Rollerführerschein
 

Rollerführerschein - Mopedführerschein


Wissenswertes zum Rollerführerschein, vom Alter, Kosten, Voraussetzungen über Infos zum Modellversuch Mopedführerschein bereits ab 15 sowie hilfreiche Tipps zur Prüfung und Führerscheinklasse.

Als Moped wird ein Kleinkraftrad bezeichnet. Umgangssprachlich nennt man die Bescheinigung um Moped zu fahren "Mopedführerschein". Bei den Führerscheinklassen wird dies jedoch mit der Klasse AM bezeichnet.
Ähnlich einem Moped, ist ein Roller. Die Roller-Prüfbescheinigung wird auch unter der Führerscheinklasse AM zusammengefasst und sowohl die Bestimmungen als auch die Prüfung sind im Grunde die Gleiche.

Alter:
Das Mindestalter für das Fahren mit dem Moped beträgt 15 Jahre, sofern die Erziehungsberechtigten Ihre Zustimmung geben.
Dies ist aber nur ein Modelversuch, dass heißt es wird bis Ende April des Jahres 2018 ausprobiert, ob sich beispielsweise das Gefahrenbewusstsein junger Kraftfahrzeugführer und -führerinnen erhöht. Man kann sagen, ein Modelversuch ähnlich wie beim begleitenden Fahren "BF17".
Aber Aufgepasst! Dieses Experiment gilt nicht für alle Bundesländer Deutschlands, sondern nur für drei bestimmte Bundesländer. Nämlich: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Damit man den Mopedausweis gleich ab dem 15. Lebensjahr nutzen kann, darf man mit der Ausbildung an sich bereits ein halbes Jahr zuvor anfangen. Der Mopedschein wird auch erst ab dem Stichtag ausgestellt.
Für die anderen 13 Bundesländer Deutschlands ist ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben, denn um ein Kraftfahrzeug der Klasse AM zu führen, beträgt das Mindestalter grundsätzlich 16 Jahre.
Wie beim Pilotprojekt "Moped mit 15", darf man beim "Moped mit 16" auch sechs Monate zuvor mit dem Unterricht beginnen.

Voraussetzungen:
Grundsätzliche Voraussetzungen um sich überhaupt in der Fahrschule anmelden und am Kurs teilnehmen zu können, ist im Endeffekt nur das Alter und gegebenenfalls die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Ebenso ist ein Antrag mit aktuellem Passbild bei der zuständigen Behörde abzugeben. Desweiteren sollte man sich bewusst sein, dass man am Straßenverkehr teilnimmt und somit eine gewisse Verantwortung für sich und andere trägt. Deshalb gilt: vorausschauend und sicher fahren und vor allem sein Fahrzeug unter Kontrolle haben!
Ansonsten sind die Bedingungen für einen Rollerführerschein, dass man die vorgeschriebenen Theorie- und Praxisstunden absolviert und die Prüfung erfolgreich besteht.
Zudem braucht man ein gültigen Personalausweis und Sehtest, ein aktuelles biometrisches Passbild und einen Kurs über die "Lebensrettenden Sofort-Maßnahmen" am Unfallort.

Anforderungen:
Anforderungen für die Führerscheinklasse AM ist wie bei den anderen Führerscheinklassen auch, eine gute Konzentration, Aufmerksamkeit, eine gute Orientierung und Reaktionsfähigkeit.
Darüber hinaus muss genügend Dämmerungs- und Kontrastsehen vorhanden sein, genauso wie die sonstig geforderte Sehschärfe. Ist dies nicht der Fall, kann auf Sehhilfen zurückgegriffen werden.

Führerscheinklasse:
Mit der Führerscheinklasse AM ist es einem erlaubt, zweirädrige Kleinkrafträder zu fahren und diese sogar mit Beiwagen, sofern diese nicht schneller als 45 km/h fahren.
Seit 2013 gibt es die Klasse AM, welche die früheren Klassen S und M beinhaltet. Das bedeutet, dass man nun auch dreirädrige Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (Leermasse darf allerdings 350 kg nicht überschreiten), welche einen maximal Hubraum von 50ccm und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten, fahren darf.
Zuvor durfte man mit der Führerscheinklasse M kein Fahrzeug der Klasse S, beispielsweise ein Quad, fahren und umgekehrt. Mit der jetzigen Klasse AM ist beides möglich.
Eingeschlossen sind auch Fahrräder mit Hilfsmotor (Krafträder mit Merkmalen von einem Fahrrad).

Geschwindigkeit:
Eine Geschwindigkeit bis zu 45 km/h ist erlaubt und der Hubraum darf nicht größer als 50ccm sein.
Bei Elektromotoren ist eine Nenndauerleistung bis zu 4 kW gestattet.

Kosten:
Je nach Fahrschule variieren die Kosten stark. So liegen die Preise für einen Mopedausweis zwischen 150 und 300 Euro.
Dabei setzen sich die Kosten aus verschiedenen Faktoren zusammen. So kostet der Theorieunterricht inklusive Prüfungsgebühr ungefähr 100 Euro und eine Praxisstunde im Schnitt 30 Euro.
Oft bieten die Fahrschulen aber auch bestimmte Pakete an, mit denen man günstiger zum Rollerführerschein gelangt.
Sollten Sie durch die Prüfung fallen, fallen bei der Theorieprüfung erneut die Prüfgebühren an. Wenn Sie die praktische Prüfung nicht bestehen, trägt Ihnen Ihr Fahrlehrer noch ein paar Übungsstunden bis zur nächsten Prüfung ein. Die Kosten hierfür liegen bei circa 30 Euro pro Fahrstunde. Zusätzlich fallen auch hier die Prüfgebühren nochmals an.

Prüfung:
Die Theorieprüfung umfasst beim Ersterwerb 30 Fragen. Man darf maximal zehn Fehlerpunkte erzielen, wobei die verschieden Fragen je nach Schwierigkeitsgrad und Bedeutsamkeit mit zwei bis fünf Fehlerpunkten bewertet sind. Wenn sich die zehn Fehlerpunkte aus zwei Fragen mit jeweils fünf Fehlerpunkten zusammensetzen, gilt die Theorieprüfung als nicht bestanden.
Bei einer Erweiterung der Fahrerlaubnis, müssen nur noch 20 Fragen beantwortet werden, wobei aber auch ausschließlich sechs Fehlerpunkte erreicht werden dürfen.
Die Theorieprüfung erfolgt elektronisch.
Wurde nun die Theorieprüfung erfolgreich absolviert, darf man zur Praxisprüfung antreten. Die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten. Bevor die Prüfungsfahrt los geht, werden die fahrtechnischen Vorbereitungen wie zum Beispiel die Spiegel richtig einstellen, getroffen. Zum normalen Fahren im Straßenverkehr müssen zusätzlich vier von sieben möglichen Grundfahraufgaben bewältigt werden.
Die Grundfahraufgaben sind:
  1. Ca. 25 Meter Schrittgeschwindigkeit mit geradem Blick nach vorne fahren.
  2. Einem Hindernis bei 40 km/h ausweichen ohne abzubremsen.
  3. Aus 40 km/h abbremsen und dem Hindernis ausweichen.
  4. In einem Kreis mit neun Meter Durchmesser fahren.
  5. Aus 40 km/h mit höchstmöglicher Verzögerung bremsen.
  6. Slalom mit sieben Meter Abstand fahren (bei 30 km/h) / Slalom mit Schrittgeschwindigkeit.
  7. Slalom mit neun Meter Abstand fahren (bei 30 km/h).
Maximal drei von den vier verlangten Grundfahraufgaben dürfen einmal wiederholt werden.
Was immer abgeprüft wird, ist das richtige Anfahren, sprich: kurz vor dem Losfahren in den Spiegel schauen, einen Schulterblick tätigen und blinken. Außerdem wird kontrolliert, ob der Prüfling den Mittel- oder Seitenständer ordnungsgemäß benutzt und das Kraftfahrzeug richtig anlässt.

Vergessen Sie auch auf keinen Fall Ihre geeignete Schutzkleidung am Tag der Prüfung, das heißt: Handschuhe, Schutzhelm, festes und knöchelhohes Schuhwerk und eine gut anliegende Jacke.
Sollten Sie allerdings einen anderen Führerschein besitzen, so ist keine weitere Mopedprüfung zu absolvieren, denn die Klasse AM ist bei den anderen Führerscheinklassen mit inbegriffen.

Mopedführerschein Theorie:
Die Theorie besteht aus einem Theoriekurs von sechs Unterrichtseinheiten Grundstoff von jeweils 90 Minuten, bei Erweiterung. Bei Ersterwerb sind es zwölf Doppelstunden Grundstoff. Außerdem müssen sowohl bei Ersterwerb, als auch bei Erweiterung, zwei Doppelstunden klassenspezifischer Zusatzunterricht besucht werden.

Mopedführerschein Praxis:
Parallel zum Theorieunterricht, kann am Praxiskurs teilgenommen werden. Praxisstunden bekommt man entweder in einer kleinen Gruppe oder als Einzelunterricht.
Der Praxiskurs beinhaltet mindestens acht Unterrichtseinheiten, wovon zwei oder mehr Fahrstunden im öffentlichen Straßenverkehr erfolgen, die Restlichen auf dem Übungsplatz. Zudem hängt die Anzahl der Fahrstunden mit dem Lernfortschritt und den persönlichen Fähigkeiten zusammen.
Im Durchschnitt werden ungefähr 10-12 Praxisstunden benötigt.

Prüfbescheinigung:
Seit Januar 2013 ist, wie bei fast allen anderen Führerscheinklassen auch, bei der Klasse AM die Fahrerlaubnis nur noch 15 Jahre anerkannt.
Nach Ablauf der 15 Jahre muss der Führerschein neu beantragt werden. Die Prüfung an sich, ist nicht erneut zu absolvieren.
Wer seinen Führerschein vor 2013 gemacht hat, als er noch unbefristet bzw. "auf Lebenszeit" gültig war, muss diesen bis zum Jahr 2033 umtauschen und einen Neuen aufstellen lassen.

Prüfungsbögen/ Fragen - Kostenlose Prüfungsbögen finden Sie im Internet zum Beispiel bei:
www.fahrschule.de/Testbogen
www.fuehrerscheintest-online.de/klasse-am

Apps:
Pocket Fahrschule Lite (kostenlos; mehr als 100.000 Downloads; 3,8 von 5,0 Sternen)
Fahrschule (ca. 2,50Euro; mehr als 5.000 Downloads; 4,7 von 5,0 Sternen)
Führerschein 2013 (kostenlos; mehr als 100.000 Downloads; 3,7 von 5,0 Sternen)

Tipps:
Als Erstes ist es wichtig, dass Sie dem Prüfer gut zuhören. Konzentrieren Sie sich speziell bei den Grundfahraufgaben auf das Geforderte und führen Sie die Aufgabe so durch, wie es Ihnen zugetragen wurde.
Denken Sie daran, den richtigen Gang zu verwenden. Insbesondere bei den verschiedenen Grundfahraufgaben ist es wichtig, dass die bei den Übungen zuvor genutzten Gänge auch in der Praxisprüfung zum richtigen Zeitpunkt genutzt werden.
Bei Ausweichübungen an richtiges und rechtzeitiges Einlenken denken, denn dies erleichtert die Übung um einiges.
Bei manchen Aufgaben dürfen Sie nicht Bremsen, damit dass der Prüfer ausdrücklich sieht und Sie nicht in Verlockung kommen vorzeitig abzubremsen, stellen Sie am besten den Fuß versetzt neben das Bremspedal.
Zu guter Letzt, vertrauen Sie auf Sich selbst! Sie haben viel geübt/sich gut vorbereitet und außerdem haben diese Prüfung schon so viele vor Ihnen geschafft, was bedeutet, dass sie durchaus machbar ist. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und fokussieren Sie Ihr Ziel!

Vorschriften:
Bevor Sie die Fahrt mit Ihrem Moped antreten, müssen Sie es zulassen. Suchen Sie dazu einfach die für Sie zuständige Zulassungsstelle in Ihrer Nähe auf.
Der Roller muss sich in ordnungsgemäßem Zustand befinden.
Dazu zählen bei der Bereifung: die richtige Profiltiefe von 1,66mm, optimaler Reifendruck und keine Beschädigungen.
Der Not-Aus-Schalter hat nach Auflage zu funktionieren, genauso wie die Antriebselemente.
Des Weiteren sollte das Standlicht, Fernlicht, Abblendlicht und die Schlussleuchte voll intakt sein. Genauso wie die Warnblinkanlage, Nebelschlussleuchte, Bremsleuchte/Bremsleuchten, Hupe und Blinker.
Außerdem muss das Lenkspiel überprüft werden, dass heißt im Stand die Handbremse anziehen und ein paar Mal nach vorne wippen.
Vor dem Losfahren immer das Lenkschloss entriegeln (falls vorhanden).
Auch die Rückstrahler müssen vorhanden und unbeschädigt sein.
Prüfen Sie auch die Funktion Betriebs- und Feststellbremse, ebenso wie die Flüssigkeitsbestände (Motoröl, Kühlmittel).

Nehmen Sie eine bauliche Modifikation/Änderung, ohne eine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vor, ist es Pflicht, diese von einem TÜV-Prüfer abnehmen zu lassen und in den Fahrzeugpapieren zu vermerken.
Beim Fahren mit dem Kleinkraftrad sind die Betriebsgenehmigungen mitzuführen.
Ist man mit dem Roller unterwegs, herrscht Helmpflicht. Wer ohne Helm erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.
Ist der Mopedfahrer in einen Unfall verwickelt und trägt keinen Helm, kann es zu enormen Schwierigkeiten mit der Versicherung kommen.
Was Schutzkleidung wie Handschuhe, Jacke, etc. angeht, bleibt jedem selbst überlassen, ist aber in jedem Fall ratsam. Gerade bei "Zweiradfahrern" besteht ein enormes Verletzungsrisiko bei einem Unfall, da man sich nicht wie im Auto in einen faradischen Käfig befindet, sondern der Körper der Gefahr im Prinzip schutzlos ausgeliefert ist.
Im Übrigen ist das Fahren auf Radwegen nicht gestattet!

Versicherungskennzeichen:
Jährlich zum 01. März braucht der Fahrzeughalter eines Mopeds ein neues Versicherungskennzeichen, da das alte ab dem 28./ 29. Februar seine Gültigkeit verliert.
Jedes Jahr bekommt das Versicherungszeichen eine neue Farbe. Dabei wird zwischen blau, grün und schwarz abgewechselt. Im Jahr 2013 war grün, 2014 schwarz, 2015 blau und seit März 2016 ist es dann wieder grün. Die Farben wiederholen sich.
Der Versicherungsbeitrag richtet sich nach den in Anspruch genommenen Monaten des Versicherungsschutzes und wird immer auf den ganzen Monat kalkuliert.
Darüber hinaus orientiert sie die Versicherungssumme nach Versicherungsschutz (Haftpflicht- und Teilkaskoversicherung) sowie nach dem Alter des Versicherungsnehmers.
Die günstigste Haftpflichtversicherung für Minderjährige liegt bei ungefähr 55,00 Euro, die teuerste bei über 70,00 Euro. Bei Personen über 23 Jahren liegen die Kosten für die Versicherungsbeiträge zwischen ca. 43,00 und 70,00 Euro.
Beim ADAC kommt es darauf an, ob man Mitglied ist oder nicht. Bei einer Mitgliedschaft zahlt man gut 10,00 Euro weniger.
Eine Haftpflichtversicherung inklusive Teilkasko und Selbstbeteiligung von 150,00 Euro kostet ca. 77,00 bis 130,00 Euro.

Infos und Tipps zum Thema Mopedführerschein Test, Kennzeichen, Klasse und Preise:
Moped-Kennzeichen 2017/ 2018 - Für das aktuelle Verkehrsjahr gilt das neue schwarze Versicherungskennzeichen. Sie sollten rechtzeitig an das neue Rollerkennzeichen denken, ansonsten haben Sie keinen Haftpflichtversicherungsschutz und machen sich strafbar.
Geplante Einführung der 70 kW Regel ohne Bestandsschutz - Das würde bedeuten, wer ab dem kommenden Stichtag mit einer Fahrerlaubnis der Klasse 2A ein gedrosseltes Kraftrad mit einer Ausgangsleistung von mehr als 70 kW / 96 PS bewegt, würde streng genommen ohne gültigen Führerschein unterwegs sein.
Mopedversicherung 2016/ 2017 - Die blauen Nummernschilder verlieren ihre Gültigkeit, die neuen grünen Kennzeichen sind ab März gültig für Kleinkrafträder wie Mopeds und Mofas, die nicht schneller als 45 Stundenkilometer fahren und nicht mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum haben, Mopeds und Mofas aus DDR-Produktion mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 60 Stundenkilometer, die bereits vor dem 01.03.1992 versichert waren sowie für E-Roller, die maximal 45 km/h schnell sind und über eine Betriebserlaubnis verfügen.


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