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Oldtimerkauf als Geldanlage

10 März, 2011

Unter bestimmten Umständen kann der richtige Oldtimerkauf eine clevere Idee sein, neben Hobby und Fahrspaß einen satten Wertzuwachs zu erzielen. Wichtig ist dabei aber, Kosten und Trends im Blick zu haben und auf das richtige Image zu setzen.

Fondskonzepte, Investmentspezialisten, Oldtimer-Index: Autos mit Klassikerstatus sind heute oft nicht mehr nur Liebhaberstücke. Beflügelt durch teils hohe Wertsteigerungen in der Vergangenheit, wird das Thema Oldtimer zunehmend auch von Banken als ernsthafte Alternative bei der Wertanlage in Betracht gezogen. Der Grund: Rein rechnerisch erzielen Oldtimer mitunter eine Rendite von fünf bis zehn Prozent und sind zudem stabiler im Wert als Immobilien. Von der Statistik blenden lassen sollten sich die Liebhaber von Old- und Youngtimern allerdings nicht. Denn zum einen verlaufen die Wertentwicklungen von Modell zu Modell sehr unterschiedlich, zum anderen ist die Preisentwicklung stark von emotionalen und somit kaum berechenbaren Faktoren abhängig. Die Einschätzung von Matthias Gerst, Oldtimer-Experte von TÜV SÜD: „Oldtimer sind und bleiben in erster Linie eine Leidenschaft und ein aufwändiges Hobby. Wenn der Wert des Wagens steigt und sich so ein möglicher Gewinn ergibt, ist das sicher ein schöner Effekt. Sich einen Oldtimer nur als Wertanlage zu kaufen oder bei einem Youngtimer auf steigende Preise zu setzen – dazu braucht es sehr gute Kennnisse und ein herausragendes Gespür für die Trends am Fahrzeugmarkt.“
Wer beim Faible für Fahrzeuge auch die Vermögensbildung im Blick hat, kann sich inzwischen sogar in einem Oldtimer-Index informieren. Der DOX des Verbands der Automobilindustrie (VDA) listet auf, wie sich die mobilen Raritäten entwickeln. Ganz oben auf der Liste der Fahrzeuge mit den größten Wertsteigerungen der vergangenen Jahre: Citroen 2 CV, Fiat 500 und Porsche 924.
Wie labil die rollende Anlage allerdings sein kann, das zeigt der aktuelle Wertverfall beim Porsche 911. Gerst: „Wer sein Vermögen in den Traumwagen investiert, sollte bedenken, dass die Investition keineswegs rezessionssicher ist, und man zudem nur sehr selten schnell wieder an sein Geld kommt.“
Die Autos im DOX belegen: Für die Geldanlage interessieren sich nicht nur Betuchte. Die Investition in echte Klassiker ist jedoch um einiges sicherer als in Youngtimer, weil sich die Werte hier einigermaßen stabil einwickeln. Außerdem ist der Gewinn in Summe größer, je höher der Wert des Autos ist. Kostet der Wagen 100.000 Euro, kann die jährliche Rendite bei bis zu 10.000 Euro liegen. Gefahren bei der Investition in einen Youngtimer lauern dagegen wegen starker Wertschwankungen am Markt und weil die Rendite schnell für den Erhalt draufgehen kann. Dazu Gerst: „Bei einer Kaufsumme von 5.000 Euro muss man bedenken, dass der Wertzuwachs entsprechend geringer ist. Bei einem kleinen Sachwert gehen die Gewinne also schnell mal für eine einzige Reparatur drauf.“ Trotzdem wird der Kauf eines günstigen Youngtimers zunehmend attraktiver. Das liegt zum einen am geringen Preis und zum anderen am Imagezuwachs der Autos aus der Elterngeneration. Wer das Risiko liebt, kann zudem darauf setzen, dass der Wagen an der Schwelle zum Klassiker unter Umständen enorm Gas gibt beim Wertzuwachs, wohingegen Klassiker sich stabil aber gemächlich entwickeln.

Den Trend im Blick
Wer die Investition in einen Youngtimer wagt, muss auf jeden Fall den richtigen Riecher haben, um die Chassis mit großen Chancen frühzeitig zu erkennen. „Wichtig ist dabei, stets gut über Trends informiert zu sein und kühl zu rechnen“, so Gerst. Beispiele aus der Vergangenheit sind da etwa der 2 CV oder der Fiat 500. Diese Fahrzeuge haben den geringen Anschaffungspreis und die starke Wertsteigerung aufgrund wachsender Beliebtheit gemeinsam. Wer hätte gedacht, dass man für eine gut erhaltene Ente heute bis zu 8.000 Euro bekommt oder bis zu 10.000 Euro für einen Fiat 500. Hätte man vor 20 Jahren das richtige Näschen gehabt, hätte man mit diesen Wagen gute Renditen erzielt – inklusive aller Kosten für Wartung, Pflege und Versicherung. „Über die modellüblichen Wartungs- und Reparaturkosten muss man sich jedoch vorher gut informieren. Sie müssen immer in einer vernünftigen Relation zum Fahrzeugwert stehen“, so Gerst.
Das Image pflegen
Man braucht aber gar nicht 25 Jahre zurückblicken, um verlockende Beispiele zu finden: Einen Saab 900 hat man noch Anfang des Jahrtausends für unter 1.000 Euro bekommen. Heute ist der Youngtimer zum absoluten Liebhaberauto geworden.

Unter 10.000 Euro ist heute kaum noch ein fahrbereites Exemplar auf dem Markt. Ein anderes skandinavisches Beispiel: der Volvo 240. Ihn bekommt man heute für 5.000 Euro – Tendenz steigend. Großer Vorteil des Schwedenlasters: Er muss nur selten in die Werkstatt, Ersatzteile sind leicht zu bekommen und darüber hinaus kann man fast alles selbst reparieren. Und weil Rost im hohen Norden auch kein großes Thema ist, können Freunde der schwedischen Lebensart die kleine Geldanlage bedenkenlos im Alltag einsetzen und mit guter Pflege den Wert unter Umständen steigern und obendrein das Image pflegen. Wer’s zudem gemütlich und sicher mag, für den ist der Volvo genau der Richtige. Besonders beliebt: die Kombis.
Stichwort Image: Sowohl Saab 900 als auch Volvo 240 – beide Autos gelten bei Fernsehmachern als beliebtes Accessoire, um die Individualität des Protagonisten zu unterstreichen – genauso wie ein Porsche 911 mit Fuchsfelgen, ein RO 80 in braun-metallic oder ein W 124 Kombi mit Anhängerkupplung. Wer hätte gedacht, dass ein TV-Kommissar im 21. Jahrhundert mit dem 190er Daimler am Tatort vorfährt und dabei cool rüber kommt? So genannte Außenseiterautos, deren Gebrauchtwagenpreise nach der Markteinführung ständig gesunken waren, stehen heute wieder hoch im Kurs. Dazu gehören der Porsche 924, 944 oder der Volvo 960.
Mit Köpfchen kaufen
Die Beispiele zeigen, dass sich die Motive für Autoliebhaber zunehmend ändern. Gekauft und gefahren, gepflegt und gezeigt werden die Wagen immer öfter von jenen, die Kindheitserlebnisse damit verbinden. Waren noch vor einiger Zeit ausschließlich große Werte wie Porsche, Maserati, Mercedes oder Bentley mit dem Oldtimer-Thema verbunden, hat der Fan-Nachwuchs anderes im Sinn: Lebensgefühl und Individualität stehen im Vordergrund. Und das teilweise mit wachsendem Bewusstsein für ein mögliches Potenzial als Wertanlage. Denn immer mehr kaufen den Wagen mit Köpfchen. Dabei steht für die Retro-Fans nicht nur Pflege oder Besitz im Vordergrund: Ein großer Vorteil der Wagen aus den Achtzigern ist, dass sie einerseits an der Schwelle zwischen Gebrauchsgegenstand und Oldtimer stehen, andererseits im Gegensatz zu vielen Oldtimern alltagstauglich sind. „Youngtimer-Besitzer wollen ihren Wagen fahren! Ein Schmuckstück nur für die Garage, das interessiert die neue Generation der Autoliebhaber wenig“, sagt Gerst. www.tuev-sued.de

Hier finden Sie unsere Tipps für einen perfekten Oldtimerkauf:
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