nfling.
Entsprechend ungest?m kommt der Selbstz?nder zur Sache. Schon kleine Regungen im Gasfu? gen?gen, um enormen Schub auszul?sen, wobei sich der Turbodiesel im Gegensatz zu vielen Artgenossen nicht lange bitten l?sst. Reintreten und abzischen - dazwischen bleibt kaum Zeit zum Luftholen. In nur 6,3 Sekunden ist man auf Tempo 100, in 14,2 Sekunden auf 160, so leicht f?hrt dem 3er-Diesel also keiner davon. Auch nicht der 335i.
Weniger willkommen sind unterdessen andere Begleiterscheinungen. Die Kultiviertheit n?mlich, die der Diesel mit den zwei Turbos bisher im F?nfer an den Tag legte, scheint sich beim Umzug in den 3er verfl?chtigt zu haben. Die rauen T?ne jedenfalls, die im 335d aus dem Maschinenraum dringen, entsprechen nicht gerade der feinen BMW-Art. Und auch die harte Federung schm?lert den Fahrgenuss.
Pracht-Benziner mit Tatendurst
Dem 335i-Fahrer ergeht es da nicht besser - Leistungsw?nsche beantwortet dieser Pracht-Benziner jedoch stets mit einem Tatendurst, als ginge es unabl?ssig um die Pole-Position, wobei es keine Rolle spielt, ob gerade 3.000 oder 6.000 Touren anliegen. Kraftvolles Ziehen geh?rt ebenso zu seinem Repertoire wie ungehemmtes Jubeln; Letzteres zumindest bleibt eben immer noch das Privileg des Ottomotors.
Dabei erweist sich die Automatik ?brigens keineswegs als Hindernis - im Gegenteil: Die kleinen Reste des Turbolochs werden vom nahtlos schaltenden Getriebe perfekt eingeebnet, und auch in puncto Beschleunigung sind keinerlei Nachteile zu bef?rchten. Die gemessenen Zeiten (null auf 100 km/h in 5,7, auf 160 km/h in 13,0 Sekunden) sprechen f?r sich.
335d oder 335i? Die Antwort liegt ?berraschend nahe: wenn BMW, dann richtig. Im Klartext: 335i, aus Freude am Fahren.
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