Lackreparatur - Lackschäden ausbessern
 

Lackreparatur - Lackschäden ausbessern


Sie haben Lackschäden am Auto, was nun? Hier finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen zur Lackreparatur, z. B. ab wann lohnt es sich, welche Kosten, welche Methode, Lackstift, Lackspray, Lackpflaster, Kombi-Sets oder doch besser eine professionelle Lackreparatur?

Definition
Als Lackreparatur bezeichnet man die Beseitigung/ Aufbesserung von kleinen Kratzern und Einbeulungen in der Karosserie von Fahrzeugen. Anstatt die komplette Lackierung des Verkehrsmittels zu erneuern oder kaputte Teile auszutauschen, bietet die Lackreparatur eine günstige Alternative, bei welcher nur die betroffenen Stellen bearbeitet werden.

Ab wann lohnt sich eine Lackreparatur?
Eine Lackreparatur ist in der Regel lohnenswert bei Schrammen, Stoßstangenrissen und -kratzern, Dellen und anderen Lackschäden. Genauso wie bei unschönem Vogelkot- und Streusalzrändern. Man kann sagen, dass dies bei Macken gilt, deren betroffener Bereich die Fläche eines DIN A3 Blattes nicht überschreitet.

Methoden - Lackschäden reparieren bzw. entfernen
Es gibt verschiedene Herangehensweisen um diverse Makel an der "Außenfassade" des Fahrzeugs zu beheben.

- Eine davon ist die Verwendung von Lackpflastern.
Ein sogenanntes "Lackpflaster" ist eine Art selbstklebender Lackfilm/ Folie, welcher farbtongetreu bestellt werden kann.
Vorgang:
Im Grunde ist das Anbringen des Pflasters kinderleicht und für jeden Nichtfachmann geeignet.
Zum Ankleben benötigt man ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten. Man kann sich das vorstellen, wie einen herkömmlichen Sticker, den man abzieht und aufklebt.
Allerdings muss die Stelle an die das Lackpflaster später angebracht werden soll, vorher gereinigt werden und anschließend getrocknet.
Bei Temperaturen unter fünf Grad sollte man jedoch mit der Anbringung warten, bis es etwas wärmer ist.
Wichtig ist dabei nur, dass man nicht einfach nach der Originalfarbe des Fahrzeugs im Neuzustand geht, sondern anhand von Mess-Streifen den aktuellen Farbton feststellt.
Zudem kann das Pflaster durch leichtes erwärmen mit einem Föhn wieder abgelöst werden.
Im Handel sind Lackpflaster in verschiedenen Größen erhältlich, jedoch ist individuelles Zuschneiden auch möglich.
Außerdem werden zur Anbringung keinerlei Hilfsmittel benötigt, die Folie ist genauso wind- und wetterbeständig wie bei anderen Methoden und vor allem ist so eine Lackfolie etwas für den kleinen Geldbeutel.
Lackpflaster sind schon für unter 20 Euro zu bekommen.

- Eine weitere Verfahrensweise ist die Verwendung von Lackstiften.
Lackstifte werden fast von jeder Automarke in den Originaltönen angeboten und sehen aus wie handelsübliche Eddings oder Fläschchen mit Pinsel (vergleichsweise ein Nagellack).
Vorgang:
Als Erstes ist es wichtig, dass die Stelle, welche später behandelt werden soll, sorgfältig gereinigt wird. Dafür verwenden Sie am besten Testbenzin (auch Waschbenzin, Siedergrenzbenzin oder Terpentinersatz genannt), welches Sie auf ein Wattepad oder -stäbchen auftragen.
Sollten sich an der beschädigten Stelle noch Teerreste befinden, können Sie auch zum Teer-Entferner greifen.
Bei schon angerosteten Schäden, muss man erst mit feinem Schleifpapier vorgehen und diese beseitigen. Hier ist allerdings äußerste Vorsicht geboten, denn der noch heile Lack um das beschädigte Areal, soll weiterhin heil bleiben.
Als Nächstes ist der Lackstift, je nach Gebrauchsanweisung, circa 30-40 Sekunden lang zu schütteln. Dies ist enorm wichtig, da sich die Farbpartikel, welche sich im Lackstift befinden, gleichmäßig aufteilen müssen.
Bei der Variante mit dem Pinseln, sollten Sie darauf achten, überschüssige Farbe vor dem Verwenden abzustreifen, sonst wird diese meist unregelmäßig und zu dick aufgetragen.
Häufig ist der Kratzer zu tief, um ihn mit nur einer Anwendung beheben zu können. Tragen Sie daher den Lack in mehreren dünnen Schichten auf, um auch unnatürlich ausgebessert aussehende Lackschäden zu vermeiden.
Bis zu drei Mal kann der Prozess erneut durchgeführt werden.
Jede Lackschicht sollte allerdings wenigstens 20 Minuten trocknen, bevor die nächste Schicht aufgetragen wird.
Im Anschluss kann man, muss man aber nicht, Klar-Lack auf die vorher ausgebesserten Stellen auftragen, um diesen mehr Glanz zu verleihen.
Genauso verhält es sich mit dem Nachpolieren. Bevor man sich jedoch ans Nachpolieren macht, sollte man sicherstellen, dass alle Lackschichten/Lacke schon getrocknet sind und diese nicht mehr entfernt.
Die Temperaturen für die Anbringung des Lackes sollten zwischen zehn und fünfundzwanzig Grad sein. Pralle Sonne sollte wegen zu schnellem Trocknen unterlassen werden.
Zu kaufen bekommt man einen Lackstift schon für knapp 4 Euro. Er kann mehrmals verwendet werden, trocknet aber auch schnell aus.
Zusätzlich zum Lackstift, dürfen Sie gleich in Einweghandschuhe investieren, um den Kontakt mit der Haut und mögliche Reizungen/Irritationen vorzubeugen.

- Die dritte Variante ist die Reparatur mittels Lackspray.
Ein Lackspray ist nichts anderes als ein Sprühlack. Die Farbpartikel werden durch Sprühen aufgetragen, statt zum Beispiel durch Aufpinseln. Lackspray gibt es ebenfalls in den Farbtönen der Originallacke der verschiedenen Autoherstellern und eignen sich für größere Stellen.
Vorgang:
Ebenfalls wie bei den anderen beiden Verfahrensweisen ist der erste Schritt, den Kratzer gründlich von Ölen, Fetten, Teer und anderen Verschmutzungen zu befreien.
Als Zweites wird die beschädigte Stelle abgeklebt. Das heißt, die Karosserieteile, die sich drum herum befinden. Dafür kann man Abdeckfolie oder Abdeckpapier und ein Abdeckband verwenden. Anschließend sollte nur noch die Stelle, welche später besprüht werden soll, freigelegt sein.
Der dritte Schritt ist es, die Sprühdose gut zu schütteln und dann kann es auch schon losgehen.
Zwischen Autolack und Spraydose sollten ungefähr 30cm bis 40cm Abstand gehalten werden. Gesprüht wird spiralförmig von außen nach innen.
In circa 10 bis 15 Minuten ist der Lack aufgetragen.
Auch hier gilt es, den Lack nicht zu dick aufzutragen, sonst können unschöne Lacknasen entstehen.
Ein Lackspray bekommt man schon ab 5 Euro. Zusätzlich benötigt man allerdings noch Abdeckpapier/Abdeckfolie für etwa 2 bis 6 Euro, ein Abdeckband für ungefähr 1 Euro und eine Schutzmaske schon ab 4r bis 5 Euro. Die Schutzmaske soll das Einatmen von schädlichen Dämpfen verhindern und ist durchaus zu empfehlen.

- Eine Möglichkeit zum Ausbessern von Dellen und extrem tiefen Kratzern, bieten sogenannte Kombi-Sets.
In ihnen ist Spachtelmasse, eine Kunststoffspachtel und ein Lackspray enthalten. Die Spachtelmasse dient zum Ausfüllen tieferer Lackschäden.
Vorgang:
Als Erstes muss der Bereich, der später behandelt werden soll, großflächig abgeschliffen werden.
Nun wird die Spachtelmasse mit Wasser gemischt.
Im nächsten Schritt wird die beschädigte Partie mit der zuvor angerührten Spachtelmasse abgedeckt. So das eine glatte Oberfläche zustande kommt.
Lassen Sie die behandelte Stelle nun gut trocknen. Beachten Sie dabei die Trocknungszeit, welche auf der Verpackung bzw. der Gebrauchsanweisung angegeben wurde.
Im Anschluss werden die überschüssige Spachtelmasse mit etwas Schleifpapier abgeschliffen.
Grundsätzlich sollten Sie, bevor Sie den eigentlichen Sprühlack auftragen, einen Haftgrund anbringen. Dieser trägt dazu bei, dass der Originallack besser haftet. Vergessen Sie nicht, vor dem Anwenden des Haftgrundes, die entsprechenden Partien abzukleben.
Haben Sie die oben genannten "Punkte" nun alle "abgearbeitet", können Sie mit dem Lackieren beginnen.
Spachtelmassen mit Kombisets kann man ab 10 Euro käuflich erwerben.

Professionelle Lackreparatur
Eine fachgemäße Lackreparatur ist beispielsweise die "Spot-Repair" oder auch "Smart-Repair" Methode.
Bei dieser Art der Farbaufbesserung wird zusätzlich zum eigentlichen Schaden noch großzügig der Bereich drum herum behandelt.
Hierfür werden Techniken wie Spachteln, Spenglern, Lackieren und Polieren angewendet.
Zum Lackieren wird oft die Airbrush-Pistole verwendet, da diese punktuell anwendbar ist.
Als geeignet für diese Variante gelten Schäden, die eine Fläche von einem DinA4-Blatt nicht überschreiten. Genauso wie bei Dellen, kleinere Löcher und Risse.
Vorgang:
Der Fachmann schleift zuerst die beschädigte Stelle ab, dann spachtelt er sie und schleift sie erneut. Nun wird die Macke aufgefüllt und lackiert. Nach vollständigem und gründlichen trocknen, setzt der Profi noch einmal das Poliergerät an.
Die Kosten für eine "Smart-Repair-Reparatur" belaufen sich auf circa 50 bis 300 Euro.

Vorgänge:
Im Grunde genommen sind die Vorgänge bei allen Varianten recht identisch.
Hier die grobe Übersicht:
1. Richtige Farbe auswählen (RAL-Palette oder evtl. Hilfe durch einen Fachmann holen)
2. Beschädigte Stelle von Schmutz und Rost befreien (gegebenenfalls abschleifen)
3. Stelle präparieren, Umgebung checken (Wetter, Temperatur)
4. Vorkehrungen zur eigenen Sicherheit treffen (Handschuhe, Brille, Maske, etc. )
5. Benötigte Utensilien bereitlegen (Pinsel, Schmierzettel...)
6. Lackpflaster/ Lackspray bereitmachen
7. Richtiges Auftragen (evtl. auch mehrere Schichten)
8. Genügend trocknen lassen
9. Eventuell polieren

Vorteile:
Ein großer Vorteil bei der Lackreparatur ist, dass das Fahrzeug nicht komplett neu lackiert werden muss. So werden nicht nur Zeit, sondern auch enorme Kosten gespart.
Generell kann man durch die heimische Lackreparatur einiges sparen, denn man verzichtet auf einen professionellen Lackierer.
Des Weiteren verzichtet man auf einen Werkstattaufenthalt. Nimmt man die Lackreparatur abends vor, besteht die Möglichkeit, das Fahrzeug ganz normal am nächsten Morgen wieder zu benutzen. Man muss also nicht auf sein Auto verzichten, sondern bleibt mobil beziehungsweise spart die Kosten für einen Ersatzwagen.
Auch die Umwelt profitiert davon. Denn wenn nur die beschädigte Stelle behoben wird, statt am ganzen Fahrzeug Teile zu ersetzten oder komplett neu zu lackieren, wird die Umwelt nur minimal belastet.
Die Versicherung erkennt die Lackreparatur an.
Zu guter Letzt hat man logischer Weise auch einen geringeren Materialaufwand.

Was ist zu beachten?
Zu beachten ist, dass man das Produkt genau nach Herstelleranweisung handhabt.
Genauso muss die Farbwahl richtig ausfallen, sonst nutzt die beste Lackreparatur nichts. Die Nummer der Originalfarbe ist in den Fahrzeugpapieren zu finden.
Die Temperaturen sollten weder knapp über dem Gefrierpunkt sein, noch darf die Luftfeuchtigkeit zu hoch sein oder die pralle Sonne scheinen.
Des Weiteren muss die beschädigte Stelle lupenrein gesäubert sein.
Ebenfalls präzises Auftragen der Lackschichten, welche auch nicht zu dick auf getragen werden dürfen.
Auch ist komplettes Austrocknen der behandelten Partie notwendig.
Gesundheit steht an erster Stelle! Achten Sie darauf, sich richtig vor zum Beispiel giftigen Dämpfen zu schützen.

Lackreparatur oder Komplettlackierung?
Größere Lackschäden sind bedauerlicherweise trotz präzisem Arbeiten feststellbar. Das Fahrzeug verliert beim Verkauf deshalb an Wert. Ziehen Sie es also in Erwägung, dieses zu verkaufen, sollten Sie sich Gedanken machen, ob eine professionelle Lackreparatur in einer umliegenden Werkstatt, rentabler wäre und den Verkauf erleichtert.
Eine Komplettlackierung kann auch dann in Frage gestellt werden, wenn komplett über dem Kfz verstreut, Kratzer zu finden sind.
Sind die Beschädigungen tief und eher massiv, wäre eine Komplettlackierung auf jedenfalls ratsam.
Sind die Beschädigungen eher gering und oberflächlich, kann einem schon mit einer Lackpolitur in der dementsprechenden Originalfarbe geholfen sein. Eine solche Politur dient "Macken" abdeckend, wird auf dem gesamten Pkw verteilt und nach der dementsprechenden Einwirkzeit wieder entfernt.
Zudem kann man sagen, dass nach einer Komplettlackierung vom Fachmann, keinerlei Kratzer, Farbunterschiede und Co mehr zu sehen sind. Anders ist dies bei der Lackreparatur. Was auch den Wiederverkaufswert des Autos senkt. Wenn allerdings ein komplettes Bauteil neu lackiert werden muss, ist dies auch nicht gerade preiswert.
In der Regel kann man eine Komplettreparatur nicht pauschalisieren. Es kommt immer auf verschiedene Faktoren an. Dazu zählen die Größe des Schadens, wie schwerwiegend er ist und genauso die Möglichkeiten, diesen zu beheben. In einigen Fällen lohnt es sich, das Teil komplett lackieren zu lassen und nicht selbst an allen Ecken und Enden daran "herum zu pinseln" und "zu spachteln".
So kann man zum Beispiel behaupten: Bei kleineren Schäden reicht ein Lackpflaster vollkommen aus. Benötigt ein Bauteil gleich mehrere Lackpflaster ist vielleicht eher an eine Komplettlackierung zu denken.
Dies gilt natürlich im Falle eines dementsprechenden Budgets.

Tipps:
Im Anschluss, egal bei welcher Lackreparatur-Methode, ist es ratsam, das komplette Fahrzeug zu polieren und es mit Hartwachs-Politur zu "konservieren"! Bei Hartwachs bekommt man 300ml schon ab 6 Euro.
Ein weiterer Tipp ist, dass man zum entfernen von Rost einen Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine verwendet. Noch präziser ist allerdings sandstrahlen.
Danach die zuvor abgeschliffene Stelle mit Rostbeize oder Phosphorsäure (welche in der Apotheke erhältlich ist) bestreichen und einen Tag lang ruhen lassen.

Fazit:
Wenn keine Komplettlackierung notwendig ist, ist die Lackreparatur eine gute Variante, um kostengünstig Lackschäden zu entfernen. Insofern man ein geschicktes Händchen hat und die Anweisungen Schritt für Schritt befolgt, sollte ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis herauskommen, da auch das Handling meist recht einfach ist.
Bei älteren, vielleicht schon etwas ausgeblichenen Fahrzeugen kann jedoch die gekaufte Originallackfarbe von der jetzigen Lackfarbe abweichen und somit ist die behandelte Stelle eben doch ersichtlich. Professionelle Lackierer hingegen würden in so einem Fall die exakte Farbe mischen. Und gelernt ist eben gelernt!
Im Großen und Ganzen kann man jedoch sagen, dass die Lackreparatur eine praktische Erfindung für jeden Heimhandwerker/ Leihen ist, da man nicht gleich bei den geringsten Kratzern und Dellen mit seinem Fahrzeug in die Werkstatt muss.




Ähnliche Themen
Hilfreiche Tipps für Autobastler
Das sollten Sie bei der Lackpflege beachten
Reparaturanleitungen für die gängigsten Automarken
Autozeitschriften von A bis Z
Große Auswahl an Car Multimedia
Autowerkstatt und Fahrzeugreparatur