Smart: Die Rettung der Vergangenheit
09 November, 2006
Ob die kultige Kleinwagenmarke Smart eine Zukunft haben wird, entscheidet sich mit dem neuen Fortwo, der am Donnerstag (9.11) im Parkhaus eines Stuttgarter Kaufhauses enth?llt wird; wenigstens ist nun aber die Vergangenheit der kleinen Marke gesichert: Dem Engagement einiger Mitarbeiter ist zu verdanken, dass wichtige Smart-Prototypen nicht in der Schrottpresse landeten.
Das Parkhaus auf dem Areal des Smart-Hauptquartiers sieht aus wie Parkh?user nun mal aussehen. Schlicht, schmucklos, funktional. Es ist kalt und zieht und ist vollgestellt mit allen m?glichen Varianten des Autowinzlings: Smart in der Feuerwehrausf?hrung, Smart als Flughafenmobil, Smart in Polizeiuniform. Es parken Mitarbeiter hier. Aber nicht auf der vierten Etage. Die ist so etwas wie eine Sperrzone. Versammelt ist hier in einem Teilbereich auf etwa 400 Quadratmetern die junge Geschichte der kleinen Marke, die f?r so gro?en Gespr?chsstoff sorgt in der Autowelt. Hinter eine Pfeiler spitzt das Gerippe eines Kleinstwagens hervor, so einer Art Golf-Caddy ohne Motorabdeckung. Nur wenn man es wei?, erkennt man in dem Autofragment ein Konzeptfahrzeug, mit dem 1994 erste Versuche zum Fahrverhalten des von einem Heckmotor getriebenen Smart angestellt wurde, gegen?ber leuchtet gelb im dusteren Licht des Parkdecks ein eindeutig als Smart identifizierbares Gef?hrt.
Es ist ein ziemlicher Zufall, dass das Auto noch existiert: 1996 war es im Rahmen der olympischen Spiele in Atlanta pr?sentiert worden. Als Vorhut, wie wohl die Amerikaner auf ein Fahrzeug reagieren w?rden, von dem man bef?rchten musste, dass des durch die K?hlerschlitze der gro?en Ami-SUV aufgeschnupft werden k?nnte. Dabei w?re das Autochen beinahe einer Bombe zum Opfer gefallen, die arabische Attent?ter unweit des Ausstellungsortes z?ndeten.
Fast den Controllern zum Opfer gefallen
Allerdings ist es bei fast allen der hier versammelten Smart-Prototypen ein Zufall, dass sie noch existieren. Ihre Feinde sa?en aber nicht im Lager arabischer Fundamentalisten, sondern in den Reihen der Konzern-Controller. Als 2005 das ganze Ausma? des finanziellen Debakels offenbar wurde, das Smart seiner Konzernmutter Daimler-Chrysler eingehandelt hatte, wurde die ganz dicke Sparkeule geschwungen. Alles was Kosten verursachte, kam auf den gro?en Pr?fstand. Dabei war man drauf gekommen, dass der Fuhrpark und die daran h?ngenden Folgekosten viel zu hoch waren. Also, Kosten runter, Autos weg. So weit, so normal f?r ein Unternehmen unter hohem Spardruck. Wohin aber mit den Fahrzeugen, unter ihnen viele Prototypen und f?r die Marke Smart einzigartige Modelle? "Wahrscheinlich w?ren die meisten verschrottet worden?, sagt ein hochrangiger Mercedes-Mann.
Das es nicht so weit kam, war dem Engagement einer Handvoll Mitarbeiter zu danken, unter ihnen Reiner Imdahl, Leiter der Entwicklungsabteilung, Fuhrparkchef Klaus Koerver und Andreas W?lke aus der Entwicklungsabteilung. W?lke, der am liebsten aus seinem Einsatz f?r die Marke ?berhaupt kein Aufheben machen w?rde, r?umt ein, dass f?r ihn Smart weit mehr ist, als nur ein Arbeitgeber. Und so hatte er schon einige Zeit vor der gro?en Krise und mit dem Segen seiner Chefs damit begonnen, in seiner Freizeit Standpl?tze von Protoypen zu eruieren, diese zu katalogisieren und ihre Geschichte aufzuschreiben. Schlie?lich wurden die Fahrzeuge am Standort in B?blingen untergebracht, Parkhaus, Deck vier. Versammelt sind dort etwa 90 Autos, darunter 60 Fortwo.
Der "gro?artige Einsatz? der Mitarbeiter hat dann auch Pressechef Heinz Gottwick bewogen, sich intensiv um das Thema zu k?mmern. Er erarbeitete eine Art Nutzungs- und Bewahrungskonzept. Dazu wurden die Smarties nach ihrer Bedeutung f?r die Marke eingestuft. Inzwischen wurden 22 Modelle offiziell in den Museumsbestand aufgenommen, etwa weitere 30 Modelle sollen als Leihgaben f?r Museen zur Verf?gung gestellt werden, was mit den restlichen passiert ist noch ungewi?. "Nat?rlich?, sagt Gottwick, "ist der erste Rechtslenker-Smart nichts f?r das Museum?, aber vielleicht finde sich ja ein Interessent f?r eine Ausstellung als Leihgabe oder eine Schule. Ein Smart wurde inzwischen an die Stadt B?blingen vermittelt. Interessenten k?nnen sich ?brigens gerne an Smart wenden.
Museen als neue Heimat gesucht
Versammelt ist so im Schummer-Licht der Parkgarage alles, was f?r Smart wichtig war und ist: Das Ur-Swatch-Mobil von Nicolas Hayek, das er noch zusammen mit VW realisieren wollte, die ber?hmte "Weihnachtskugel!?, jener Smart, der f?r den Pariser Automobilsalon im Gedenken an den Sonnenk?nig mit Blattgold belegt und Samtbrokat ausstaffiert wurde. Da sind die Spielereien mit Form und Farbe der fr?hen Modelle, die lebhaft von der Inspiration erz?hlen, mit der bei Smart am Auto der Zukunft gewerkelt wurde.
Aber damit ist es erst einmal vorbei. Eingestellt wurden Smart Forfour und Roadster, von den vielen Farben des Fortwo sind im Alltag fast nur schwarz und silber geblieben. Die Marke ist mit dem neuen Fortwo zur?ck geworfen auf ihren Kern. Wirtschafts-Prosa z?hlt f?r die zweite Generation, nicht Auto-Poesie. Aber vielleicht gelingt mit ihm und dem Markteintritt in den USA 2008 tats?chlich auch die wirtschaftliche Wende f?r die kultige Kiste. Man kann sich danach dann ja im Parkhaus, Ebene 4, nach Ideen f?r die Zukunft umschauen.
Es ist ein ziemlicher Zufall, dass das Auto noch existiert: 1996 war es im Rahmen der olympischen Spiele in Atlanta pr?sentiert worden. Als Vorhut, wie wohl die Amerikaner auf ein Fahrzeug reagieren w?rden, von dem man bef?rchten musste, dass des durch die K?hlerschlitze der gro?en Ami-SUV aufgeschnupft werden k?nnte. Dabei w?re das Autochen beinahe einer Bombe zum Opfer gefallen, die arabische Attent?ter unweit des Ausstellungsortes z?ndeten.
Fast den Controllern zum Opfer gefallen
Allerdings ist es bei fast allen der hier versammelten Smart-Prototypen ein Zufall, dass sie noch existieren. Ihre Feinde sa?en aber nicht im Lager arabischer Fundamentalisten, sondern in den Reihen der Konzern-Controller. Als 2005 das ganze Ausma? des finanziellen Debakels offenbar wurde, das Smart seiner Konzernmutter Daimler-Chrysler eingehandelt hatte, wurde die ganz dicke Sparkeule geschwungen. Alles was Kosten verursachte, kam auf den gro?en Pr?fstand. Dabei war man drauf gekommen, dass der Fuhrpark und die daran h?ngenden Folgekosten viel zu hoch waren. Also, Kosten runter, Autos weg. So weit, so normal f?r ein Unternehmen unter hohem Spardruck. Wohin aber mit den Fahrzeugen, unter ihnen viele Prototypen und f?r die Marke Smart einzigartige Modelle? "Wahrscheinlich w?ren die meisten verschrottet worden?, sagt ein hochrangiger Mercedes-Mann.
Das es nicht so weit kam, war dem Engagement einer Handvoll Mitarbeiter zu danken, unter ihnen Reiner Imdahl, Leiter der Entwicklungsabteilung, Fuhrparkchef Klaus Koerver und Andreas W?lke aus der Entwicklungsabteilung. W?lke, der am liebsten aus seinem Einsatz f?r die Marke ?berhaupt kein Aufheben machen w?rde, r?umt ein, dass f?r ihn Smart weit mehr ist, als nur ein Arbeitgeber. Und so hatte er schon einige Zeit vor der gro?en Krise und mit dem Segen seiner Chefs damit begonnen, in seiner Freizeit Standpl?tze von Protoypen zu eruieren, diese zu katalogisieren und ihre Geschichte aufzuschreiben. Schlie?lich wurden die Fahrzeuge am Standort in B?blingen untergebracht, Parkhaus, Deck vier. Versammelt sind dort etwa 90 Autos, darunter 60 Fortwo.
Der "gro?artige Einsatz? der Mitarbeiter hat dann auch Pressechef Heinz Gottwick bewogen, sich intensiv um das Thema zu k?mmern. Er erarbeitete eine Art Nutzungs- und Bewahrungskonzept. Dazu wurden die Smarties nach ihrer Bedeutung f?r die Marke eingestuft. Inzwischen wurden 22 Modelle offiziell in den Museumsbestand aufgenommen, etwa weitere 30 Modelle sollen als Leihgaben f?r Museen zur Verf?gung gestellt werden, was mit den restlichen passiert ist noch ungewi?. "Nat?rlich?, sagt Gottwick, "ist der erste Rechtslenker-Smart nichts f?r das Museum?, aber vielleicht finde sich ja ein Interessent f?r eine Ausstellung als Leihgabe oder eine Schule. Ein Smart wurde inzwischen an die Stadt B?blingen vermittelt. Interessenten k?nnen sich ?brigens gerne an Smart wenden.
Museen als neue Heimat gesucht
Versammelt ist so im Schummer-Licht der Parkgarage alles, was f?r Smart wichtig war und ist: Das Ur-Swatch-Mobil von Nicolas Hayek, das er noch zusammen mit VW realisieren wollte, die ber?hmte "Weihnachtskugel!?, jener Smart, der f?r den Pariser Automobilsalon im Gedenken an den Sonnenk?nig mit Blattgold belegt und Samtbrokat ausstaffiert wurde. Da sind die Spielereien mit Form und Farbe der fr?hen Modelle, die lebhaft von der Inspiration erz?hlen, mit der bei Smart am Auto der Zukunft gewerkelt wurde.
Aber damit ist es erst einmal vorbei. Eingestellt wurden Smart Forfour und Roadster, von den vielen Farben des Fortwo sind im Alltag fast nur schwarz und silber geblieben. Die Marke ist mit dem neuen Fortwo zur?ck geworfen auf ihren Kern. Wirtschafts-Prosa z?hlt f?r die zweite Generation, nicht Auto-Poesie. Aber vielleicht gelingt mit ihm und dem Markteintritt in den USA 2008 tats?chlich auch die wirtschaftliche Wende f?r die kultige Kiste. Man kann sich danach dann ja im Parkhaus, Ebene 4, nach Ideen f?r die Zukunft umschauen.
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