Aktuelle Auto News
 

Smartphone-Testkäufe: Warnung vor Onlineshopping mit Handy, Tablet und iPad

01 April, 2014

Ärgernisse und falsche Preise beim Onlineshopping mit Handy, Tablet oder iPad. Bei Smartphone-Testkäufen war die Einkaufsumme bisweilen drastisch höher als am PC. Der Trend ist klar. Millionen Onlineshopper verlassen immer häufiger ihren PC und greifen zu
.

Handy, Tablet oder iPad. Doch wer per App oder mobiler Seite bekannte oder auch kleinere Internet-Händler ansurft, sollte gewarnt sein. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt:
Viele Ärgernisse verwirren die Kundschaft, Preise verändern sich
irreführend wie von Geisterhand. Obendrein werden sie oftmals höher
als am PC angezeigt und - das belegen Testkäufe der Konsumentenschützer - im schlimmsten Fall auch kassiert.
Jeder vierte Deutsche shoppt regelmäßig mobil:
vom heimischen Sofa wie von unterwegs. 40 Prozent aller Smartphone-Besitzer nutzten im vergangenen Jahr ihr Gerät auch zum Einkaufen, meldet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels.
Ein rasch wachsender Milliarden-Markt.
Der mobile Interneteinkauf ist speziell für kleinere Geräte optimiert
- mit weniger Bildern und Texten. Offenbar birgt er allerdings mehr
Gefahren als die Festnetz-Variante mit PC und großem Bildschirm. Das
jedenfalls musste die Verbraucherzentrale NRW feststellen, als sich
ihre Tester mit Smartphone, Tablet und iPad bei Onlinehändlern umschauten. Frust stellte sich bereits ein, wenn Geräte mit Displays zwischen drei und neun Zoll immer wieder auf dafür
nicht optimierte Händler-Seiten trafen. Die Navigation mit Daumen
und Zeigefinger machte es schwierig bis fast unmöglich, Produkte auszuwählen oder sie in den Warenkorb zu legen.
Unverständlich: Obwohl Firmen eine spezielle Seite für iPad & Co betreiben, wurden die Test-Geräte bisweilen einfach auf die komplexere PC-Variante umgeleitet - oder aber, die maßgeschneiderte Seite mochte partout nicht laden.
Doch auch wer es in die Welt der angepassten Web-Schaufenster
schaut, bleibt von Ärgernissen nicht verschont. So landete man etwa
nach Eintippen des Händlernamens A (Getgoods, Tanc) in die Adresszeile
des Browsers unverhofft im Shop von Händler B (Hoh, Schuhdealer).
Vor allem bei Sonderangeboten heißt es oftmals für mobile
Schnäppchenjäger: „Wir müssen leider draußen bleiben.“ Beispiele
dafür waren der Technikshop Pearl sowie Hornbach: Die Baumarkt-Kette
feierte prominent auf der PC-Seite eine „Raus-damit“-Aktion. Bei der
lockten mehr als 100 drastisch reduzierte Artikel, vom Gartentisch bis
zum Hochdruckreiniger. Auf der angepassten Seite für Handys jedoch
fahndeten die Tester - selbst mit Hilfe der verdutzten Hornbach-Hotline - vergebens nach den Knallern.
Sogar Apps bereiteten Probleme
en masse. Dabei wollen Firmen, die die Mini-Programme via iTunes und
Googleplay gratis offerieren, eigentlich zeigen, dass sie sich besonders um Handy-Kunden mühen. Apps verheißen „ein erstklassiges Online Shopping Erlebnis“ (eBay-Werbung).
Schön wär´s. Des Öfteren nämlich konnten Apps nicht genutzt werden,
weil sie mit der eingesetzten Gerätschaft nicht kompatibel waren.
Bei der Teleshopping-Firma QVC wiederum öffnete sich nach
der Installation lediglich ein interaktiver Katalog. Motto: Blättern ja, kaufen nein.
Schlimmer noch:
Immer wieder stießen die Tester auf Ungereimtheitenbei Produkt- und Preisangaben. Mal fehlten Angebote komplett, mal veränderten sich Preise irreführend wie von Geisterhand:
von der Suchliste über die Detaildarstellung über den Warenkorb bis hin zur Kasse.
Mehrere Beispiele dafür bot Otto.
Wer etwa per iPad-App eine Sony Kamera, die regulär 149,99 Euro kostete, in den Warenkorb legte, durfte staunen, wie der Preis dort auf 169,99 Euro schoss.
Auch Branchenprimus Amazon patzte wiederholt bei „Blitzangeboten“.
So wurde bei der Suche per Android-App ein Grundig-Bartschneider
mit 19,99 Euro angezeigt.
Erst ein weiterer Klick auf den Artikel brachte den aktuellen Preis von 15,99 Euro aufs Display.
Kurios: Während Amazons Apple-App hier korrekt arbeitete, lief es
auf der mobilen Android-Seite wieder fehlerhaft. Über diesen Weg verärgerte auch eBay. Ein Damen-Blazer, als eBay-WOW für 99 Euro beworben, verschwand nach einem Klick im Web-Nirwana. Wechselnde
Preise bei einem Produkt während des Such- und Bestellprozesses waren
auch bei den Apps von Media-Markt und Conrad zu notieren.
Kaum zu glauben waren die Erlebnisse bei insgesamt zehn Onlineshops
in der Stichprobe. Bei denen legten die Tester im mobilen Warenkorb
Produkte ab, die es zeitgleich via PC deutlich billiger gab. Das
reichte von 2,09 statt 1,04 Euro für Hygiene-Einlagen (Allyouneed) bis
hin zu einem Ultrabook (Notebooksbilliger) das statt 699 satte 200 Euro mehr kosten sollte. Gleiches passierte bei Cyberport, Otto und Technikdirekt.
Bei fünf Unternehmen drückte die Verbraucherzentrale per Handy auf
den Kaufen-Button: jeweils auf den mobilen Seiten von Capellishop und
Comtech, von Dewall-Design und Trendaffe sowie von Uhrzeit.org.
Ein überaus teures Vergnügen im Vergleich zum PC-Kauf. Die Wintermütze
Pom Pom von Capellishop kostete so statt 3,95 Euro nunmehr
fast 10 Euro. Comtech wiederum zog bei einem 47-Zoll-TV satte 150
Euro mehr vom Konto ein: 1149 statt 999 Euro. Alle fünf Käufe zusammen
wären am PC 304,20 Euro billiger gekommen.
Was viele erstaunen wird: Verboten ist diese unterschiedliche Preisgestaltung zwischen PC und Handy nicht. Deshalb ist es nach Meinung der Verbraucherzentrale NRW dringend angeraten, bei einer mobilen Shoppingtour die Einkaufsumme zeitnah mit den Preisen auf der
PC Shoppingseite des Händlers abzugleichen.
Denn Online-Bestellungen können in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware widerrufen werden.
Rätselhaft ist, ob Händler um die mobilen Erlebnisse der Konsumentenschützer wissen oder ob sie auf technischen Problemen beruhen.
Echtes Interesse an einem Zweiklassen-Preismodell sollten Online-Unternehmen eigentlich nicht haben. Andernfalls könnten Millionen Kunden das Vertrauen in diese Art des Shoppings verlieren.
Fakt ist: Auf Nachfrage antworteten die Mehrkassierer-Shops wie
Uhrzeit.org, der sich für eine Herrenuhr (PC-Preis 189 Euro) einen
Handy-Aufschlag von 60 Euro gegönnt hatte: „Unsere Preise und
Konditionen sind stets gleich, egal auf welchem Wege Sie Ihre Bestellungen tätigen.“ Verbraucherzentrale NRW www.vz-nrw.de

zurück zu den News      



RSS-FEED abonnierenRSS-FEED abonnieren

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Unsere Highlights