Drogen und Alkohol am Steuer
06 September, 2006
Wieviel Risiko ist ertr?glich?
ar - 5. September 2006. Die Senkung der Promillegrenzen l?sst die Hoffnung aufkeimen, dass der Alkohol im Stra?enverkehr als Unfallursache an Bedeutung verliert. Und tats?chlich: Alkoholdelikte sind in den vergangenen zehn Jahren stark r?ckl?ufig. Die Zahl der Alkoholunf?lle mit Personensch?den sank von 34 468 im Jahr 1995 auf 22 004 im Jahr 2005.
Daf?r stieg die Zahl der Unf?lle unter Drogeneinfluss im gleichen Zeitraum von 607 auf 1373, also um mehr um 100 Prozent. Und Medikamente werden als Unfallursache immer bedeutender werden, da sind sich die Experten einig. Diesen Themen widmete sich ein Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates in Bonn, dass heute zu Ende ging.
Prof. Hans-Peter Kr?ger vom Interdisziplin?ren Zentrum f?r Verkehrswissenschaften der Uni W?rzburg gab einen ?berblick. Dabei r?ckt vor allem der Alkoholkonsum in ein dunkles Licht. Bei 7,8 Millionen Bundesb?rgern liegt ein "riskanter Konsum" vor, 2,4 Millionen Menschen wird ein "missbr?uchlicher Konsum" bescheinigt, 1,5 Millionen Personen gelten als abh?ngig. Innerhalb der EU findet der Statistik zufolge jede f?nfte Autofahrt unter Alkohol statt. Dabei, so Kr?ger, "gilt bei Fahranf?ngern ab dem ersten Schluck eine erh?hte Unfallgefahr vor". Das sei inzwischen empirisch ausreichend untersucht. Bei erfahrenen Fahrern ist ab 0,4-Promille eine erh?hte Unfallgefahr auszumachen. Sie steigt mit erh?hter Promillekonzentration auf das bis zu F?nffache. Die Kombination mit bestimmten Medikamenten l?sst diese Gefahr regelrecht "explodieren".
Die Wissenschaft und die Gesetzgebung haben sich im Verlauf der Jahre auf immer strengere Regeln geeinigt, wenn es um Alkohol geht. 1966 galten 1,3 Promille als Grenze der Fahrunt?chtigkeit, 1990 waren es 1,1 Promille, seit 1998 sind es 0,5 Promille. Als n?chstes wird wohl ein Alkoholverbot f?r Fahranf?nger kommen, so Kr?ger. Er warnt jedoch vor einem kausalen Zusammenhang zwischen dem R?ckgang der Unfallzahlen und der Senkung der Promillegrenze. Den versuchte Andrea Hasse von der Bundesanstalt f?r Stra?enwesen (Bast) herzustellen. Tats?chlich sind die Unfallzahlen in den vergangenen 30 Jahren nahezu auf gleichem Niveau geblieben (etwa 370 000), die Unf?lle unter Alkoholeinfluss jedoch um mehr als die H?lfte gesunken. 2005 waren es rund 22 000 F?lle, vor 30 Jahren waren es rund 51 000. Auff?llig dabei ist der Grad der Trunkenheit von ertappten Autofahrern: 75 Prozent der Fahrzeuglenker haben mehr als 1,1 Promille, sind also auch im rechtlichen Sinn v?llig fahrunt?chtig. 85 Prozent der Fahrer unter Alkoholeinfluss sind zwischen 18 und 54 Jahren alt, ?ber 80 Prozent M?nner.
Bei Cannabis-Konsum ist die Sache scheinbar klar, die Analyse-Techniken werden immer besser. Wer mit einer Konzentration von mehr als einem Nanogramm pro Milliliter Blut erwischt wird, ist die Fahrerlaubnis weg. Aber "Nachweis ist nicht gleich Wirkung", so Kr?ger. Derart geringe Konzentrationen lassen sich nachweisen, eine Wirkung aber nicht mehr. Nicht in jedem Labor k?nnen die Toxikologen geringe Dosen nachweisen, aber die Grenzwerte richten sich hier nach den M?glichkeiten eines Beweises. Klare Vorgaben des Gesetzgebers gibt es zwar, aber die Folgen des Passivrauchens sind nur unzureichend untersucht. 1,5 bis zwei Millionen Konsumenten von Cannabisprodukten sind auf unseren Stra?en unterwegs. Tendenz steigend. Waren es fr?her fast ausschlie?lich junge Menschen, die "kiffen", sind es mittlerweile verst?rkt auch ?ltere.
Bei Medikamenten gilt ein Versto? gegen das StVG nicht, wenn das Medikament verordnet wurde. Eine fragw?rdige Regelung, denn die Zahl der Autofahrer, die unter Medikamenteneinfluss fahren, wird wegen der h?heren Zahl ?lterer Verkehrsteilnehmer stetig steigen. Das Risiko auf Rezept wird zum Problem. 1,3 Milliarden Packungen unterschiedlicher Medikamente werden allein in Deutschland pro Jahr eingenommen, viele Schr?nken die Fahrt?chtigkeit ein.
Wie viel Risiko ist ertr?glich? Darf der "Schoppen" zum Essen "als Teil unserer Kultur" nicht verboten werden? Muss jeder, der Drogen konsumiert hat, den F?hrerschein abgeben? Was passiert mit dem Millionen von Menschen, die Medikamente unterschiedlichster Art nehmen m?ssen? Kr?ger fordert eine gesellschaftliche Debatte. Und er fordert, nicht mit verschiedenen moralischen Ma?st?ben zu messen. Denn die Bewertung von Alkohol und anderen Drogen ist nach wie vor eine v?llig unterschiedliche, auch wenn er als Unfallursache weit vorn liegt.
Quelle: www.auto-reporter.net
Prof. Hans-Peter Kr?ger vom Interdisziplin?ren Zentrum f?r Verkehrswissenschaften der Uni W?rzburg gab einen ?berblick. Dabei r?ckt vor allem der Alkoholkonsum in ein dunkles Licht. Bei 7,8 Millionen Bundesb?rgern liegt ein "riskanter Konsum" vor, 2,4 Millionen Menschen wird ein "missbr?uchlicher Konsum" bescheinigt, 1,5 Millionen Personen gelten als abh?ngig. Innerhalb der EU findet der Statistik zufolge jede f?nfte Autofahrt unter Alkohol statt. Dabei, so Kr?ger, "gilt bei Fahranf?ngern ab dem ersten Schluck eine erh?hte Unfallgefahr vor". Das sei inzwischen empirisch ausreichend untersucht. Bei erfahrenen Fahrern ist ab 0,4-Promille eine erh?hte Unfallgefahr auszumachen. Sie steigt mit erh?hter Promillekonzentration auf das bis zu F?nffache. Die Kombination mit bestimmten Medikamenten l?sst diese Gefahr regelrecht "explodieren".
Die Wissenschaft und die Gesetzgebung haben sich im Verlauf der Jahre auf immer strengere Regeln geeinigt, wenn es um Alkohol geht. 1966 galten 1,3 Promille als Grenze der Fahrunt?chtigkeit, 1990 waren es 1,1 Promille, seit 1998 sind es 0,5 Promille. Als n?chstes wird wohl ein Alkoholverbot f?r Fahranf?nger kommen, so Kr?ger. Er warnt jedoch vor einem kausalen Zusammenhang zwischen dem R?ckgang der Unfallzahlen und der Senkung der Promillegrenze. Den versuchte Andrea Hasse von der Bundesanstalt f?r Stra?enwesen (Bast) herzustellen. Tats?chlich sind die Unfallzahlen in den vergangenen 30 Jahren nahezu auf gleichem Niveau geblieben (etwa 370 000), die Unf?lle unter Alkoholeinfluss jedoch um mehr als die H?lfte gesunken. 2005 waren es rund 22 000 F?lle, vor 30 Jahren waren es rund 51 000. Auff?llig dabei ist der Grad der Trunkenheit von ertappten Autofahrern: 75 Prozent der Fahrzeuglenker haben mehr als 1,1 Promille, sind also auch im rechtlichen Sinn v?llig fahrunt?chtig. 85 Prozent der Fahrer unter Alkoholeinfluss sind zwischen 18 und 54 Jahren alt, ?ber 80 Prozent M?nner.
Bei Cannabis-Konsum ist die Sache scheinbar klar, die Analyse-Techniken werden immer besser. Wer mit einer Konzentration von mehr als einem Nanogramm pro Milliliter Blut erwischt wird, ist die Fahrerlaubnis weg. Aber "Nachweis ist nicht gleich Wirkung", so Kr?ger. Derart geringe Konzentrationen lassen sich nachweisen, eine Wirkung aber nicht mehr. Nicht in jedem Labor k?nnen die Toxikologen geringe Dosen nachweisen, aber die Grenzwerte richten sich hier nach den M?glichkeiten eines Beweises. Klare Vorgaben des Gesetzgebers gibt es zwar, aber die Folgen des Passivrauchens sind nur unzureichend untersucht. 1,5 bis zwei Millionen Konsumenten von Cannabisprodukten sind auf unseren Stra?en unterwegs. Tendenz steigend. Waren es fr?her fast ausschlie?lich junge Menschen, die "kiffen", sind es mittlerweile verst?rkt auch ?ltere.
Bei Medikamenten gilt ein Versto? gegen das StVG nicht, wenn das Medikament verordnet wurde. Eine fragw?rdige Regelung, denn die Zahl der Autofahrer, die unter Medikamenteneinfluss fahren, wird wegen der h?heren Zahl ?lterer Verkehrsteilnehmer stetig steigen. Das Risiko auf Rezept wird zum Problem. 1,3 Milliarden Packungen unterschiedlicher Medikamente werden allein in Deutschland pro Jahr eingenommen, viele Schr?nken die Fahrt?chtigkeit ein.
Wie viel Risiko ist ertr?glich? Darf der "Schoppen" zum Essen "als Teil unserer Kultur" nicht verboten werden? Muss jeder, der Drogen konsumiert hat, den F?hrerschein abgeben? Was passiert mit dem Millionen von Menschen, die Medikamente unterschiedlichster Art nehmen m?ssen? Kr?ger fordert eine gesellschaftliche Debatte. Und er fordert, nicht mit verschiedenen moralischen Ma?st?ben zu messen. Denn die Bewertung von Alkohol und anderen Drogen ist nach wie vor eine v?llig unterschiedliche, auch wenn er als Unfallursache weit vorn liegt.
Quelle: www.auto-reporter.net
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